Drucker-Draghis Zielgröße: 1000 Mrd EUR p.a.

Veröffentlicht: 22. November 2011 von infowars in Bank Mafia/Finanzen, EU, Wirtschaftskrise/ Finanzkrise

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von Peter Boehringer
Goldseitenblog.com

Seit etwa zwei Wochen steigen die Zinsen, die der EFSF auf die von ihm begebenen Anleihen zahlen muss. Inzwischen hat er französisches Niveau erreicht – mithin fast 200 Basispunkte mehr als die deutschen Bundesanleihen. Der Markt hat dem EFSF faktisch bereits das so „hart erschlichene“ Triple-A-Rating entzogen. Man kann nun lange jammern, wie unfair das doch alles sei, da doch Amerika und England schlechtere Verschuldungsdaten als z.B. Spanien hätten – und dennoch derzeit „einseitig“ die Euro-Zone abgestraft werde. Von relativen Vorteilen wird man nicht zwingend satt. Und Unfairness in diesem Umfeld gibt es seit vielen Jahrzehnten. Die „Machtachse NY-London“ und ihre Fußtruppen in den Investmentbanken und Ratingagenturen gibt aufmerksamen Beobachtern nicht erst seit 2011 zu denken, sondern wäre seit 40+ Jahren „Food for thought“ gewesen! Wahre Goldbugs, wahre Österreicher und altgediente BuBa-Ordnungspolitiker warnen seit den 1970ern vergebens und seit 2008 zunehmend verzweifelt in ihren Artikel vor den fatalen Folgen der angelsächsischen und auch französischen kurzfristigen und Sparkapital-feindlichen Wirtschaftsphilosophie.

„Finanzkrieg“ => Nein, wirklich? Etwa schlimmer als 1871ff, 1910ff, 1929ff, 1948, und nonstop seit Gründung der Verarmungsmaschine EU? Welche Neuigkeit!

„Risiko einer dramatischen globalen Finanzkrise“ => Tatsächlich? Etwa noch höher als im Sommer 1971, im Januar 1980, im September 2008, im März 2009, im März 2010 – als die westliche Banken-Welt jedesmal faktisch pleite war?
„Die Mittelmeerländer haben einen Primärüberschuss, Amerika nicht“ => Soso. Und die voll dargestellte Leistungsbilanz der PIGS inklusive Zinszahlungen und Fluchtgeldern? Ist die auch im Überschuss? Oder die EU-Gesamtbilanz ex Deutschland? Im Überschuss??

„Wir in Europa wachsen uns aus den Problemen raus!“ => Räusper. Wie meinen? – etwa nominal, à la Keynes – oder besser à la 1923?!

„Food for thought“: in der Tat – seit mindestens 1971 wenn nicht 1913 – ganz sicher nicht erst seit 2011!
Bleibt zuletzt noch die „Bazooka“ der Ultra-Keynesianischen Argumentation: „Wer in einem Finanzkrieg auf seine stärksten Kräfte [EZB-Monetisierung] verzichtet, wird zunächst Schlachten und am Ende den Krieg verlieren“.
=> Komisch: diesen Satz höre ich sinngemäß seit inzwischen 30 Jahren aus den Mündern von Keynesianisten jeder Couleur. Es geht immer und immer wieder „nur noch dieses eine Mal“ und „in dieser ultimativ herausfordernden Ausnahme-Situation“ um „alles“. Derzeit also um das Endspiel des mindestens 40-jährigen Finanzkriegs. Die Ausnahme wird zur Permanenz. Seit Kennedys Sozialprogrammen, seit den Kriegsausgaben des Vietnamkriegs, seit den Ölpreisschocks 1973 und 1979, seit den Sozialkrisen der 1980er, in allen Börsenkrisen 1981, 1987, 2001, 2008, 2010, 2011, in allen politisch-militärischen Krisen, in allen Wahljahren. Und natürlich auch schon zu Keynes´ eigenen Wirkzeiten in den 1930ern und nach dem 2. Weltkrieg. Es gibt für Machtpolitiker immer Gründe, mehr Geld zu drucken als man dem Volk über reine Steuern abnehmen kann. Und die ultimative Waffe ist eben die direkte Monetisierung des Geldbedarfs in Form des Aufkaufs der eigenen Anleihen durch die jeweilige Notenbank.

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Kommentare
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