Facebook-Börsengang: Pannen, Misserfolg und Insiderhandel

Veröffentlicht: 20. Mai 2012 von infowars in internet, Wirtschaft

Webster G. Tarpley

Der vorgestrige 18. Mai 2012 war kein guter Tag für den US-Markt und die großen Banken. Eigentlich sollte er der Rettung des amerikanischen Finanzkapitalismus dienen. Die Wall Street war durch zahlreiche Pleiten, Bailouts und den neuesten JP Morgan Chase-Skandal erheblich unter Druck geraten. Ausgerechnet vorgestern wurde auch noch bekannt, dass die Verluste bei JP Morgan erheblich höher sind als gedacht. Durch den Facebook-Börsengang sollte alles wieder gut werden. Doch man hat sich offensichtlich verrechnet: Bereits einen Tag nach der weltweiten Facebook-Euphorie ermittelte die amerikanische Börsenaufsicht SEC.

Das Finanzkapital in den Vereinigten Staaten wackelt. Die Wallstreet ist durch die Occupy-Bewegung, durch zahlreiche Pleiten, durch Bailouts und andere Faktoren in der letzten Zeit erheblich unter Druck geraten. Am Vorabend des großen Tags des Börsengangs hatte Facebook-Chef Mark Zuckerberg seine Belegschaft in Menlo Park, Kalifornien, gezwungen, die ganze Nacht durchzuarbeiten, in einem Hackathorn, was

vergleichbar ist mit einem Ritter im Mittelalter, der die ganze Nacht durchwachte zur Ablegung eines Gelöbnisses. Und dann kam er, dieser große Tag.

Das soziale Netzwerk Facebook soll über 901 Millionen aktive Nutzer haben, machen wir eine runde Summe daraus und sprechen von knapp einer Milliarde. Die Inhaber von Facebook, allen voran Zuckerberg, wollten mindestens 100 Dollar pro Nutzer einsacken. Das würde einen Gegenwert der Aktien von insgesamt 100 Milliarden Dollar bedeuten.

Aber zunächst sollten wir die Frage beantworten: Wie verdient Facebook eigentlich Geld? Nicht durch Werbung, die ist dort eher selten. Auch nicht durch den Verkauf verschiedener Artikel, das ist unter anderem Sache von Amazon. Facebook verdient sein Geld durch Auskunft! Das heißt, Facebook verkauft Informationen über die Nutzer an andere Firmen. Datenschutz gibt es im Reich von Zuckerberg eigentlich gar nicht.

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