Unveröffentlichte Wikileaks-Einsendungen wandern in den Datenschredder, das “chinesische Paket” beibt unter Verschluss

Veröffentlicht: 25. August 2011 von infowars in China, Geheimdienst

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Foto: Andreas Gaufer

Als Daniel Domscheit-Berg sich 2010 von Wikileaks verabschiedete, folgte ihm unter anderem “Der Architekt”, ein weiterer deutscher Programmierer der seinen selbst entwickelten, fortschrittlichen elektronischen Postkasten mitnahm. Julian Assange hinterließ man zwar das vorhergehende System im ursprünglichem Zustand, bis heute jedoch bietet der Australier auf seiner offiziellen Seite keine Möglichkeit mehr an, über das Internet Daten einzureichen, dies trotz hunderttausender Dollars an Spendengeldern. Bei dem Weggang nahm Domscheit-Berg noch mehr mit als nur Personal und Technik: Einen mysteriösen Satz an unveröffentlichtem Material. Heise berichtete kürzlich:

Der Gründer der Whistleblower-Plattform OpenLeaks, Daniel Domscheit-Berg, will die von Wikileaks mitgenommenen Dateien nun vollständig löschen. Das bestätigte der ehemalige Mitstreiter von Wikileaks-Chef Julian Assange gegenüber heise online. “Bevor ich ein Risiko für die Quellen eingehe, gehe ich lieber auf die sichere Seite”, sagte Domscheit-Berg am Freitag. Die von unbekannten Whistleblowern auf Wikileaks hochgeladenen Daten sollen nun unter notarieller Aufsicht gelöscht werden.

Andy Müller-Maguhn vom Chaos Computer Club hatte nach eigenen Angaben monatelang erfolglos versucht, zwischen den beiden Plattformen zu vermitteln. Assage, dem aus dem eigenen Umfeld immer wieder vorgeworfen wurde viel Geld von seinen Partnern unter den Massenmedien für einen exklusiven Vorabzugriff verlangt zu haben, betrachtet den verschwundenen Datensatz als “sein Besitztum” und seine Businessgrundlage. Domscheit-Bergs Organisation Openleaks hat wiederholt erklärt, nichts selbst zu veröffentlichen sondern nur eine Infrastruktur für das Leaken bereitzustellen. Der deutsche Aktivist gab bereits in seinem Buch “Inside Wikileaks” zu erkennen, wovon er eine Rückgabe des Pakets abhängig mache:

“Wir warten bis heute darauf, dass Julian die Sicherheit wiederherstellt, damit wir ihm auch das Material zurückgeben können, das auf der Submission-Plattform lag. Es wird derzeit sicher verwahrt. Wir haben an dem Material kein Interesse, auch für Openleaks werden wir es nicht verwenden.”

Nachdem Assange durch die zweifelhaften Einsendungen des US-Soldaten Bradley Manning zum internationalen Superstar avanciert war, wurde alles andere abseits der Sensationen aus dem US-Militär zurückgestellt. Zahlreiche verschiedene Einsender warteten vergeblich auf eine Sichtung und Veröffentlichung, unzählige Spender warteten auf andere Leaks als nur Irak-Logs, Afghanistan-Logs und Cablegate. Es scheint jedoch noch ein weiterer, separater und unveröffentlichter Datensatz zu existieren, das sogenannte “chinesische Paket”. In Briefen an potentielle prominente Unterstützer wie Daniel Ellsberg prahlte Assange bereits zu Anfangszeiten seiner Organisation mit rund einer Million Seiten an Dokumenten. Die SPIEGEL-Autoren Marcel Rosenbach und Holger Stark schreiben in ihrem Werk “Staatsfeind Wikileaks”:

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