Archiv für 5. September 2011

Die Opportunitätskosten der politischen Handlung!

Veröffentlicht: 5. September 2011 von infowars in Anarchie, Politik, Voluntarismus

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In der Regel wird der Begriff Opportunitätskosten, auch Alternativkosten genannt, in ökonomischen Zusammenhängen verwendet. Er bedeutet im Prinzip, dass man, wenn man sich beispielsweise entscheidet, sein Geld in das Projekt A zu investieren, nicht die Möglichkeit hat, die Erträge einer Investition in das Projekt B zu realisieren. Man könnte also sagen, es handelt sich um die Kosten nicht wahrgenommener Alternativen.

In diesem Artikel möchte ich den Bogen jedoch etwas weiter spannen und den Begriff nicht nur auf die Ökonomie, sondern auf jede Handlung und besonders auf die politische Aktivität beziehen.

Generell liegen Handlungen immer Bedürfnisse zugrunde, die wir befriedigen wollen. Meistens gibt es jedoch verschiedene Wege, diese Befriedigung zu erreichen. Haben wir beispielsweise Hunger, können wir uns entscheiden einen Hamburger zu essen oder einen Salat. Wählen wir den Hamburger, könnte das vielleicht besser schmecken, aber der Gesundheit langfristig abträglich sein. Hier wären die Fettablagerungen und der Anstieg des Cholesterinspiegels die Opportunitätskosten. Hätten wir uns für den Salat entschieden, wäre der Genuss vielleicht geringer.

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Michael Brückner

Würden nicht Politiker oder Verfassungsrichter über die Zukunft des Euro entscheiden, dann wären die Tage der Gemeinschaftswährung in ihrer derzeitigen Form wohl gezählt. In einer Umfrage für die ARD und die Tageszeitung Die Welt bekannten drei Viertel der Befragten, sie fürchteten wegen der Euro- und Schuldenkrise um ihren Wohlstand. Und rund 80 Prozent der Bürger sind der Überzeugung, das Schlimmste komme erst noch. Angetrieben von den mächtigen Lobbyisten der exportorientierten Großindustrie und der Banken werden die Regierungen alles versuchen (»Koste es, was es wolle«), um den Euro mit weiteren milliardenschweren Garantien und Finanzspritzen eine Weile am Leben zu erhalten. Dabei ist die Europäische Währungsunion längst ins Stadium der Agonie getreten. »Das Euro-Abenteuer geht zu Ende«, davon sind die fünf Professoren überzeugt, die vor dem Bundesverfassungsgericht gegen den sogenannten Euro-Rettungsschirm klagten. Und so lautet denn auch der Titel ihres topaktuellen Buches, das jetzt im Kopp Verlag erschienen ist.

Wilhelm Hankel, Wilhelm Nölling, Karl Albrecht Schachtschneider, Dieter Spethmann und Joachim Starbatty – sie alle schreiben Klartext. Mit ihren Analysen liefern sie dem Leser genau das, was sich Millionen von Sparern und Verbrauchern in dieser Krise wünschen: endlich kein beschwichtigendes Polit-Kauderwelsch, sondern eine auf den Punkt gebrachte Diagnose. Die Professoren entlarven die dreistesten Euro-Lügen und erläutern, weshalb die aktuelle Krise von Anfang an geradezu

vorbestimmt war. Die Autoren sind – das betonen sie gleich zu Beginn des Buches – keine Anti-Europäer. Im Gegenteil, sie wollen Europa retten, indem sie mit ihrem Werk an die Bürger appellieren.

Das erscheint ihnen dringend geboten, weil die Mainstreammedien alle möglichen Behauptungen der Politiker und Wirtschaftsvertreter kritiklos ans Volk weitergeben. »Alles ist schamlos fantasiert«, kritisieren die Autoren. Weder bräche das Euro-System zusammen, wenn jene Länder ausschieden, die wirtschaftlich zu schwach seien, seine Spielregeln einzuhalten. Noch hänge Europas Stärke von der Einheitswährung ab. »Wenn Deutschlands Exportwirtschaft boomt, hat das andere Gründe als den Euro … Der Anteil der deutschen Exporte in Euroländer ist trotz der dort zu erzielenden Inflationsgewinne annähernd konstant geblieben«, schreibt der Wirtschaftswissenschaftler und ehemalige Präsident der Hessischen Landesbank, Professor Wilhelm Hankel. Der Euro nutze Deutschland, werde zwar behauptet, tatsächlich aber habe die Bundesrepublik für den Euro gezahlt – und das nicht zu knapp, schreibt Hankel. Er kritisiert zudem die Rolle der Europäischen Zentralbank (EZB). Sie sei zu einer »Bad Bank« mutiert, da sie ihr Portefeuille mit Staatsanleihen und anderen Vermögenswerten fülle, für die es keinen Markt gebe.

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Die “Formulierungshilfe für die Fraktionen der CDU/CSU und FDP” zum “Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Gesetzes zur Übernahme von Gewährleistungen im Rahmen eines europäischen Stabilisierungsmechanismus” vom Finanzministerium unter Minister Dr. Wolfgang Schäuble.

Eine kleine Analyse.

Entgegen der allgemeinen Darstellung in der Presse hat die Regierung gestern bezüglich der geplanten Ermächtigung für eine Änderung des Rahmenvertrages der Bundesrepublik Deutschland mit der luxemburgischen Aktiengesellschaft EFSF, auch genannt “Euro-Rettungsfonds, bzw “Euro-Rettungsschirm”, offiziell keinen Gesetzentwurf erstellt, oder gar ein Gesetz beschlossen (das kann nur der Gesetzgeber, der Bundestag), sondern der Unionsfraktion von CDU und CSU, sowie der FDP eine “Formulierungshilfe” mitgegeben. Laut Angaben aus der CDU/CSU-Fraktion wird diese am Montag (5.9.) den endgültigen Gesetzentwurf beschliessen, der dann am Mittwoch in erster Lesung im Bundestag beraten werden soll.

Aus der “Formulierungshilfe” ist bereits von den Redaktionen von “Die Welt” (1), sowie der “Morgenpost” (2) zitiert worden. Auf keiner Seite der fünf Bundestagsfraktionen ist die “Formulierungshilfe” bisher online gestellt worden. Auch auf der Webseite des Bundestages ist sie bisher nicht zu finden. Doch das Bundesfinanzministerium stellte nun dankenswerterweise die “Formulierungshilfe” auf ihre Webseite. (3)

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