Libyen: Folter und Mord

Veröffentlicht: 1. Februar 2012 von infowars in Folter, Krieg, Völkermord

von Frank W. Haubold

Die Krokodilstränen der Kriegstreiber

Im August letzten Jahres schrieb ich schon einmal über die Kumpanei von Nato, westlichen Geheimdiensten und Medien mit islamistischen Milizen wie der „Libysch-Islamischen Kampfgruppe (LIFG)“, die teilweise sogar von international gesuchten al-Qaida-Terroristen wie Abd al-Hakim Balhaj geführt wurden und werden. Die angebliche libysche „Revolution“ wurde inzwischen dank massiver Nato-Bombardements und dem Einsatz von Spezialeinheiten zum gewünschten Erfolg gebracht. Triumphaler Höhepunkt dieses Ereignisses war der planvoll zelebrierte Lynchmord an Oberst Gaddafi, der die bekannte Philanthropin Hillary Clinton zu dem erfreuten Ausruf “We came, we saw, he died” veranlasste, der mir inzwischen symptomatisch für das intellektuelle und moralische Niveau westlicher Eliten erscheint.

Nach diesem freudigen Ereignis gab es noch einige euphorische Medienberichte über angebliche Freudenfeste in Tripolis und anderswo, denen es allerdings mangels geeigneter Bilder ein wenig an Überzeugungskraft gebrach. Das von den siegestrunkenen Milizen angerichtete Massaker mit Hunderten von Toten unter anderem in Sirte wurde nur beiläufig erwähnt und sogleich mit finsteren Missetaten in der Gaddafi-Ära entschuldigt. Auch die internationalen Menschenrechtsorganisationen, die vorher nie müde geworden waren, vorgebliche Gaddafi-Verbrechen anzuprangern, hüllten sich plötzlich in beredtes Schweigen, obwohl bei aufmerksamer Sichtung internationaler (nicht westlicher) Medienberichte schon sehr bald klar wurde, dass es mit der angeblichen Demokratisierung Libyens wohl so schnell nichts werden würde. Die Erfolgsmeldungen über Regierungsbildung, bevorstehende freie Wahlen oder auch nur die Entwaffnung der Milizen wurden seltener, und ganz allmählich verschwand das Land aus dem Fokus westlicher Berichterstattung – bis letzte Woche die Bombe platzte. Mit einem ebenso spektakulären wie mutigen Schritt kündigten die Hilfsorganisationen Amnesty International und „Ärzte ohne Grenzen“ ihren Rückzug aus der einstigen Rebellenhochburg Misrata an.

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