Hochmut kommt vor dem Fall: Aus für die deutsche Frauen-Fußballnationalmannschaft

Veröffentlicht: 12. Juli 2011 von infowars in Deutschland
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Gerhard Wisnewski

Na, das ging ja nochmal gut. Mit dem Ausscheiden der deutschen Frauen-Nationalmannschaft aus der Fußball-WM blieb uns ein großes Gender-Mainstreaming-Spektakel erspart: Die deutsche Frauenmannschaft im Endspiel oder gar als Weltmeister im »eigenen Land«. Nach dem Motto: »Was die Männer nicht können, das schaffen die Frauen natürlich locker.« Doch der Fußballgott hatte ein Einsehen und stoppte die »Damen« bereits im Viertelfinale. Erstaunlich eigentlich, denn dabei war der Titel doch fest eingeplant …

»Und Weltmeister wird … Deutschland! «, titelte die Münchner Abendzeitung in ihrer Ausgabe vom 9./10. Juli 2011. »Am Samstag gegen Japan sind die DFB-Frauen Favorit gegen die Japanerinnen. Die große AZ-Analyse aller verbliebenen Teams zeigt, wieso dies auch bis zum Finale so bleiben wird«. Toll. Team und Trainerin hätten wieder zueinander gefunden, analysiert AZ-Reporter Frank Hellmann fachkundig weiter. Das 4:2 gegen Frankreich habe Blockaden gelöst. Der Weltmeister (also die deutsche Frauen-Nationalmannschaft) vereine »spielerische und kämpferische Qualitäten«. Das »4-4-2-System mit Doppel-Sechs« der Trainerin Sylvia Neid sei »dem Kader auf den Leib geschnitten«, drischt AZ-Hellmann wacker Fussballphrasen. »Gegen Japan wird gejubelt«. Eh klar. Aber nicht nur das, sondern auch »am Mittwoch in Frankfurt im Halbfinale gegen Schweden«. Und »dann ist dort noch ein Endspiel – und später ein Empfang am Römer«.

Prophezeien ist schwer – vor allem, wenn es um die Zukunft geht

»Darum gewinnt Deutschland gegen Japan«, wusste am 8. Juli 2011 auch die Augsburger Allgemeine ganz genau und präsentierte gleich »zehn Gründe, warum Deutschland gewinnt«: »Die Bilanz, der Heimvorteil – alles spricht für Deutschland im WM-Viertelfinale gegen Japan. Dazu noch Nadine Angerer im Tor.« »Das Viertelfinale Deutschland gegen Japan kann nur einen Sieger haben. Und der wird Deutschland heißen«, hokuspokusste auch FOCUS Online. Und auch die Kanzlerin tippte natürlich: »2:1 für Deutschland«.

Doch daraus wird nun nichts. Prophezeien ist eben schwer – »vor allem, wenn es um die Zukunft geht«, wusste schon der Schweizer Theologe Markus M. Ronner. Quälende 120 Minuten lang versuchten die deutschen Frauen am Samstagabend (9. Juli 2011) in Frankfurt ein Tor gegen Japan zu machen, doch vergeblich. Dafür fingen sie eins: Das Spiel endete mit 0:1; die deutsche Frauen-Mannschaft ist draußen.

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