Mit ‘Goldman Sachs’ getaggte Beiträge

Ellen Brown

Noch vor zwei Wochen saß »Goldman Sach« im US-Kongress auf dem heißen Stuhl und musste zum Vorwurf des Betrugs beim Verkauf komplizierter Finanzprodukte namens »synthetische CDOs« Rede und Antwort stehen. Die vergangene Woche war weniger heiß für »Goldman«, denn alle Aufmerksamkeit richtete sich auf die Attacken von Baissespekulanten gegen die griechischen Staatsschulden und auf einen drohenden Staatsbankrott Griechenlands. Bis Donnerstag war der Betrugsvorwurf gegen »Goldman« aus den Schlagzeilen verschwunden: Ein eingeschüchterter Kongress hatte das Handtuch geworfen in einem Verfahren, gegen Banken vorzugehen, die »zu groß, um unterzugehen« sind. Am Freitag sprach »Goldman« mit der Börsenaufsicht SEC über einen Vergleich.

Goldman und die Wall Street regieren. Der Kongress scheint nicht in der Lage zu sein, die großen Banken an die Kette zu legen, genauso wie die Europäische Zentralbank nicht in der Lage zu sein scheint, den Zusammenbruch der Europäischen Union zu verhindern. … Oder sind sie es doch?

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Banken und andere Finanzdienstleister profitieren von diversen Finanzkrisen – und wenn es gar nicht mehr geht, dann müssen eben die Steuerzahler mit ihrem Geld für Probleme im Finanzsektor herhalten.

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Der Imageschaden für die Banken ist nicht zu überbieten. Zu dieser Meinung könnte man im Zuge der von den US-Banken ausgelösten weltweiten Finanzkrise kommen. Aber weit gefehlt. Es geht noch immer schlimmer. Da wurden von der US-Börsenaufsicht jüngst Vorwürfe erhoben, dass außer Goldman Sachs auch andere Banken Finanzprodukte verscherbelt haben, mit denen Investoren auf einen Einbruch des US-Häusermarkts wetten konnten, wie etwa die Deutsche Bank, die Schweizer UBS und die von der Bank of America übernommene Investmentbank Merrill Lynch.

Auch die Banken unter den Spekulanten
gegen Griechenland und den Euro

Und in der Griechenlandkrise, die längst zur Eurokrise geworden ist, ist es für Finanzmarkt-Experten klar, dass auch die Banken – selbst in der Eurozone – gegen Griechenland und den Euro spekuliert haben und danach bereits gegen Portugal und Spanien spekulieren.

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F. William Engdahl

Am 20. April starben bei einer Explosion der von der Ölgesellschaft BP betriebenen Bohrinsel »Deepwater Horizon« vor der Küste von Louisiana im Golf von Mexiko elf Menschen, wenig später sank überraschend die gesamte Bohrinsel. Durch das Unglück wurde die bislang größte Ölpest der Geschichte ausgelöst – wahrscheinlich um Größenordnungen schlimmer, als bei der Havarie der »Exxon Valdez« 1989 – und noch ist sie nicht unter Kontrolle. BP beteuert, die Sicherheitsvorkehrungen seien ausreichend gewesen, der Fehler müsse an anderer Stelle liegen. Eine genauere Untersuchung fördert hingegen einige sehr bezeichnende Dinge im Zusammenhang mit der Ölpest zutage.

Bemerkenswert ist zunächst einmal die Doppelzüngigkeit von BP, eine der Großen Vier angloamerikanischen Ölgesellschaften, die zusammen mit Goldman Sachs und den Wall-Street-Banken de facto den gesamten weltweiten Ölmarkt beherrschen. Der Chef von BP-Amerika, Lamar McKay, verteidigte zunächst öffentlich im US-Fernsehen die Sicherheitsvorkehrungen seines Unternehmens und erklärte, der »Ausfall eines einzelnen Bauteils« habe zu der massiven Ölpest an der Golfküste geführt. Laut einem Sprecher habe es sich von dem von McKay erwähnten defekten Bauteil, welches das Desaster verursacht habe, um einen Bohrlochschieber, einen sogenannten Blow-Out-Preventer, gehandelt.

Während also der BP-Chef erklärt, verantwortlich sei ein defekter Blow-Out-Preventer, ein Bauteil bei einer Ölplattform, das im Falle einer Explosion oder eines anderen Unfalls das Austreten des Öls verhindern soll, sprach Salvin, der offizielle Unternehmenssprecher von BP, davon, die Ursache der Explosion sei ungeklärt und betonte: »Wir schließen nichts aus.«

Könnte es sein, dass es bei der schlimmsten Ölpest der Geschichte einen politisch brisanten Hintergrund gibt?

BP wie auch die Obama-Regierungen gerieten schwer unter Druck aufgrund der Ölpest im Golf von Mexico. Die ökologischen Folgen für die US-Küstenregionen sind nicht abschätzbar.

Es stellt sich nämlich heraus, dass die BP – vormals British Petroleum, ein Unternehmen mit engen Verbindungen zum ehemaligen britischen Premierminister Tony Blair, das diesen 2003 darin bestärkt hatte, George W. Bushs Irakkrieg zu unterstützen – seit Jahren mit den amerikanischen Aufsichtsbehörden im Streit liegt, und zwar genau hinsichtlich der Frage, wie viele Sicherheitsstufen erforderlich sind, um einen Unfall bei einer Tiefseebohrung wie in diesem Fall zu verhindern.

In einem Brief an das US-Innenministerium, das für die Aufsicht über Ölbohrungen vor der amerikanischen Küste verantwortlich ist, erhob BP 2009 Einwände gegen neue Bestimmungen, die die Regierung zur Verbesserung der Sicherheitsstandards auf Ölplattformen vorgeschlagen hatte. BP schrieb damals an die US-Regierung: »Wir sind der Ansicht, dass die derzeitige Sicherheits- und Umweltstatistik der Ölindustrie beweist, dass die freiwilligen Programme … auch weiterhin erfolgreich sind.« Was wohl so viel heißen sollte wie: »Vertrauen Sie uns …«

F. William Engdahl

In den vergangenen Tagen sind die Kurse an den Aktienbörsen weltweit auf Talfahrt gegangen. Dafür werden zwei Gründe genannt: Zum einen die wirtschaftlichen Folgen der grotesken und unbegründeten Entscheidung der EU-Regierungen, wegen der Gefahr durch Vulkanasche – die erwiesenermaßen nur in einer Computersimulation des britischen Wetterdienstes »Met Office« existierte – den gesamten Flugverkehr in Europa einstellen zu lassen. Der zweite Grund für die fallenden Aktienpreise, besonders bei Finanzwerten, war die Meldung über die Klage der staatlichen US-Börsenaufsicht SEC gegen »Goldman Sachs«, die politisch und finanziell einflussreichste Bank der Welt. Dabei ist das, was bei »Goldman« nicht verfolgt wird, mindestens so interessant wie die Tatsache, dass die Bank wegen ihres kriminellen Vorgehens endlich an den Pranger gestellt wird.

Die SEC beschuldigt Goldman, sich aktiv mit dem Hedgefonds-Manager John Paulson von der Firma Paulson Fund verschworen (O ja, Virginia, es GIBT Verschwörungen!) zu haben, und zwar ausdrücklich, um hypothekenbesicherte Anlagen im Wert von Milliarden Dollar zu kreieren, die aus extrem riskanten Hypotheken bestanden. Das Ziel war, ein neues Wertpapier zu entwickeln, das an  der Wall Street MBS, Mortgage Backed Security, genannt wurde und von vornherein bewusst so strukturiert war, dass es scheitern musste. Goldman Sachs seinerseits verkaufte dieses synthetische Finanzprodukt dann unter der Bezeichnung Abacus 2007-AC1 an seine Kunden und beteuerte, es sei sicher.

Paulson und Goldman erwarben insgeheim Derivate, die im Wesentlichen Wetten auf ein Scheitern der MBS waren – solche Geschäfte sind in der Branche als »Shorting« (Leerverkauf) bekannt. Tatsächlich ließ Goldman John Paulson ein CDO [Collateralized Debt Obligation, ein Oberbegriff für forderungsbesicherte Wertpapiere] entwickeln, in dem er die Subprime-Papiere bündeln konnte, die von Moody’s extrem überbewertet wurden und deshalb völlig überteuert waren.

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Das kriminelle Potential von Banken und Notenbanken ist so gewaltig, dass diese keinerlei Skrupel besitzen, den gesamten Mittelstand ihrer Länder auf Kosten der Reichen, Superreichen und der Banken durch Inflationierung der Vermögenswerte zu enteignen.

Entmonopolisierung

Auch wenn die Politiker ankündigen, dass sie die Finanzmärkte reformieren wollen, bis jetzt war alles, was getan wurde, nicht einmal ein Tropfen auf einen heißen Stein.   Die Banken, die die Krise überlebt haben – wie Bank of America, JP Morgan, Goldman Sachs oder Citigroup  -sind nach der Krise noch größer als vorher und damit sind diese vom Zustand des „Too Big to Fail“ in den Zustand des „Much Too Big to Fail“ übergewechselt.   Dieser Irrsinn kann nur dadurch behoben werden, dass das gesamte Bankwesen vollständig reformiert wird und dass Banken wieder auf ihre ureigenste Aufgabe fokussiert werden, die nicht lautet „Roulette“ zu spielen, sondern die Wirtschaft mit Krediten zu versorgen.

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Inmitten der schlimmsten Rezession seit der Großen Depression verzeichnet »Goldman Sachs« ein höchst erfolgreiches Geschäftsjahr. Am 16. Oktober schrieb Colin Barr in »CNNMoney.com«: »Während ›Goldman‹ im dritten Quartal drei Milliarden Dollar Gewinn gemacht hat, wurden gleichzeitig 768.000 Arbeitsplätze gestrichen, die Zahl der Zwangsversteigerungen von Eigenheimen erreichte eine neue Rekordmarke. Nach Angaben des ›American Bankruptcy Institute‹ haben in diesem Jahr bereits über eine Million Amerikaner Privatinsolvenz angemeldet. Das unabhängige Forschungsinstitut ›Center on Budget and Policy Priorities‹ kam bei einer Untersuchung im vergangenen September zu dem Ergebnis, dass den Regierungen der US-Bundesstaaten für das Jahr 2010 Haushaltslücken von insgesamt 168 Milliarden bevorstehen. ›Goldman‹ hingegen sitzt auf 167 Milliarden Dollar Bargeld …«

Barr schreibt, Goldmans »höchst erstaunliche Gewinne« seien darauf zurückzuführen, »dass sich die Einkünfte aus dem Handel gegenüber dem Vorjahr vervierfacht« hätten. Ach ja? Einkünfte aus dem Handel? Haben wir denn nicht gerade Goldman und den anderen Banken an der Wall Street aus der Patsche geholfen, damit sie Kredite vergeben, Einlagen annehmen und unser Geld sicher verwahren können?

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HSH schenkt Goldman 45 Mio.

Veröffentlicht: 22. September 2009 von infowars in Bank Mafia/Finanzen, Wirtschaft, Wirtschaftskrise/ Finanzkrise
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HSH Nordbank hat 45 Millionen Dollar an  Goldman Sachs bezahlt – obwohl eine entsprechende Forderung verfallen war. Zahlung erfolgte aus Gründen der „Reputation“. Steuerzahlerbund fordert nach umstrittener HSH- Millionenzahlung personelle Konsequenzen.

Der NDR berichtet, dass die HSH Nordbank 45 Millionen Dollar an Goldman Sachs zahlte, obwohl es dafür eigentlich gar keine Verpflichtung gegeben hätte.

Hintergrund ist der Verkauf einer Kreditausfallversicherung (Credit Defauls Swaps CDS) für Lehman Schulden, mit der sich Goldman im Falle einer Lehman-Pleite absichern wollte. Als Lehman pleite ging, hätte die Bank theoretisch zahlen müssen. Doch Goldman verpasste es, die Zahlungsverpflichtung rechtzeitig abzufordern. Folge: Der Anspruch war verfallen.

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