Archiv für 22. September 2011

Der Bundesnachrichtendienst hat eine rätselhafte „Notvernichtungshandlung“ mit Dignidad-Akten vorgenommen

Die Geschichte beginnt 1952, als der Jugendpfleger Paul Schäfer seine Stelle als Kreisjugendwart der evangelischen Kirche verlor, weil er an Kindern homosexuelle Handlungen vornahm. Er gründete daraufhin in Siegburg eine neue Glaubensgemeinschaft, die „Private Sociale Mission“, zusammen mit dem Baptistenprediger Hugo Baar und Heinz Kuhn. 1960 eröffneten sie ein Waisenhaus, und schon im folgenden Jahr erließ das Amtsgericht Siegburg Haftbefehl gegen Schäfer wegen Unzucht mit Abhängigen. Er entzog sich seiner Verhaftung durch Flucht nach Chile, wo er in der Nähe von Parral mit den ihm anvertrauten Kindern die „Colonia Dignidad“ gründete.

Viel ist über die „Kolonie der Würde“ (später Villa Baviera) geschrieben worden. Es ging immer um Drogenmissbrauch und Folter, und vor allem um den fortgesetzten sexuellen Missbrauch durch Paul Schäfer. Doch auch in Chile schützte ihn eine unsichtbare Hand. 1973 kam der Militärputsch und die CD wurde ein Folterzentrum. Nun wurden auch, so berichteten Überlebende, Kinder den Generälen und Diplomaten zugeführt, die an ihnen ihre Phantasien ausleben können. Bis heute ist die vor einigen Jahren beschlagnahmte Kartei mit 40.000 Namen und Fotos ein Staatsgeheimnis.

Die Deutsche Botschaft unterstützte Paul Schäfer jahrelang und verkaufte in Santiago Schwarzbrot und Sauerkraut aus der „Kolonie der Würde“. Und in Deutschland rief der Waffenhändler Gerhard Mertins den „Freundeskreis der Colonia Dignidad“ ins Leben. Mertins hatte für den Bundesnachrichtendienst illegal Waffen in Krisengebiete verschoben, war aber am Ende straffrei ausgegangen. Mehrere Mal besuchte er Paul Schäfer, dessen Kolonie inzwischen in den Bergbau und in die Herstellung von chemischen Waffen eingestiegen war („Project Andrea“). Für Mertins war die Colonia Dignidad ein „Paradies“ – teilte er mir 1980 bei meinem Besuch auf seinen Gut Buschof mit. Seine Mitstreiter waren der ZDF-Journalist Gerhard Löwenthal, der Münchner CSU-Stadtrat Wolfgang Vogelsgesang und der ehemalige deutsche Botschafter, Erich Strätling. Mertins: „Vorerwähnte Herren waren in Dignidad und haben die gleichen positiven Eindrücke gewonnen wie ich.“

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John Maynard Keynes, der Vater des Konzepts staatlicher Konjunkturprogramme, sagte einmal über die Inflation:

 

»Mit diesen Mitteln kann sich eine Regierung insgeheim und unbeobachtet des Reichtums der Bevölkerung bemächtigen, und nicht einer von einer Millionen Menschen wird den Dieb entdecken.«

 

Der Chef der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed), Ben Bernanke, räumte am 16. Juli 2008 ebenfalls ein, dass die Inflation eine Besteuerung des amerikanischen Volkes darstelle:

Das Drucken von Geld (und die damit zwangsläufig verbundene Ausweitung der Geldmenge) erzeugen Inflation.

 

Aber die »quantitative Lockerung« (»Quantitative Easing«, zum Beispiel durch eine Niedrigzinspolitik oder den Ankauf von Staatsanleihen durch die Zentralbank, bedeutet eine Ausweitung der Geldmenge) kommt nur den großen Finanzunternehmen der Wall Street und sonst niemandem zugute (siehe dazu auch: Bloomberg, Zerohedge und AIER. Aber wir können uns unseren Weg aus der Schuldenkrise nicht mit Inflation erkaufen. Tatsächlich wusste Bernanke bereits 1988, dass die Politik der »quantitativen Lockerung« nicht funktioniert.

(Kriege führen ebenfalls zu Inflation, und wir führen seit zehn Jahren eine ganze Reihe schier endloser Kriege.)

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