Archiv für 15. Juli 2011

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Wir alle wollen glauben, dass derzeit in den Schlagzeilen befindliche Hacker-Organisationen vergleichbar sind mit den Rebellen in den berühmten Star Wars-Filmen: Opferbereit, grandios organisiert, hochmoralisch, hochmotiviert und in der Lage, den Todesstern des Imperiums zu sprengen weil sie einen kleinen Schwachpunkt in der Verteidigung des Feindes entdeckt haben. Jeder der einmal versucht hat, seine eigene “Rebellenorganisation” zu leiten wird wissen, dass das echte Leben nicht wirklich mit der Filmwelt vergleichbar ist.

Wikileaks, Anonymous, LulzSec und andere Gruppen schienen und scheinen zuweilen immer noch wie ein Traum; sie stehlen belastende Daten vom Pentagon, von Rüstungskonzernen, Sekten und andere düsteren Schergen. Ist dies die nächste Generation des Informationskrieges oder zum großen Teil Showbiz? Normalerweise urteilt man in erster Linie über die Dokumente selbst – aber das schiere Ausmaß an Geheimniskrämerei und Undurchsichtigkeit kann schnell ein viel größeres und komplexeres Bild verschleiern.

Anonym heißt keine Transparenz

Anonymous und Wikileaks nutzten lange Zeit einen PR-Gag den die Unterhaltungsbranche als “Rätselkiste” bezeichnet. Solange wir nicht den genauen Inhalt der mysteriöse Kiste kennen und wir mit schwammigen Hinweisen und übertriebenen Behauptungen bei der Stange gehalten werden, sind wir gespannt und fasziniert. Es war immer vorauszusehen dass es enttäuschend sein wird, letztendlich herauszufinden wer Laura Palmer umgebracht hat. Es war viel interessanter zu rätseln und im Dunkeln zu tappen.

In der Musikindustrie ist eine Plattenfirma dann zufrieden, wenn das Publikum sich nicht nur an ein Lied erinnert sondern auch an den Bandnamen und irgendein Bild damit verbindet. Eines der primären Ziele derzeit prominenter Hackergruppen ist die Etablierung einer Marke mit hohem Wiedererkennungswert. Die Gruppe Anonymous “bedient” sich zu diesem Zweck bei dem Film V wie Vendetta des Hollywood-Studios Warner Brothers, in dem der mysteriöse Superheld einen Mantel und eine Guy Fawkes-Maske trägt während er versucht, mit allen Mitteln eine Diktatur zu bekämpfen. Der Haken an dem Gimmick ist, dass Fawkes anscheinend ein getäuschter Mitläufer gewesen war der den Aristokraten mit seinem Gunpowder Plot in die Hände spielte. Der Historiker Webster Tarpley erklärte dies ausführlich:

“…stell’ einen falschen Plan auf, stopf ihn voll mit Katholiken, Fanatikern, Leichtgläubigen und eigenen Doppelagenten und häng die Sache dann dem Vatikan an, dem Papst und den Jesuiten. Und benutze das um Jahrzehnte an absoluer Hysterie zu schaffen. Und natürlich um einen Polizeistaat zu errichten.”

http://www.progressivepress.com/peaceweek/cloakandgunpowder.html

Es ist irreführend, Anonymous als eine kohärente Organisation zu bezeichnen, da prinzipiell jeder mit den Fähigkeiten, in anderer Leute Systeme einzubrechen, sich Bilder von Guy Fawkes-Masken besorgen und die einschlägigen Slogans verwenden kann (“We are Legion”, “Expect us”). Der Schutz durch (vermeintliche) Anonymität hat auch gravierende Nachteile: Oft kennen sich die einzelnen Mitglieder gegenseitig nicht sonderlich gut, was sie enorm verwundbar macht für Infiltration und Cyberangriffe unter falscher Flagge.

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Die wahren Kosten der Kriege Amerikas

Veröffentlicht: 15. Juli 2011 von infowars in Bank Mafia/Finanzen, Krieg, USA

Bei seiner Afghanistan-Rede am 22. Juni hat Präsident Obama verraten, dass »wir für den Krieg in den letzten zehn Jahren eine Billion Dollar bezahlt haben«. Dabei wusste er genauso gut wie jeder andere, der die Kriege unter Bush und Obama im genannten Zeitraum aufmerksam beobachtet, dass diese Zahl irreführend und untertrieben war.

Allerdings haben nur wenige in Amerika Washingtons Kriege im 21. Jahrhundert so genau verfolgt, deshalb erscheint ihnen die Billion wahrscheinlich nicht abwegig. Aber eine solche Summe für zehn volle Jahre – wenn sich schon allein die Kosten für die Klimaanlagen für die US-Truppen in Afghanistan und Irak jährlich auf 20,2 Milliarden Dollar belaufen – hat nichts mit der Realität zu tun.

(Es ist schwer, sich eine Billion vorzustellen, deshalb sei hier noch einmal die folgende Vergleichsmethode angeführt, die wir schon früher verwendet haben: Sechzig Sekunden sind eine Minute. Eine Million Sekunden sind grob gerechnet elfeinhalb Tage. Eine Milliarde Sekunden sind 32 Jahre, und eine Billion Sekunden sind 32.000 Jahre.)

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Foto: mar is sea Y (Wikimedia/Flickr)

Wired Magazine hat nun die fast vollständigen Chatlog-Aufzeichnungen zwischen der Wikileaks-Quelle Bradley Manning und dem Hacker Adrian Lamo veröffentlicht. Bislang wurden einige Teile zurückgehalten, um sensible private Informationen zu schützen die keinen Einfluss auf die Ermittlungen hätten. Lamo hatte jedoch in Interviews mehrfach unveröffentlichte Aspekte angesprochen, die nicht den privaten Bereich betreffen.

Wir erfahren dass Mannings Vater ein Alkoholiker mit Hang zur häuslichen Gewalt gewesen sei, die Mutter eine emotional instabile Person die dem Druck nicht gewachsen war. In dem engstirnigen Kaff galt der junge Bradley als mädchenhafter, wenngleich auch intelligenter Junge. Eines Tages jagte der Vater seinen Sohn im Alkoholrausch mit einer geladenen Schrotflinte aus dem Haus, Schüsse treffen glücklicherweise nur die Einrichtung.

Mit einem dermaßen unzureichenden und tyrannischen männlichen Vorbild entwickelte Bradley eine gestörte geschlechtliche Identität. Zusätzlich zu seiner Homosexualität meint er irgendwann zu entdecken, lieber eine Frau zu sein und erwägt nach ein paar Versuchen in der Öffentlichkeit mit Frauenklamotten sogar eine Geschlechtsumwandlung. Ohne Support-System – weder durch Familie noch Freunde oder eine stabile Beziehung – platzt er schier vor dem Drang, sich endlich jemandem anzuvertrauen der ihm ähnlich ist und der Erfahrung hat mit Hacking.

Die Welt ist manchmal klein, so klein dass die beiden zwei gemeinsame Bekannte bzw. verflossene Liebschaften haben, “Lauren” und “Tyler Watkins”:

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