Archiv für 7. November 2011

Ethan A. Huff

Wer den Zusammenhang zwischen quecksilberhaltigen Impfstoffen und Autismus abstreitet, wird sich schwertun, die neuesten Erkenntnisse der Coalition for Mercury-Free Drugs (CoMeD, Koalition für quecksilberfreie Arzneimittel) zu leugnen. Die gemeinnützige Organisation hat einen Antrag auf Freigabe von Dokumenten gemäß dem amerikanischen Freedom of Information Act (FOIA) gestellt. Die nun übergebenen Unterlagen belegen, dass die US-Gesundheitsbehörde CDC (Center for Disease Control and Prevention) eine dänische Studie bewusst falsch dargestellt und manipuliert hat. In der besagten Studie hatte sich eine klare Verbindung zwischen quecksilberhaltigen Impfstoffen und Autismus gezeigt.

2003 hatte die Zeitschrift Pediatrics eine in Dänemark durchgeführte Studie veröffentlicht. Dabei war ein auffallender Rückgang der Zahl von Autismuserkrankungen deutlich geworden, nachdem in dem Land die Verwendung des quecksilberhaltigen Zusatzstoffs Thiomersal [im US-Raum Thimerosal genannt] in Impfstoffen untersagt worden war. Doch aufgrund des korrumpierenden Einflusses der

CDC wurde in der von Pediatrics veröffentlichten Version der Studie das genaue Gegenteil behauptet. Angeblich sei die Zahl der Fälle von Autismus gestiegen, nachdem das Thiomersal weggelassen wurde.

Aus den freigegebenen Dokumenten geht nun hervor, dass CDC-Vertreter große Datenmengen aus der Studie gestrichen hatten, die den Rückgang der Autismusfälle nach dem Weglassen von Thiomersal gezeigt hatten. Die restlichen Daten wurden dann von der Behörde dahingehend verdreht, dass es so aussah, als sei die Zahl der Fälle gestiegen, sodass keine Verbindung zwischen Thiomersal und Autismus bestünde.

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Zahlreiche Gäste erlebten im Rahmen der monatlichen COMPACT-Präsentation (Novemberausgabe) wieder einmal einen unterhaltsamen Abend im Viethaus. Unter dem Titel „Wutbürger gegen Euro-Wahn: Teaparty und /oder Occupy?“ konnte COMPACT-Chefredakteur Jürgen Elsässer drei interessante Gäste begrüßen. Die Teilnehmer an der Runde, Karl Feldmeyer, Oliver Janich und Bastian Menningen standen dabei nicht nur für drei unterschiedliche Ansätze der Kritik am Euro, sondern repräsentierten auch nebenbei drei Generationen und unterschiedliche Politikstile. Auf der COMPACT-Veranstaltung konnten sich diese verschiedenen Politikansätze erstmals auf Augenhöhe begegnen.

Karl Feldmeyer kennt als ehemaliger FAZ-Bundestagskorrespondent wie kaum ein Anderer die politische Szene im Lande. Feldmeyer, einer der Initiatoren der Seite „Abgeordneten-Check“ und eigentlich bekennender Konservativer, konnte dann auch seine Wut über das „Euro-Disaster“ kaum verbergen. „Der Traum eines europäischen Zentralstaates ist ausgeträumt“ stellte Feldmeier fest und beklagte gleichzeitig die spürbare Ratlosigkeit der politischen Klasse. Nur wenige Abgeordnete wie Bosbach, Gauweiler oder Schäffler hätten, so Feldmeyer, unter dem Entscheidungsdruck der letzten Wochen überhaupt noch Alternativen aufgezeigt.

Der Journalist und Autor Oliver Janich, gleichzeitig der Vorsitzende der Partei der Vernunft, prognostizierte den „Systemzusammenbruch“. Als einzige Partei in Deutschland habe die PdV in der Krise einen konsequenten analytischen Ansatz. „Jedes auf Papiergeld und Verschuldung basierende Wirtschaftsmodell“ so Janich „ist in der Geschichte zusammengebrochen.“ Im Kern forderte Janich daher, insoweit eins mit den Grundsätzen der „Tea Party“, das Ende des Geldsozialismus und „die Zentralbank muss weg“. In der Institution der Zentralbank und der Macht „immer neues Geld aus dem Nichts zu schaffen“, sah Janich das eigentliche Problem des aktuellen Wirtschaftssystems. Die Bürger sollen nach dem Willen der PdV ihr Geld frei wählen können.

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Mit einigem Enthusiasmus habe ich die ersten Proteste an der Wall Street verfolgt. Es schien mir, als würden Menschen nun endlich aus ihrem Dämmerschlaf erwachen und die Probleme des Korporatismus analysieren und versuchen, vernünftige Lösungen zu präsentieren.

Mitmachen?

Also engagierten ein paar Freunde und ich uns maßgeblich im Internet für Aufklärung in Bezug auf wirtschafltiche und politische Zusammenhänge. Früh schon wurde uns allerdings klar, dass gerade in Deutschland die Linke versucht, die Proteste für sich zu vereinnahmen. Zudem sprangen andere dubiose Organisationen, wie die „Zeitgeist Bewegung“ auf den Zug auf, oder brachten ihn überhaupt erst ins Rollen.

Oder lieber doch nicht?

Diese Entwicklung betrachteten wir argwöhnisch und verwickelten uns in unzählige Diskussionen, die uns ziemlich schnell klar werden ließen: Dies sind keine „Erwachten“ sondern die gleichen Wutbürger, die bei Spiegel-Online die Kommentar-Spalten zuspammen, wenn Jan Fleischhauer sich zu Wort meldet, die sich bei Indymedia das „Ende des Kapitalismus“ herbei träumen oder sich eine „soziale Marktwirtschaft“ wünschen, in der der Staat hübsch die Reichen besteuert, ihnen das Studium finanziert respektive alle möglichen anderen Leistungen zukommen lässt, die er über Steuern anderen Leuten aus der Tasche zieht.

Wer ist das überhaupt?

Alles in allem ist die Occupy-Bewegung eine äußerst staatsfixierte, generell linke und vor allem wirtschaftlich und politisch ungebildete Veranstaltung. So denn wirtschaftliche Bildung vorhanden ist, bezieht sie sich meist auf die verschwörungstheoretischen Schuldzuschreibungen gegen die „1%“ oder beschränkt sich auf die Kneipenversion von Marx Kapital, den zu lesen man im Occupy-Internet denn auch allerorten aufgefordert wird.

Occupy what I am allowed to occupy

Eine Bewegung der „99%“ zu sein, schreibt sich die Occupy-Bewegung auf die Fahnen. Die Realität sieht anders aus: In Berlin waren es am 15.10.2011 – dem Tag für den die globale „Revolution“ angekündigt war – gerade einmal zwischen 5.000-10.000 Leute, die sich ganz in der Tradition des deutschen Widerstandes dann subversiv ihre Isomatten und Zelte von der Polizei wegnehmen ließen und daraufhin die Legende des „Massakers vom Reichstag“ im Internet propagierten. Nun zeltet die Revolution auf dem Gelände der Parochialkirche in Mitte. Warum? Na, weil sie dort sein darf… (Man fühlt sich unweigerlich an Lenins berühmten Ausspruch erinnert: „Bevor die Deutschen einen Bahnsteig besetzen, kaufen sie vorher eine Fahrkarte.“)

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