Euro-Krise: Griechenland macht Illuministen Strich durch die Rechnung

Veröffentlicht: 14. September 2011 von infowars in EU, Wirtschaft, Wirtschaftskrise/ Finanzkrise
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Den Versprechungen des griechischen Premierministers Papandreou glaubt keiner mehr. Die Neue Weltordnung kann ihre europäische Fiskalunion jedenfalls abschreiben, die Wähler der Eurozone würden dies ohnehin nicht akzeptieren

Bob Adelmann, The New American, 11.09.2011

Die am Samstag in Thessaloniki gehaltene Rede des griechischen Premierministers George Papandreou sollte eigentlich dazu dienen, den griechischen Bürgern zu versichern, dass alles in Ordnung sei. Darüberhinaus wollte er gegenüber den Haltern von griechischen Staatsanleihen bekräftigen, dass sie ihr Geld wiedersehen würden.

Papandreou erklärte, die oberste Priorität der Regierung bestünde darin, „das Land vor dem Bankrott zu bewahren.“ Weiter sagte er:

„Wir haben uns dafür entschieden zu kämpfen, um eine Katastrophe für unser Land und unsere Bürger zu verhindern: Den Bankrott. Wir werden im Euro bleiben. Und das hieß und heißt schwierige Entscheidungen…Selbst wenn die Rezession in diesem Jahr [das Land ist seit nunmehr 3 Jahren in einer Rezession] stärker ausfällt als die Schätzungen internationaler Organisationen, auf denen der mittelfristige Fiskalplan [um zusätzliche Rettungsgelder der EZB zu erhalten] beruhte, wird Griechenland ungeachtet dessen seinen fiskalischen Zielen nachkommen und alles in diese Richtung Notwendige tun.“

Zu diesen schwierigen Entscheidungen gehörte unter anderem die Anhebung der Mehrwertsteuer, die Jagd auf Steuersünder, der Abverkauf griechischen Staatsvermögens, die Entlassung von 20.000 Angestellten des öffentlichen Dienstes und Gehaltskürzungen bei anderen Staatsbediensteten sowie die Erhebung einer einmaligen „Solidaritäts“-Steuer – Entscheidungen, die die griechischen Bürger derart aufbrachten, dass zu seiner Rede 20.000 von ihnen (wahrscheinlich weil Thessaloniki im weniger stark besiedelten Norden Griechenlands liegt) erschienen, um gegen ihn und sein Kabinett zu demonstrieren.

Zuvor hatte Papandreous Finanzminister Evangelos Venizelos bereits gewarnt, dass die Lage der Griechen „kritisch“ sei und die nächsten zwei Monate „für unsere Existenz von entscheidender Bedeutung“ wären. Venizelos versuchte auch Gerüchte einzudämmen, dass die Situation so trostlos sei, dass Griechenland am Ende vielleicht doch die Zahlungsunfähigkeit erklären und aus dem Euro austreten müsste.

Derartige Gerüchte nannte er „ein Spiel mit schlechtem Beigeschmack; eine organisierte Spekulationsmaßnahme gegen den Euro und die Eurozonenländer“ und erklärte, dass Griechenland mit den von der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds abverlangten Austeritätsmaßnahmen fortfahren werde, „ohne dabei irgendwelche politischen Kosten zu berücksichtigen.“

Die Chancen, dass das griechische Haushaltsdefizit durch diese drakonischen Maßnahmen auf die geforderten 7,5% des BIP absenkt wird, damit Griechenland die nächste Tranche an Rettungsgeldern in Höhe von USD 10 Milliarden erhalten kann, liegen praktisch bei null.

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