Archiv für 9. Januar 2013

Christian Stolle

We Are Change

9. Januar 2012

Am 7. Januar geschah in den USA etwas absolut Außergewöhnliches. Alex Jones, der „King of Conspiracy“, wurde in die Mainstream-Medien eingeladen und konnte die Gelegenheit nutzen um reihenweise Themen anzusprechen, die dort ansonsten vollkommen ignoriert werden. In seiner bekannt leidenschaftlichen Art entfachte Alex ein wahres Feuerwerk, das die ohnehin kontroverse Waffendiskussion weiter anheizte. Die Reaktionen des Mainstreams auf dieses Interview sind geprägt von Lügen und einer Nichtbeachtung der von Alex erwähnten Sachverhalte, die auch von Piers Morgan im Interview nicht aufgegriffen oder gekontert wurden. Die Kritik an Alex konzentriert sich auf sein Temperament und sein lautstarkes Auftreten, wobei die Sachargumente vollkommen außer Acht gelassen werden.

So ist auch der gestern in der Süddeutschen Zeitung erschienene Artikel über die Debatte bei CNN einer der Gründe, warum dem Mainstream-Journalismus immer mehr Leser davonlaufen. Tobias Dorfer schreibt dort, „Waffen, so Jones These, seien […] lediglich Instrumente Krimineller“. Alex hätte es wohl kaum deutlicher sagen können, dass freie Menschen Waffen haben sollten, um sich selbst zu beschützen, und dass Tyrannen sich stets das Monopol auf Waffengewalt sichern wollen. Aber auch das ging an Tobias scheinbar vorbei, er schreibt, „[in] Rage schwadroniert Jones kaum mehr nachvollziehbar über Diktatoren: „Hitler nahm die Waffen. Stalin nahm die Waffen. Mao nahm die Waffen. Fidel Castro nahm die Waffen. Hugo Chávez nahm die Waffen“, ruft er.“ Vermutlich hat Tobias diesen Artikel eher im Vorbeigehen geschrieben und auch nur das halbe Interview gesehen, denn er schreibt, „[in] den USA kämen die meisten Menschen durch Suizide ums Leben, brüllt [Alex Jones]“, obwohl Alex später im Interview klargestellt hat, dass er darauf anspielte, dass Selbstmord in den USA heute die häufigste unnatürliche Todesursache ist.

In der ganzen Debatte bringt Piers Morgan nur ein einziges Argument für das Verbot von Sturmgewehren, sie würden die Zahl der Amokläufe und die Zahl der Todesfälle durch Schusswaffen reduzieren. Alex kontert mit dem Gegenargument, dass mehr Waffen allgemein zu einer Senkung der Kriminalitätsrate und zu einer Abnahme der Mordfälle führen. Alex lieferte auch zahlreiche Beispiele, so ist die Verbrechensrate in New York angestiegen, nachdem Bürgermeister Bloomberg dort schärfere Waffengesetze eingeführt hat. In Mexiko ist es der Bevölkerung verboten, Feuerwaffen zu besitzen, trotzdem wurden dort in den letzten 5 Jahren fast 60.000 Menschen ermordet. Außerdem ist es eine Gemeinsamkeit von fast allen Amokläufen in den USA, dass die Täter psychiatrische Medikamente einnehmen, was von den Massenmedien bisher komplett ignoriert wurde. (mehr …)