Freihandel vs. Protektionismus: Eine kurze statistische und logische Betrachtung

Veröffentlicht: 27. März 2012 von infowars in Wirtschaft
F. A. von Hayek und L. von Mises
von Tomasz M. Froelich
Die Verwendung von Statistiken zur Erklärung ökonomischer Phänomene ist grundsätzlich eher abzulehnen. Methodologisch betrachtet ist  mikrotheoretisches Vorgehen (,,methodologischer Individualismus“, vgl. Schumpeter 1908: 97) dem makrotheoretischen vorzuziehen, da ,,die Grobstruktur der Wirtschaft (makro, Anm.: T.M.F.) keine Regelmäßigkeiten zeigen kann, die nicht Ergebnisse der Feinstruktur (mikro, Anm.: T.M.F.) sind, und daß jene Aggregate oder Durchschnittswerte, die statistisch allein erfaßbar sind, uns über die Vorgänge in der Feinstruktur keine Informationen geben.“ (Hayek 1968: 121f.). Die Makrostruktur der Wirtschaft lässt sich folglich durch die Prozesse auf der wirtschaftlichen Mikroebene erklären, umgekehrt ist dies jedoch nicht möglich. Die Statistik als makrotheoretisches Instrument liefert uns daher lediglich ein undeutliches Abbild der Realität, das nur sehr allgemeine Aussagen zulässt, da die Komplexität und Diversität der zur Verfügung stehenden Daten meist sehr enorm ist. Dennoch liefert sie, wenn auch meist nur sehr grob, tendenziell eine Annäherung an die Wahrheit.

Jeffrey Sachs und Andrew Warner arbeiteten in ihrer vielzitierten Studie „Economic Reform and the Process of Global Integration“ (vgl. Sachs; Warner 1995) mit Statistiken, um auf diese Weise sich der Wahrheit anzunähern. In der Studie ging es um den Vergleich zwischen Ländern, die in ihrer Geschichte stets tendenziell eher zum Freihandel tendierten, Ländern, die sich im Laufe ihrer Geschichte vom Protektionismus loslösten und fortan eher zum Freihandel tendierten und Ländern, die stets starken Protektionismus betrieben. Die Statistiken zu dieser Studie sprachen und sprechen eine klare Sprache: So betrug etwa das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner für die erstgenannte Ländergruppe im Jahre 2006 ca. 17520 US-Dollar, wohingegen der Wert für die Gruppe der stets protektionistischen Länder bei 2360 US-Dollar lag. Und auch die Wachstumsraten sprechen ganz klar für die weniger protektionistischen Länder (vgl. Bernstein 2008; Dollar 1992: 523-544). Man sieht also: Freihandel ist dem Protektionismus in jedem Fall vorzuziehen. Dies erkannte Ludwig von Mises bereits 1927, ohne groß auf Statistiken gesetzt zu haben; die Logik reichte hierfür aus. So schrieb er über den Protektionismus:

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