Junkies enteignen Sparer!

Veröffentlicht: 29. November 2011 von infowars in Bank Mafia/Finanzen, Wirtschaftskrise/ Finanzkrise

Michael Morris

Am 31. Oktober 2011 meldete das US-Finanzunternehmen MF Global Insolvenz an. Die Tragweite dieses Ereignisses, das mittlerweile als »zweiter Fall Lehmann« bezeichnet wird, ist so unvorstellbar groß, dass erst kaum jemand eingehend darüber berichtete. Kurz zusammengefasst: Mehr als 50.000 Kunden wurden »enteignet«, ihre Einlagen in Höhe von etwa 1,2 Milliarden US-Dollar sind verschwunden. Viele europäische Banken (wie die Deutsche Bank) sind in diesen Skandal verwickelt, und die Gefahr ist groß, dass in Europa bald Ähnliches passiert. Wer also jetzt noch Banken vertraut, dem ist nicht mehr zu helfen!

MF-Global-Chef Jon Corzine, der ehemalige CEO von Goldman Sachs, ehemaliger Gouverneur von New Jersey und guter Freund von US-Präsident Obama, war in den vergangenen Monaten als neuer US-Finanzminister im Falle einer Wiederwahl Obamas gehandelt worden. Corzine war ein Überflieger, der sein Finanzunternehmen zu einem der größten auf dem Markt ausbauen wollte. Er litt ganz offenbar an Größenwahn und hatte jeden Kontakt zur Basisstation verloren. Er verzockte 6,3 Milliarden US-Dollar bei Monopoly-Spielen mit europäischen Staatsanleihen. Davon stammten etwa 1,2 Milliarden von seinen ahnungslosen Kunden. Die Guthaben der etwa 50.000 Menschen, die ihm ihr Geld anvertraut hatten, sind verschwunden! Niemand weiß angeblich, wo sie sind! Im Falle einer Bankenpleite sind Kundengelder und Bankenvermögen normalerweise getrennt, im aktuellen Fall aber hatte MF Global offenbar Kundenvermögen mit Bankvermögen vermischt, um die

gigantischen Verluste der Zockerei zu verschleiern und Zeit zu gewinnen. Alle Aufsichtsbehörden, die solches verhindern sollten, haben versagt, und während Corzine weiter auf freiem Fuß bleibt, werden die Anleger mit ihrem Problem alleingelassen. Das verschwundene Geld soll Gerüchten zufolge an JPMorgan überwiesen worden sein – was mich nicht weiter wundern würde …

Der berühmteste MF-Global-Geschädigte ist wohl der Trendforscher Gerald Celente, den ich immer wieder in meinem Buch und in meinen Artikeln zitiert habe. Celente ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie jemand, der selbst das System seit Jahren anklagt und über reichlich Insiderwissen verfügt, der Verlockung, aus Geld noch mehr Geld zu machen, erlegen ist. Celente unterhielt ein Konto bei dem kleinen Broker Lind-Waldock, der nach mehreren Übernahmen letztlich 2007 unter dem Dach von MF Global landete, was Celente offenbar nicht wusste. Oder er maß dem keine Bedeutung bei.

Auf Celentes’ Lind-Waldock-Konto sollen sich mehrere Hunderttausend Dollar befunden haben, mit denen er im Dezember einige von ihm gehaltene Gold-Futures (Versprechen auf Gold) ausüben wollte. Anders ausgedrückt: Er wollte im Dezember sein Barvermögen auf dem Konto gegen Goldbarren eintauschen. Nun ist aber sein Konto leer, und er bekam wegen mangelnder Deckung eines abgeschlossenen Goldgeschäftes einen Margin-Call (Nachschussverpflichtung). Denn zur Deckung eines solchen Geschäftes muss immer eine bestimmte Summe als Sicherstellung (Margin) hinterlegt werden. Es ist also nicht nur sein Geld weg, er ist sogar verpflichtet, weiteres Geld nachzuschießen. Sein vertraglich zugesagtes Gold wird er vermutlich nie sehen.

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