Mit ‘Monaco’ getaggte Beiträge

STEUERPARADIESE*Die schöne neue Welt des globalen Kapitalismus

Seit Jahren wird dem Wahlvolk in Deutschland eine Serie von höchst einseitig ausgelegten Steuerreformen zugunsten der Großkonzerne und Vermögensbesitzer verordnet. Stets kursiert das Argument, ohne diese Steuerschenk-Aktionen würden das Kapital und seine „Leistungsträger“ massenhaft ins Ausland flüchten. Allen Geschenken und Gaben zu Trotz schaffen Vermögensbesitzer und Spitzenverdiener, Banken und Konzerne dennoch Geld in die Steueroasen, was das Zeug hielt. Vielleicht erklärt dies die Empörung bei sozialdemokratischen und grünen Spitzenleuten: Nun sind wir euch zu Willen gewesen und auf jeden Leim gekrochen, und nun ist es immer noch nicht genug.

Längst hat der Skandal die europäischen Nachbarländer erreicht, amerikanische und britische Steuerfahnder nehmen sich gleichfalls ihre steuerhinterziehenden Reichen in Liechtenstein und Monaco vor. Kein Wunder, organisierte Steuerhinterziehung ist ein so alltägliches wie weltweites Phänomen und gehört zu den Schönheiten des globalen Kapitalismus, über die man für gewöhnlich lieber schweigt. Steueroasen sind ebenso wenig neu wie der unlautere Steuerwettbewerb der Nationen. Einige Länder – voran die Schweiz und Liechtenstein, Monaco, Andorra und die Bermudas – haben schon vor Jahrzehnten damit begonnen und sind reich geworden. Zunächst mit niedrigen Einkommens- und Vermögenssteuern, die sich die neutrale Schweiz als Kriegsgewinnler im Ersten Weltkrieg leisten konnte. Während der Weltwirtschaftskrise der dreißiger Jahre bauten die Schweiz und Liechtenstein ihr Bankgeheimnis aus, um Kapitalflucht zu erleichtern. Etliche Nachbarn betrachteten das damals schon als feindlichen Akt und reagierten entsprechend pikiert.

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