Bund wirbt mit viel zu hohen Sterbezahlen fürs Impfen

Veröffentlicht: 9. November 2012 von infowars in Gesundheit, Impfung

Die Grippe verursache jährlich «bis zu 1500» Todesfälle, sagt der Bund. Doch diese Zahl ist unbegründet.

Die Grippeimpfung ist ein Millionengeschäft. Ärzte, Apotheken, die Pharmaindustrie – viele verdienen damit schönes Geld. Und jedes Jahr startet das Bundesamt für Gesundheit (BAG) eine aufwendige Impfkampagne, die von Kantonen, Gemeinden, Gesundheitsorganisationen und medizinischen Leistungsanbietern bis in den letzten Winkel der Schweiz getragen wird.

Zur Botschaft ans Volk gehören immer wieder die gleichen Schreckenszahlen: 100 000 bis 250 000 Menschen gingen jedes Jahr wegen der Grippe zur Ärztin oder zum Arzt, 1000 bis 5000 müssten ins Spital. Die saisonale Grippe sei auch für «bis zu 1500 Sterbefälle» verantwortlich, heisst es auch ­dieses Jahr in Prospekten, Medien­beiträgen und Onlineportalen. Dass diese oder ähnliche Zahlen seit Jahren immer wieder proklamiert werden, macht sie jedoch nicht glaubwürdiger oder verlässlicher. Es sind nur Schätzungen.

Zahl der Grippe-Toten unbekannt

Mit den «bis zu 1500 Sterbefällen» könne das BAG zwar Angst schüren, sagt Beda Stadler, Professor für Immunologie an der Universität Bern. Aber wissenschaftlich begründen lasse sich diese Zahl nicht. «Wie viele Menschen wirklich an Influenza sterben, ist nicht bekannt.» Das Bundesamt für Statistik weist für das Jahr 2010 ganze drei Grippe-Tote aus; 2009 waren es 69 und das Jahr zuvor 18 (siehe Grafik).

Die Marke von 1000 registrierten Grippe-Opfern wurde letztmals 1990 überschritten. Diese Zahlen, sagt Daniel Koch vom BAG, zeigten jene Todesfälle, für die eine Grippe diagnostiziert und als Todesursache aufgeführt worden sei. Tatsächlich seien aber mehr Leute an der Grippe gestorben. Das BAG schätzt die Sterbefälle aufgrund eines internationalen statistischen Verfahrens. Dabei wird berechnet, wie viele Menschen ab Alter 60 während einer Grippewelle sterben. Diese Zahl wird einer allgemein erwarteten Sterb­lichkeit dieser Personengruppe gegenübergestellt. Die Differenz, also die zusätzlichen Toten, wird als Übersterblichkeit bezeichnet und der Grippe zugeordnet.

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Kommentare
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