Staatliche Regulierung führt zu Privilegienwirtschaft und geplantem Chaos

Veröffentlicht: 29. Januar 2012 von infowars in Politik, Wirtschaft
von Kalle Kappner
Zu den meistgenannten Lösungsvorschlägen für die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise gehört die Allzweckwaffe der Regulierung. Egal, ob der Laie auf der Straße, der Abgeordnete im Bundestag oder der Experte auf dem Lehrstuhl gefragt wird: In kaum einem Politikfeld besteht ein derartiger Meinungskonsens wie bei der Frage, wie ein vermeintlich dereguliertes und chaotisches Finanzsystem in den Griff zu bekommen ist. Dass Linke und Sozialdemokraten eine stärkere Regulierung der Banken fordern, überrascht nicht weiter, doch auch Konservative und (Ordo-)liberale berufen sich auf die allgemein akzeptierte Ansicht, dass der Staat der Wirtschaft einen strengen Rahmen zu setzen hätte – und dass dieser Rahmen heute viel zu locker wäre.
Marktversagen und politische Wünsche 
Doch was bedeutet Regulierung eigentlich konkret? Die Wikipedia versteht darunter „direkte staatliche Eingriffe in die Wirtschaftsprozesse, um politische Ziele durchzusetzen oder um Marktversagen zu beheben.“

Staatliche Regulierung kann also dazu dienen, politisch gewünschte Ergebnisse, die vom Ergebnis rein freiwilliger Handlungen (dem „Marktergebnis“) abweichen, zu erzwingen. So wird etwa oft behauptet, der freie Markt führe zu einer gesellschaftlich inakzeptablen Einkommens- und Vermögensspreizung und es sei Aufgabe des staatlichen Zwangsapparats, hier korrigierend einzugreifen. Eine solche Begründung für staatliche Eingriffe wird vor allem von hyperrationalistischen Gesellschaftsklempnern aller Couleur gefordert, die den Ergebnissen einer auf Freiwilligkeit basierenden Ordnung grundlegend misstrauen und den Menschen lieber ihre eigene Vision gesellschaftlicher Ordnung aufzwingen wollen.
Staatliche Regulierung kann aber auch durch „Marktversagen“ begründet werden. Sogenanntes Marktversagen besteht immer dann, wenn die Menschen nicht so handeln, wie es realitätsferne Modelle eines „vollkommenen Marktes“ vorhersagen: Etwa, wenn sie nicht allwissend sind, oder wenn sie nicht atomisiert nebeneinander her leben, sondern zusammenarbeiten. Mithilfe dieses Konstrukts begründen selbst grundsätzlich marktwirtschaftlich orientierte Politiker und Akademiker die Notwendigkeit und Wirksamkeit staatlicher Regulierungen.
In beiden Argumentationslinien schimmert eine grundlegende Skepsis gegenüber dem Ergebnis freiwilliger Interaktion zwischen Individuen durch, da diese meistens ein Verhalten an den Tag legen, dass nicht dem Idealbild konstruktivistischer Gesellschaftsklempner oder neoklassischer Ökonomen entspricht. Wie wir sehen werden, ist die staatliche Regulierung nicht nur unwirksam im Sinne ihrer Apologeten, sondern auch höchst schädlich für die gesamte Gesellschaft.
Kommentare
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