Mit ‘familie’ getaggte Beiträge

Eva Herman

 

Sehr geehrte Frau Schröder, in einem Welt-Interview antworten Sie auf meinen offenen Brief. Ihre Ahnungslosigkeit, die Sie hier auch noch offen zugeben, macht sprachlos. Bevor ich auf Ihre Aussagen eingehe, möchte ich einen Satz von Bundeskanzlerin Merkel zitieren, den sie im Mai 2009 im politischen Monatsmagazin Cicero zum Besten gab. Angela Merkel wurde auf die Frage nach ihrem unerschütterlichen Frohsinn, der sie angeblich seit ihrer Kindheit begleite, zitiert: »Vielleicht bin ich so geworden, wie ich bin, weil meine Eltern mich nicht in eine Krippe geschickt haben….Das hat mein Vater, der Pastor, nicht geduldet.«

 

Ein Geständnis, das der Kanzlerin möglicherweise herausgerutscht ist, und das leider, trotz aller Hoffnungen, inhaltlich nicht weitergeführt wurde. Dennoch spricht dieser Satz ganze Bände, denn er spiegelt die Wahrheit wider.

In meinem offenen Brief an Sie, Frau Schröder, ging es mitnichten um Sie alleine und Ihre persönliche derzeitige familiäre Situation, einmal abgesehen davon, dass diese ohnehin nicht mit einer Familie hierzulande verglichen werden kann: Denn Sie beide gehören zu den Privilegierten, die möglicherweise tatsächlich der Ansicht sind, Elternliebe durch eine Supernanny ersetzen zu können.

Falls Ihnen die Intention meines Briefes entgangen sein sollte, werde ich es gerne noch einmal erklären: Sie, Frau Ministerin, tragen durch Ihr Amt die gesamte Verantwortung für die deutsche Familienpolitik. Alle Signale, die von Ihnen ausgehen, seien es Gesetzesvorschläge-bzw. Änderungen, seien es Forderungen wie seit neuestem die „Flexiquote“, von der bis gestern noch kaum jemand etwas gewusst hat, oder seien es Ihre Aussagen zur sogenannten Vereinbarkeit von Beruf und Familie, zum flächendeckenden Krippenausbau und sei es vor allem auch Ihre Interviewfreudigkeit über die Geburt Ihrer Tochter und Ihr Entschluss, diese weitgehend fremdbetreuen zu lassen:

 

All das, Frau Schröder, sind alleine politische Vorgänge und Signale, weil Sie Bundesfamilienministerin sind. Sie sind ein lebendiges politisches Vorbild, jeden Tag aufs Neue. Ihre Entscheidungen werden ernst genommen, müssen ernst genommen werden, weil sie den Kurs Ihres Ministeriums anzeigen, ja, den der Bundesregierung sogar. Sie stehen da ganz oben in Ihrer Verantwortung, direkt neben der Bundeskanzlerin, in unserer Hauptstadt Berlin: Sie sind Regierung! Und wir müssen hinnehmen, was Sie für uns entscheiden. Es gibt also keine Privatperson Schröder für uns Bürger, außer, Sie zögen sich für eine Weile zurück, um Ihr Privatleben zu genießen.

Was Ihre Aussagen zur Bindungsforschung angeht, so schlagen diese dem Fass den Boden aus, denn sie sind rundweg falsch! Sie, Frau Ministerin, verbreiten damit Falschinformationen, nur, um Recht zu behalten. Ist dieses Verhalten einer Familienministerin würdig? Haben die Menschen im Land verdient, angeschwindelt zu werden, damit Ihre politischen, familienfeindlichen EU-Programme zurechtfrisiert werden können und sich dem politischen Mainstream anpassen?

Sie behaupten im Welt-Interview, man tue der Bindungsforschung unrecht, wenn man diese » so schlicht interpretiere, dass Kinder in den ersten drei Jahren bei ihrer Mutter sein sollten.« Sie, Frau Schröder, erklären sogar, die Wissenschaft sage nicht, dass sich die Bindung nach der Anzahl der gemeinsamen Stunden bemesse, sondern an ganz anderen Faktoren. Ja, an welchen denn?

Frau Schröder, Sie haben wirklich keine Ahnung und ich flehe Sie an, doch bitte endlich ein Buch über die Bindungsforschung in die Hände zu nehmen, nur ein einziges, das würde schon ausreichen, um Ihre Ansichten ins Gegenteil zu verkehren, falls Sie nicht völlig beratungsresistent geworden sind. Gerne werde ich mich auch um einen persönlichen Gesprächstermin zwischen Ihnen und einem oder mehreren der zahlreichen, hervorragenden Fachleute zu vereinbaren, die es derzeit gibt auf der internationalen sowie durchaus auch auf der bundesdeutschen Bühne.

Sehr geehrte Frau Schröder, es gibt nicht eine einzige Ausführung in der Bindungsforschung, die besagt, dass die gemeinsame Zeit der Eltern mit ihren Kindern keine Rolle spiele. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Ist das eigentlich so schwer zu verstehen?

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Der Staat als Familie

Veröffentlicht: 17. Juni 2011 von infowars in Video Clips
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Eva Herman

Bei zahlreichen Medien war es nur eine kurze Meldung: Die Geburtenrate in Deutschland ist im letzten Jahr erneut dramatisch eingebrochen! Frei nach dem Motto: Pech gehabt, so ist das nun einmal. Welches grandiose Drama mit dieser Meldung verbunden ist, wird kaum deutlich gemacht. Wieder einmal sind die Geburten gesunken, doch jetzt schlimmer denn je zuvor. Letztes Jahr kamen etwa 32.000 Kinder weniger zur Welt als 2008, da waren es noch 683.000. Seit Kriegsende wurden damit niemals weniger Kinder geboren als jetzt! Aber wen kümmert’s noch? Wir haben uns längst an das Desaster gewöhnt, oder? Die Meldung wird lapidar von den Medien veröffentlicht, doch damit hat es sich dann auch, die Ursachen werden weiter unter den Teppich gekehrt. Wann erwachen die Kollegen endlich? Wann wird recherchiert, woran es wirklich liegt? Wann macht Ihr den Politikern Druck, Leute? Wann beginnt man sich für die Wahrheit zu interessieren? Wenn alles zu spät ist? Das kann ja nicht mehr lange dauern! Jedes Jahr fällt Deutschland ein Stück tiefer in die Kinder- und Zukunftslosigkeit, wir sind kurz vor dem Aufprall!

Dabei sind wirklich keine großen journalistischen Recherche-Verrenkungen erforderlich, um herauszufinden, woran alles hakt und hängt: Grund für die seit Jahren verheerende und immer weiter einbrechende Geburtenrate Europas ist, ob es den Politikern und Medien nun passen mag oder nicht, die Erwerbstätigkeit der Frau! Das soll zwar nicht etwa heißen, dass Frauen nicht arbeiten gehen sollen, doch ist inzwischen europaweit – dank Brüssel! – nur noch ein einziger Weg vorgezeichnet und eingeplant, den »Frau« zu gehen hat: den des Geldverdienens! Alles andere ist zweitrangig: Ehe, Kinder,  Familienleben, gemeinsame Zeit und Liebe!

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Warum das Naheliegende ausgeblendet wird und uns das Ferne so nahe geht

Muss ich jetzt auch noch etwas zum tragischen Tod von Robert Enke sagen? Besser nicht. Aber drei Fragen beschäftigen mich seit gestern, sie wollen gestellt sein.

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