Liebe Frau Merkel, so funktioniert Wirtschaft, oder: das Recht des Schwächeren

Veröffentlicht: 20. Dezember 2011 von infowars in Bank Mafia/Finanzen, Wirtschaft, Wirtschaftskrise/ Finanzkrise

Oliver Janich

»So erklärt Merkel ihre Wendepolitik«, titelte die Bild-Zeitung über die Rede der Kanzlerin auf dem CDU-Parteitag. »Es kann nicht sein, dass jemand zwei, drei Jobs hat, aber nicht genug zum Leben«, so Merkel. »Das ist nicht vereinbar mit einer menschlichen Gesellschaft.« Wo sie Recht hat, hat sie Recht, die Kanzlerin. Was sie aber verschweigt, ist, was die Gründe dafür sind, dass die Menschen von ihrer Hände Arbeit nicht mehr leben können. Und fordert prompt mehr von dem, was uns in diese Misere gebracht hat: staatliche Regulierung, diesmal in Form von Mindestlöhnen.

Daher ist es nun geboten, der promovierten Physikerin zu erklären, wie Wirtschaft funktioniert. Dazu müssen wir uns mit dem Liberalismus beschäftigen. Der Liberalismus war ursprünglich eine Bewegung einfacher Bürger unter Führung einiger Intellektueller zur Befreiung von der Gängelung durch die Obrigkeit. Das waren im 17. Jahrhundert und davor im Wesentlichen der Adel, die Kirche (Klerus) und der Staat im Allgemeinen. Zu allen Zeiten gesellte sich noch der Finanzklerus dazu.

Die Befreiung von Adel und Kirche gelang. Übrig blieben der Finanz- und der Staatsklerus, die bis heute eine unheilige Allianz zum Nachteil der einfachen Bürger, insbesondere der Arbeiter eingegangen sind. Diese letzten Privilegien abzuschaffen ist die große Aufgabe unserer Zeit.

Spätestens in der Finanzkrise ist die unheilige Allianz zwischen Finanzindustrie und Staat offenbar geworden. Die Banken haben sich mit den Zentralbanken ein Kartell errichtet, das ihnen erlaubt, Geld aus dem Nichts zu schöpfen und dafür auch noch fette Boni zu kassieren. Die Erhöhung der Geldmenge führt zu Inflation und damit zur Enteignung gerade der Schwächsten in einer Gesellschaft. D-Mark (1948) und Euro (2002) haben seit ihrer Einführung zusammen über 90 Prozent ihrer Kaufkraft verloren. Das wurde den Beziehern fester Einkommen nur zum Teil über Lohnerhöhungen – angepasst an die offizielle und nicht die tatsächliche Inflationsrate, die der Geldmengenerhöhung von circa fünf bis sieben Prozent jährlich entspricht – wiedergegeben. Die Produktivität hat sich in dieser Zeit etwa versechsfacht, jeder müsste sich also das Sechsfache leisten können (wenn nicht beliebig vermehrbares Geld wie zum Beispiel Gold verwendet würde, abzulesen am Goldpreis) und würde daher gar nicht nach Mindestlöhnen fragen.

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Kommentare
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