Anarchokapitalistische Betrachtungen zu Occupy Wall Street

Veröffentlicht: 7. November 2011 von infowars in Anarchie, Propaganda, Protest/Aktivismus, Voluntarismus

Mit einigem Enthusiasmus habe ich die ersten Proteste an der Wall Street verfolgt. Es schien mir, als würden Menschen nun endlich aus ihrem Dämmerschlaf erwachen und die Probleme des Korporatismus analysieren und versuchen, vernünftige Lösungen zu präsentieren.

Mitmachen?

Also engagierten ein paar Freunde und ich uns maßgeblich im Internet für Aufklärung in Bezug auf wirtschafltiche und politische Zusammenhänge. Früh schon wurde uns allerdings klar, dass gerade in Deutschland die Linke versucht, die Proteste für sich zu vereinnahmen. Zudem sprangen andere dubiose Organisationen, wie die „Zeitgeist Bewegung“ auf den Zug auf, oder brachten ihn überhaupt erst ins Rollen.

Oder lieber doch nicht?

Diese Entwicklung betrachteten wir argwöhnisch und verwickelten uns in unzählige Diskussionen, die uns ziemlich schnell klar werden ließen: Dies sind keine „Erwachten“ sondern die gleichen Wutbürger, die bei Spiegel-Online die Kommentar-Spalten zuspammen, wenn Jan Fleischhauer sich zu Wort meldet, die sich bei Indymedia das „Ende des Kapitalismus“ herbei träumen oder sich eine „soziale Marktwirtschaft“ wünschen, in der der Staat hübsch die Reichen besteuert, ihnen das Studium finanziert respektive alle möglichen anderen Leistungen zukommen lässt, die er über Steuern anderen Leuten aus der Tasche zieht.

Wer ist das überhaupt?

Alles in allem ist die Occupy-Bewegung eine äußerst staatsfixierte, generell linke und vor allem wirtschaftlich und politisch ungebildete Veranstaltung. So denn wirtschaftliche Bildung vorhanden ist, bezieht sie sich meist auf die verschwörungstheoretischen Schuldzuschreibungen gegen die „1%“ oder beschränkt sich auf die Kneipenversion von Marx Kapital, den zu lesen man im Occupy-Internet denn auch allerorten aufgefordert wird.

Occupy what I am allowed to occupy

Eine Bewegung der „99%“ zu sein, schreibt sich die Occupy-Bewegung auf die Fahnen. Die Realität sieht anders aus: In Berlin waren es am 15.10.2011 – dem Tag für den die globale „Revolution“ angekündigt war – gerade einmal zwischen 5.000-10.000 Leute, die sich ganz in der Tradition des deutschen Widerstandes dann subversiv ihre Isomatten und Zelte von der Polizei wegnehmen ließen und daraufhin die Legende des „Massakers vom Reichstag“ im Internet propagierten. Nun zeltet die Revolution auf dem Gelände der Parochialkirche in Mitte. Warum? Na, weil sie dort sein darf… (Man fühlt sich unweigerlich an Lenins berühmten Ausspruch erinnert: „Bevor die Deutschen einen Bahnsteig besetzen, kaufen sie vorher eine Fahrkarte.“)

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Kommentare
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