Archiv für 31. Mai 2011

S. L. Baker

Die heutigen Ärzte lernen in ihrer Ausbildung, die Notwendigkeit – und die potenziellen Gefahren – jedes Medikaments, das sie verschreiben, kritisch zu hinterfragen. Und Chirurgen operieren nur, wenn sie physisch und geistig in der Lage sind, sicherzustellen, dass sie ihren Patienten keiner Gefahr aussetzen, stimmts? Leider zeigen zwei neue Untersuchungen, dass diese Annahmen falsch sind. Stattdessen liefern sie kritische Gründe, warum die vorherrschende Medizin ihre Gesundheit gefährden und sogar die Leben bedrohen kann.

Quintessenz: Medizinstudenten wird über einen verborgenen Lehrplan, der von den großen Pharmakonzernen entwickelt und umgesetzt wird (mit Zustimmung der medizinischen Fakultäten) beigebracht, die Verschreibung der von ihnen hergestellten Medikamente zu fördern. Gleichzeitig operieren zahllose Chirurgen, und schädigen manchmal ihren Patienten, weil ihre Leistungsfähigkeit durch Übermüdung und Schlaflosigkeit beeinträchtigt ist.

Hier die Tatsachen: In den Vereinigten Staaten werden Medizinstudenten mit medikamentenfreundlicher Propaganda der Pharmakonzerne überschüttet – und die Studenten sind dieser Propaganda während ihrer ganzen Ausbildung ausgesetzt, selbst in den Jahren, in denen sie selbst noch keine klinischen Erfahrungen in der Behandlung von Patienten sammeln. Forschungen, die unter der Leitung von Kirsten Austad und Aaron  S. Kesselheim von der Medizinischen Fakultät der Universität Harvard durchgeführt und erst vor Kurzem in dem medizinischen Internet-Fachjournal PLoS veröffentlicht wurden, ergaben, dass die großen Pharmakonzernen einen sehr wirkungsvollen versteckten Lehrplan, wie es die Harvard-Forscher nennen, entwickelt haben, mit dem sie die künftigen Ärzte dahingehend beeinflussen, die von den Pharmakonzernen hergestellten Medikamente und andere Therapien gutzuheißen und vorrangig zu verschreiben.

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