Kritik aus Israel : Doppelte Realität

Veröffentlicht: 1. Oktober 2012 von infowars in Israel
450px-Mordechai_Vanunu_2009Wer anders als Günter Grass kann hier wieder der Übeltäter sein? Mit einem neuen Gedichtband zog er abermals den Zorn Israels auf sich, einzig die Erklärungen werfen doch Fragen auf. Sehr gerne wird Israel direkt mit dem Judentum in Verbindung gebracht und die antisemitische Keule geschwungen, jedoch sind 25% der Bevölkerung anderen Glaubens. Das sei an dieser Stelle jedoch nur als Erklärung aufgeboten. Wie weit das Gerechtigkeitsempfinden zum Teil auseinandergeht, damit soll sich dieser Artikel beschäftigen.
Mit Überschriften wie „Nach Lobeshymne auf Verräter : Israel reagiert mit Ironie auf Gedicht von Günter Grass“, titeln Deutsche Zeitungen. An dieser Stelle wollen wir einen Blick auf den „Verräter“ werfen, wer war denn Mordechai Vanunu?
Vanunu ist ein israelischer Nukleartechniker, welcher 1986 die Existenz des bis zu diesem Zeitpunkt geleugneten Atomwaffenprogramms in Israel aufdeckte. Damit wurde Israel faktisch als Atommacht geoutet, was allerdings bis zum heutigen Tage nicht offiziell bestätigt wurde.

Vanunu offenbarte sich in England zunächst dem Daily Mirror, welcher sich direkt mit Israel kurzschloss und Fotos weiterleitete, den Leak an sich brachte dann die Sunday Times.

Die Mossadagentin Cheryl Ben Tov lockte unter dem Decknamen Cindy Vanunu am 30. September nach Rom, wo dieser vom Mossad unter Drogen gesetzt und nach Israel gegen seinen Willen entführt wurde, die italienische Regierung hatte kein Einverständnis dazu gegeben.

Sechs Wochen lang bestritt die israelische Regierung vehement etwas über den Verbleib von Vanunu zu wissen, bis dieser es schaffte Journalisten eine Nachricht zukommen zu lassen. Dieser Leak brachte ihm wegen Spionage und Landesverrats 18 Jahre Gefängnis ein, wovon er mindestens 11 unter unmenschlichen Verhältnissen in Isolationshaft verbrachte. Schlafentzug war nur eins der Mittel um den Geist des Mannes zu brechen. Dieser Mann hat auch seit seiner Entlassung mehrere Haftaufenthalte hinter sich und wird sehr scharfen Auflagen unterworfen. So durfte er nicht zur Verleihung der Carl-von-Ossietzky-Medaille von der Internationalen Liga für Menschenrechte nach Berlin reisen, dieses war das erste Mal seit 49 Jahren, wo eine Verleihung nicht stattfinden konnte.
Aus israelischer Sicht, mag man diesen Mann einen Verräter nennen, jedoch aus Weltpolitischer Sicht, eher einen Whistle Blower.
Hier noch eine weitere Passage, die durchaus fragwürdig ist und eine sehr einseitige Sichtweise darstellt:

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