Die narzisstische Störung in berühmten Werken der Popkultur

Veröffentlicht: 20. November 2012 von infowars in Medien

Von Alexander Benesch

Das menschliche Gehirn ist trotz der oft grotesken menschlichen Dummheit das am weitesten entwickelte auf dem Planeten. Die vielen  verschiedenen Einzelteile machen es möglich, Gedanken über Gedanken zu haben, Gedanken über Gefühle, umgekehrt und natürlich auch Nuklearwaffen und vierlagiges bedrucktes Klopapier herzustellen. Bei der Entwicklung dieses komplexen Gehirns kann dementsprechend mehr schiefgehen als bei einem Hamster. Im Tierreich ist es einfacher, die Grundelemente wie Triebe und Verhaltensweisen sind in der DNA festgeschriebenund fertig.

Wenn bei einem Tier etwas in der Entwicklung mächtig schiefläuft, wird das betreffende Exemplar einen weniger hohen Rang in der Herde erreichen, weniger lange überleben, weniger wahrscheinlich der Anführer werden der mit Eifer alle Weibchen begatten darf. Wenn ein Mensch keine dramatischen Schäden erlebt in der Entwicklung vom Full-Service-umhegten Baby zum eigenständgen Erwachsenen, entsteht leichter ein echter Held. Man ging fälschlicherweise zu lange davon aus, dass nur Unterschichtenkinder zu Verbrechern und Narzissten werden, klauen, in der Schule versagen, Autoritäten gegenüber unfolgsam sind und in der Gesellschaft nicht weit aufsteigen. Stehlen und Grausamkeit in der Oberschicht gilt hingegen hinter vorgehaltener Hand als edel.

Dummerweise haben schwer beschädigte Exemplare der Spezies Homo Sapiens anders als im Tierreich überraschenderweise äußerst gute Chancen, an die Spitze von Gruppierungen, Firmen, Parteien, Konzernen, Nationen, Banken etc. zu gelangen. Die Psychos haben keine gewöhnlichen, für Menschen typische Hemmungen, es gibt keine moralischen sondern nur praktische Hürden, alle Regeln zu brechen die für ein gesundes Miteinander und einen gesunden Wettbewerb unbedingt notwendig sind. Sie zögern nicht, jemandes Erfindung oder Errungenschaft oder Geld zu stehlen, Konkurrenten zu sabotieren, anderen ein Verbrechen anzuhängen, selbst nahestehende Personen zu vergiften um zu erben, zu bestechen, sich mit anderen zu verschwören, andere zu bedrohen, zu lügen, Menschen als Sklaven arbeiten zu lassen oder ihre Bündnisse so oft zu wechseln wie andere ihr Hemd.

Rund 5% jeder Bevölkerung, jeder Hautfarbe, jedes Kulturraumes sind stark betroffen, das Spektrum reicht vom gewöhnlichen Narzissten und Soziopathen bis hin zum extremen Psychopathen. Weitere Teile der Bevölkerung sind in geringem bis mäßigen Umfang narzisstisch oder tendieren nur zeitweise in diese Richtung, experimentieren damit und kehren rechtzeitig um bevor sich eine echte Störung entwickelt. Es handelt sich bei der ganzen Sache in den allermeisten Fällen um einen gefährlichen, geistigen Selbstverteidigungs- und Überlebensmechanismus. Die einen werden durch Unterdrückungsmaßnahmen odereine eiskalte Erziehung gebrochen, sie werden lethargisch, duckmäuserisch, depressiv. Andere wiederum schalten an einem Punkt höchster Frustration, Traumatisierung und Erniedrigung um auf die absolute fanatische Linie “Jetzt zähle nur noch ich. Jetzt bin ich an der Reihe zu treten. Ich werde kein Opfer mehr sein!” Wenn dieser Mechanismus sich zu einer Störung auswächst und lange genug währt, ist es zu spät. In einflussreichen Familien wird die Störung anerzogen und gepflegt.

Schlaue Künstler haben immer wieder die Dynamik narzisstischer Persönlichkeitsstörungen in weltbekannte Werke integriert, oft leider ohne dass das Publikum dies auch so wahrnimmt. Dabei ergibt sich die Brillianz erst durch das Verständnis der menschlichen Psyche.

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Kommentare
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