»Erste Hilfe« für Finanz-Aristokratie: 1,2 Billionen Dollar für die Banken

Veröffentlicht: 23. August 2011 von infowars in Bank Mafia/Finanzen, Wirtschaft, Wirtschaftskrise/ Finanzkrise

Michael Brückner

Die Summe ist atemberaubend – und sie wirft Fragen auf: Mit 1,2 Billionen US-Dollar (ausgeschrieben: 1.200.000.000.000) griff die amerikanische Notenbank während der Finanzkrise in den Jahren 2007 bis 2009 Geschäftsbanken im In- und Ausland unter die Arme. Die U.S. Federal Reserve stieg damit vorübergehend zur Weltnotenbank auf. Brisante Details dieser massiven Hilfe vor allem für die Finanz-Aristokratie an der Wall Street wurden jetzt bekannt.

»Too big to fail«, so wurde lange Zeit die angebliche »Unsinkbarkeit« von weltweit agierenden Großbanken begründet. Sie dürfen nicht scheitern, weil die Auswirkungen für das gesamte

Finanzsystem verheerend wären. Heutzutage spricht man in diesem Zusammenhang von »systemischen Risiken«, was aber letztlich auf das gleiche hinaus läuft. Oft wurde die Frage gestellt, weshalb vor und nach der Pleite von Lehman Brothers beinahe alle in Schieflage geratenen Geldhäuser mit unglaublichen Summen gerettet wurden, ausgerechnet die gestrauchelte traditionsreiche New Yorker Investmentbank aber nicht. Eine der möglichen Erklärungen: Die globale Finanzwirtschaft wollte einmal ganz praktisch demonstrieren, was es heißt, wenn systemische Risiken eintreten. Sollte dies die Absicht gewesen sein, so hätte sie sich als Volltreffer erwiesen, denn spätestens seit Lehman traut sich keine Regierung und keine Notenbank mehr, eine Großbank einfach in die Insolvenz zu entlassen. Ähnlich wie bei der angeblichen Euro-Rettung lautet die Devise auch bei Bankenkrisen: »Wir retten, koste es, was es wolle«.

Was es unter anderem die Fed gekostet hat, darüber herrscht jetzt zumindest Klarheit. Nicht weniger als 1,2 Billionen US-Dollar an Krediten vergaben die Notenbanker um Chairman Ben Bernanke an in- und ausländische Geldinstitute. Morgan Stanley ließ sich mit über 107 Milliarden US-Dollar unter die Arme greifen, die Citigroup Inc. lieh sich knapp 100 Milliarden von der Notenbank, und die Bank of America Corp. (BAC) war mit über 91 Milliarden dabei. »Wir sprechen immerhin über die amerikanische Finanz-Aristokratie, die ohne das Geld der Fed den Bach hinunter gegangen wäre«, kommentiert Robert Litan, ein ehemaliger leitender Beamter des Justizministeriums, den Vorgang entsetzt.

Besonders pikant: Ein Jahr vor der billionenschweren Hilfe durch die Fed hatten die führenden US-Banken noch Rekordgewinne verzeichnet – nicht zuletzt dank ihrer fragwürdigen Immobilien-Engagements und der Weitergabe von Darlehenspaketen mit miserablen Bonitäten. BAC strich 2006 einen Gewinn von 21,1 Milliarden US-Dollar ein, Citigroup Inc. erwirtschaftete knapp 20 Milliarden.

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