Eine Reise in den Iran: KOPP-Autor Wisnewski traf Mahmud Ahmadinedschad (Teil 1)

Veröffentlicht: 2. Mai 2012 von infowars in Iran

Gerhard Wisnewski

 

Ganz Deutschland hat Angst vor dem Iran und seinem »irren« Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad! Ganz Deutschland? Nein: Ein mutiges Häuflein unerschrockener  Journalisten, Fotografen und Intellektueller machte sich auf, um zehn Tage lang den Iran zu bereisen und sich selbst ein Bild vom neuen »Reich des Bösen« zu machen. Auf der anderen Seite nahm auch Präsident Ahmadinedschad seinen ganzen Mut zusammen, um in das Weiße im Auge des Westlers zu blicken. KOPP-Autor Gerhard Wisnewski war dabei. Hier sein erster Bericht.

 

Gleich kommt er, der »Irre von Teheran« (Bild). Ob er wohl Hörner hat wie der Teufel? Oder einen Klumpfuß wie Joseph Goebbels? Oder vielleicht Hufe und einen Schwanz? Wahrscheinlich alles zusammen. Denn schließlich erinnert das Bild, das die Medien von Ahmadinedschad zeichnen, an alte Teufelsdarstellungen aus dem Mittelalter. Gerade, als ich überlege, wie er wohl in natura aussieht, wird das Licht in dem stuckverzierten Saal heller gedreht. Auf den Schwefelgestank, den der venezolanische Präsident Hugo Chávez nach einer Rede von George W. Bush in der UNOwahrgenommen haben will, warte ich jedoch vergebens. Und wenn das die Hölle sein sollte, dann ist es dafür auch eindeutig zu kühl.  Aus dem hinteren linken Eck des Saals bläst mir eine

mächtige Klimaanlage ins Gesicht. Wir, 16 Journalisten, Filmemacher, Fotografen und Intellektuelle aus Deutschland, haben links und rechts auf je einer Reihe Barockstühle Platz genommen. Der einzelne Stuhl ganz vorne ist für den Präsidenten reserviert. Auf einer Seite des Raums bauen sich Kamerateams und Fotografen auf. Der Seiteneingang, durch den wir hereingekommen sind, wird geschlossen. Alles starrt jetzt auf die großen Flügeltüren am unteren Ende des Raums.

 

Entspannt und freundlich

Und plötzlich gehen sie auf. Herein kommt ein relativ kleiner, in dunklen Zwirn gekleideter Mann mit schwarzen Haaren, Dreitagebart und – wie in der muslimischen Welt üblich – mit offenem Hemdkragen und ohne Krawatte. Denn dieses Zeichen der Anpassung an die aalglatte westliche Politikwelt gilt hier als verpönt. In etwa so wie eine Hundeleine. Während er freundlich, ja herzlich, lächelt, schüttelt er jedem die Hand. Wie ebenfalls unter Muslimen üblich, spart er die Frauen dabei aus. Stattdessen hebt er seine Hände in einer Art Gebetsstellung, verneigt sich leicht und lächelt dabei freundlich. Für einen Teufel wirkt Ahmadinedschad ziemlich klar und entspannt. Der Mann scheint in sich zu ruhen und mit sich und der Welt im Reinen zu sein.

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