Archiv für 29. Januar 2013

Alle diejenigen, die sich um den Datenschutz und den Schutz der Privatsphäre im Internet Sorgen machen, können sich vielleicht schon bald gegen bestimmte Überwachungsmöglichkeiten verteidigen. Zwei japanische Wissenschaftler haben eine Brille entwickelt, die Gesichtserkennungssysteme verwirrt, ohne dabei die eigene Sehfähigkeit einzuschränken.

 

Professor Isao Echizen, außerordentlicher Professor am Nationalen Institut für Informatik in Tokio, und Professor Seiichi Goshi von der Kogakuin-Universität  [ebenfalls in Tokio] haben eine Brille konstruiert, die Internetsuchmaschinen, soziale Netzwerke oder andere Dienstleister daran hindert, den Träger dieser Brille über Gesichtserkennungssysteme zu identifizieren. Die Brille ist mit

Lichtquellen ausgestattet, die im nahen Infrarotbereich abstrahlen. Dies führt dazu, dass zwar die Abbildung der Gesichtsmerkmale des Brillenträgers durch Kameras verzerrt, aber seine Sehfähigkeit nicht eingeschränkt wird.

 

Die Lichtquellen werden mithilfe von Batterien betrieben, die der Träger in seiner Tasche verstauen kann. Aber wie die beiden Forscher erklären, arbeiten sie bereits an einem verbesserten Modell, bei dem die Batterien dieses »Privatsphärenschutzes« in die Brille selbst integriert sind.

Einige Unternehmen haben bereits Interesse an einer Vermarktung  des Gerätes bekundet, sagten die Wissenschaftler. Unter Bedingungen einer Massenproduktion könnte der Stückpreis sehr niedrig ausfallen und bei etwa einem Dollar liegen.

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Das Recht, zu schießen

Veröffentlicht: 29. Januar 2013 von infowars in Waffen

Wegen Amokläufen strengere Waffengesetze zu fordern, ist falsch. Gesellschaftliche Probleme löst man nicht durch Verbote.von Johannes Thumfart

Peng! Strengere Waffengesetze schwächen die Macht des Volkes gegenüber dem Staat.  Bild:  dapd

Deutschland hat schlechte Erfahrungen mit staatlicher Schusswaffenkontrolle gemacht. Etwa mit dem Reichswaffengesetz von 1938, in dessen Folge Sinti, Roma, Homosexuelle und Juden kategorisch entwaffnet wurden.

Die staatliche Verfolgung dieser Minderheiten wäre episodenweise anders verlaufen, hätte die Mehrheit in bester bürgerlicher Manier auf dem Recht zum Tragen von Waffen beharrt, seit der Französischen Revolution Kennzeichen des Citoyen schlechthin. Möglicherweise wäre auch die so folgenreich gescheiterte demokratische Revolution von 1848 in Deutschland geglückt, hätte es im Vorfeld liberalere Waffengesetze gegeben.

Umso erstaunlicher, dass hierzulande so breites Einvernehmen in Bezug auf strengere staatliche Waffenkontrolle herrscht, wie sie gerade in den USA diskutiert wird. Gerne auch verbunden mit einer allgemeinen Entrüstung über jenes Reich des Trivialen jenseits des Atlantiks, in dem Hinterwäldler aus Jux ein Magazin nach dem anderen leer ballern.

Natürlich kommt es dort zu Campus-Schießereien wie jüngst am Lone Star College in – na klar – Texas. Natürlich passieren Amokläufe wie in Newtown. Und selbstverständlich kann die Antwort auf all das nur heißen: „Verbieten!“ – am Besten den Schusswaffenbesitz insgesamt und Killerspiele gleich mit, etwa jene neue Teufels-App der NRA, die für Empörung sorgte, weil man mit ihr virtuell denselben Gewehrtyp wie der Attentäter von Newtown abfeuern kann. Egal, dass fast jeder Egoshooter besagtes Sturmgewehr M16 im Arsenal hat. Egal, dass es seit 50 Jahren Standard bei den US-Streitkräften ist.

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