Archiv für 14. Oktober 2011

Geo EngineeringMit dem gezielten Verteilen von Chemikalien in der Atmosphäre und den Weltmeeren, dem Reflektieren von Sonnenlicht durch riesige spiegelnde Flächen, durch künstliche Wolkenbildung und dem chemischen Entzug von CO2 aus der Atmosphäre soll dem Klimawandel entgegengewirkt werden – das ist die wahnwitzige Idee einiger Wissenschaftler unter dem Namen Geo-Engineering.
Was nach Ingenieurskunst klingt, ist tatsächlich wohl mehr ein Akt, der aus Verzweiflung, Gier und Größenwahn entspringt.

Die Notlösung wird salonfähig

Was die meisten Menschen wohl als absurde Idee abtun würden, zumal wir die Zusammenhänge des Klimasystems der Erde wohl erst in Ansätzen verstehen und die Folgen unabsehbar wären, wurde nun von der Bundesregierung in einem neuen Gutachten tatsächlich in Betracht gezogen. Der Klimaschutz habe zwar derzeit Vorrang – „Zusätzlich notwendig ist jedoch Forschung zum Climate Engineering“, so der Staatssekretär Georg Schütte bei der Vorstellung des Gutachtens. „Erreichen die internationalen Verhandlungen nicht die erforderlichen Klimaschutzziele, stellt sich zunehmend die Frage einer Reparatur durch Climate Engineering.“

Und wie wir aus der Vergangenheit wissen, wird alles, was erforscht wird, dann auch irgendwann gemacht, so dass es wohl nur noch eine Frage der Zeit ist, bis sich die ersten Großversuche zur „Klimareparatur“ gestartet werden.
Größenwahn

Allein der Gedanke zeugt von Allmachtsfantasien und Größenwahn. Die ganze Erde zu beschatten oder die gesamten Weltmeere mit Eisen zu düngen sind Ideen, die noch bis vor Kurzem wohl kaum jemand laut ausgesprochen hätte – nun werden sie in der Politik langsam salonfähig. In Großbritannien forscht man schon eifrig und startet sogar erste Feldversuche.

Die Probleme liegen auf der Hand: Da das Klima ein globales System ist, haben alle Eingriffe auch globale Auswirkungen – und wie die aussehen, das kann bei der Sensibilität vieler Ökosysteme ehrlicherweise wohl niemand abschätzen.

Trotzdem bastelt man weltweit an Ideen zur Beherrschung des Klimas – es könnte ein großes Geschäft werden. Auch der Weltklimarat IPCC beschäftigt sich mit der Idee. Und beschäftigen tut sie auch ein internationales Bündnis von Umweltorganisationen, das mit einem offenen Brief vor den Klimareparaturversuchen gewarnt hat:

„Die Gefahr ist groß, dass es zu Unfällen, gefährlichen Experimenten, falschen Risikoeinschätzungen, unerwarteten Folgen, unilateralen Aktionen, privaten Profitinteressen, Störungen der Landwirtschaft, zwischenstaatlichen Konflikten und negativen Folgen für den globalen Süden kommt. Die Wahrscheinlichkeit, dass Geo-Engineering eine sichere, dauerhafte, demokratische und friedliche Lösung der Klimakrise bereitstellt, ist gleich Null.“

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von RichardSulik

Mein Name ist Richard Sulík und seit Juli 2010 bin ich der Präsident des slowakischen Parlaments (predseda Národnej rady SR). Meiner Nominierung sind die Parlamentswahlen im Juni 2010 vorgegangen, die für die Partei SaS (Sloboda a Solidarita = Freiheit und Solidarität, gegründet im März 2009), deren Vorsitzender ich bin, sehr erfolgreich waren (12,14%). Außerdem ist die SaS in einer Viererkoalition und stellt die Minister für Soziales, Wirtschaft, Verteidigung und Kultur.

Schon Im Wahlkampf (Frühjahr 2010) haben wir die erste Griechenlandhilfe abgelehnt und waren mit dieser Position nicht die einzige Partei. Unser Hauptargument war, dass diese Hilfe nicht den Griechen selbst zukommt, sondern den Banken (die jahrelang mehr als ordentlich an hohen Zinsen verdient haben) und dass Griechenland die Zahlungsunfähigkeit erklären muss, damit es zu einem wirklichen Schuldenschnitt kommt. Es ist gelungen die erste Griechenlandhilfe im slowakischen Parlament zu stoppen, womit wir dem slowakischen Steuerzahler 800 mil. Euro gespart haben.

Gleichzeitig haben wir für den befristeten Rettungsschirm (EFSF) gestimmt und zwar aus folgenden drei Gründen:

1. Der Rettungsschirm ist auf drei Jahre befristet und es wird keinen dauerhaften Rettungsschirm geben.
2. Es wird nur solchen Ländern ein Darlehen gewährt, bei denen „die Fälligkeitstermine die Tragbarkeit der Schuldenlast gewährleisten“.
3. Es werden nur Länder gerettet (keine Banken).
Wie wir heute wissen, nichts von dem ist wahr und ich persönlich bereue, dass wir damals so gutgläubig waren. Das ist natürlich nicht der einzige Grund, warum die SaS gegen die Erweiterung des EFSF stimmen wird.

Allgemeine Gründe

Der EFSF versucht die Schuldenkrise mit neuen Schulden zu lösen. Das ist wie wenn man versucht ein Feuer mit Ventilator oder Benzin zu löschen und aus diesem Grund ist der EFSF substanziell eine kontraproduktive Lösung.

Der befristete EFSF hat eine Kapazität von 250 Mrd. Euro, von dieser Summe wurden 71 Mrd. Euro für Irland und Portugal ausgegeben, es sind momentan 179 Mrd. Euro verfügbar. Das reicht für kleinere in Frage kommende Länder wie Zypern, Malta, Belgien und Slowenien. Für große Länder Spanien und Italien reicht selbst die Summe des auf 440 Mrd. Euro erweiterten EFSF nicht. Es entsteht also die Frage, für was sollen die 190 Mrd. Euro (Erhöhung von 250 auf 440 Mrd. Euro) benutzt werden?

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