Mubarak von der CIA gestürzt, weil er sich amerikanischen Plänen für einen Krieg gegen den Iran widersetzte? (Teil 2)

Veröffentlicht: 27. Februar 2011 von infowars in Geheimdienst, Geopolitik, Iran, USA
Schlagwörter:

Webster G. Tarpley

Die USA erwägen die Beschlagnahme des Suezkanals. Wurde Mubarak mit dieser Drohung zum Rücktritt gezwungen?

Wir müssen nun im Detail die genauen Gründe untersuchen, welche die USA bewogen haben, Mubarak zu stürzen – und warum gerade jetzt. Bei dieser Untersuchung wird ein Muster erkennbar: Mubarak stand zunehmend der allgemeinen politischen Ausrichtung der US-Politik offen ablehnend gegenüber, insbesondere in der Frage, ob sich Ägypten, das sunnitische Schlüsselland in der arabischen Welt, an dem vom State Department geplanten regionalen Bündnis gegen den Iran und dessen Verbündete beteiligen sollte. Niemand wusste besser als Mubarak, dass durch die Spaltung der arabischen Welt in den vergangenen 30 Jahren in eine radikale Ablehnungsfront auf der einen und einen gemäßigten Block auf der anderen Seite alle betroffenen Länder zu entbehrlicher Schachfiguren gemacht worden waren. Einiges deutet darauf hin, dass er Schritte unternehmen wollte, die Lage zu verändern.

Libanon: Mubarak in der Frage des Komplotts gegen die Hisbollah gegen Obama und Hillary

Das letzte bekannte Gespräch zwischen Obama und Mubarak vor Ausbruch der Krise in Ägypten scheint am 19. Januar stattgefunden zu haben. Verschiedenen Berichten zufolge hat Obama Mubarak an jenem Tag angerufen, um ihm für die ägyptische Unterstützung der US-Libanon-Politik zu danken, womit nur das UN-Sondertribunal gemeint sein kann, vor das die USA die Führung der Hisbollah und möglicherweise auch syrische und iranische Vertreter wegen des Mordes an dem libanesischen Premierminister Hariri im Jahr 2005 bringen will. Nicht einmal eine Woche nach Beginn des Aufstands finden wir die folgende Agenturmeldung: »WASHINGTON (Reuters) – Präsident Barack Obama hat am Dienstag bei einem Telefongespräch mit dem ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak den Wunsch der USA nach einer Beruhigung der Lage in Tunesien betont und Mubarak bei dieser Gelegenheit für die ägyptische Unterstützung für ein UN-Tribunal gedankt, vor dem gegen die Mörder des libanesischen Staatsmanns Rafik al-Hariri verhandelt werden soll …. Obama dankte Mubarak für die ägyptische Unterstützung für dieses Tribunal, ›bei dem der Versuch unternommen wird, die Ära der Straffreiheit für politische Morde im Libanon zu beenden und den Menschen im Libanon Gerechtigkeit widerfahren zu lassen‹, hieß es in einer Erklärung des Weißen Hauses.« (1)

Obamas Taktik ist schon deshalb so unbegreiflich, weil Mubarak zu den führenden Gegnern des Komplotts für dieses UN-Tribunal bzw. diesen Scheinprozess und die Anklage gegen die Hisbollah gehörte, offensichtlich deswegen, weil ein solcher Prozess mit Sicherheit zum erneuten Aufflackern des Bürgerkriegs im Libanon und in dessen Gefolge womöglich zu einem allgemeinen Krieg in der Region führen würde. Mubarak wollte, wie Obama bekannt gewesen sein muss, bei dessen Politik nicht mitwirken. Der wenig angebrachte Telefonanruf erhält somit den Charakter einer versteckten Warnung an den ägyptischen Präsidenten, nicht länger zu versuchen, einen der wichtigsten amerikanischen Schachzüge zur Destabilisierung der gesamten Region zu sabotieren.

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Kommentare
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