Von der Verwandlung des Mannes in ein sorgendes Haustier – ein Nachruf!

Veröffentlicht: 27. August 2011 von infowars in feminismus, Genderismus

Eva Herman

Ein Mann und eine Frau liegen nachts im Bett. Plötzlich hören die beiden das Zerbersten von Fensterscheiben, klirrend fällt Glas zu Boden. Offensichtlich wird gerade eingebrochen im Haus. Der Mann will aus dem Bett springen. Doch die emanzipierte Frau hält ihn zurück: »Lass mal, Schatz, ich mach das schon!«

Ein Witz? Ja, auf jeden Fall ist das ein Witz. Und kein schlechter. Denn bei aller Emanzipationsentwicklung: Für die Drecksarbeit bleibt uns Frauen zum Glück doch immer noch der Mann. Da darf er Held sein. Man stelle sich nur vor, er würde in diesem Moment die Bettdecke über die Ohren ziehen und darauf warten, dass Muttern den Fall klärt. Dann wäre aber was los, daheim am Küchenherd! Nein, nein, Emanzipation geht anders. Frau sucht sich aus, wo sie Gas geben will, und Mann wartet ab, was für ihn noch zum Heldentum übrig bleibt.

Das sind keine bösartigen Unterstellungen, sondern schlichte Feststellungen der heutigen Realität. Das hat auch der Schriftseller und Autor Michael Klonovsky erkannt. Er hat ein feines, klar strukturiertes Büchlein geschrieben über den Niedergang der Männlichkeit: Der Held – ein Nachruf. Ohne Pathos, ohne Tränen, sondern nüchtern, wie Männer nun einmal sind.

Feministisch wurde er zu- und hingerichtet, von seiner tradierten Rolle wurde er damit weitgehend emanzipiert, der heutige westliche Mann. »Ein Geschöpf, das weder Heroismus noch Größe kennt oder gar verkörpert. Er hat sich vielmehr damit arrangiert, dass bereits der Begriff Männlichkeit jenseits der Welt des Parfüms tabu ist.«

Der Mann von heute, nicht nur nach Klonovsky ein bedauernswertes Wesen: Er schlägt und unterdrückt Frauen, lebt ständig an der Grenze zur Vergewaltigung und gefährdet als sozialer Idiot mit seiner Aggressivität das gesellschaftliche Zusammenleben. Mit seinem Testosteron-Überschuss balanciert er täglich am Burn-out und bevölkert keine Arenen mehr, dafür jedoch zunehmend psychiatrische Praxen. Spielplatz statt Kampfplatz, heimatlos in der Männerwelt, dafür bestens eingearbeitet in Küche und Haushalt. Er diskutiert alle Probleme aus, anstatt sich auf sein Pferd zu schwingen und schweigend durch den Wald zu reiten. Gegen Schmerzen hat er Tabletten, sein Geld verdient er im Sitzen und nicht durch Manneskraft. Mit seiner zweiten Haut durch Jack Wolfskin schützt er sich nicht nur bei Wind und Regen, sondern auch beim Brötchenholen. Klaglos stellt er beim Check-In seine Schuhe aufs Band: Sicherheit ist heute das Allerwichtigste. Der moderne Krieger im Boss-Anzug ist die Schrumpfversion des Waffenträgers von einst.

Der Abgesang der Männer ist längst angestimmt, übrig geblieben ist ein watteweicher Softie, ein Warmduscher, ein männliches Nichts. Geht es noch weiter abwärts? Aber sicher: Bis zur Unsichtbarkeit werden wir den Mann degradieren. Helden? Abenteurer? Kämpfer? Fehlanzeige.

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