»Lebens«-Mittel – nur noch Lug und Trug?

Veröffentlicht: 23. Mai 2011 von infowars in Gesundheit, Lebensmittel, Wissenschaft/ Technik

Andreas von Rétyi

Was dürfen wir noch glauben, wenn es ums Essen geht? Die Werbung verspricht viel, doch in der Regel halten die Produkte nur wenig. Dies gilt selbst für Biolebensmittel. Und einige appetitlich drapierte und mit hübschen Verpackungen schmackhaft gemachte Lebensmittel hätten wohl schon eher den Namen »Sterbensmittel« verdient, wirft man nur einmal einen Blick auf den wahren Inhalt. Da werden dann sehr schnell Assoziationen an ein Chemielabor wach. Was ist gesund, was nicht? Was hochwertig, was nicht? Etikettenschwindel und scheinbar auch Selbstbetrug gehen hier nahtlos ineinander über. Einige neue Untersuchungen scheinen die Sachlage eher zu vernebeln als aufzuhellen.

»Du bist, was du isst«, so lautet ein gängiger Spruch. »Doch weißt du auch, was du da beißt?« – so möchte man manchmal beinahe weiter fragen. Nicht anders auch bei Getränken. Woher auch sollen wir wissen, was wir wirklich zu uns nehmen? Lebensmittelskandale sind omnipräsent. Häufig sogar findet der Betrug auf legaler Basis statt, und nicht zuletzt Produktwerbung und –beschreibung tragen zur allgemeinen Verwirrung bei. Komplex genug ist die gesamte Problematik ohnehin.

Betrug kann hier die unterschiedlichsten Formen annehmen – so wird er manchmal auch schlichtweg als frommer Selbstbetrug etikettiert, ganz gleich, ob es sich nun wirklich um einen solchen handelt oder nicht. Denn auch jener vermeintliche Selbstbetrug kann unschwer von außen initiiert worden sein.

So wurde beispielsweise Mitte April eine Studie veröffentlicht, die das beliebte Genussmittel »Wein« anvisiert. Geklärt werden sollte dabei, ob denn ein spürbarer Unterschied zwischen einem billigen »Chateau Migraine« und einem wirklich edlen Tropfen besteht. Dazu wurden von der Universität Hertfordshire genau 578 Tester herangezogen, deren Gaumen mit einer großen Zahl verschiedenster Weine konfrontiert wurde. Da gab es Flaschen für unter fünf Euro, andere wiederum, die in der Preiskategorie zwischen etwa elf und 34 Euro lagen. Nur die Teilnehmer selbst wussten nicht, was sie kosteten. Ganz im doppelten Sinne übrigens.

Das Ergebnis? Kurz gesagt: Zum Weinen!

Die alles probierenden Probanden hatten jegliche Möglichkeit, den Wein zu begutachten und schließlich auch zu sich zu nehmen. Sie durften das mehr oder minder gute Tröpfchen im Glas schwenken, schlürfen, nippen, in großen Schlücken hinunterspülen, was auch immer. Doch am Ende blieb die Ratlosigkeit. Denn als sie beurteilen sollten, ob sie soeben einen wirklich guten Wein gekostet hatten oder einen doch eher minderwertigen, versagten die Tester nach allen Regeln der Kunst. Die Trefferquote lag bei genau 50 Prozent und entsprach damit der Wahrscheinlichkeit, per Zufall die richtige Auskunft zu geben. Der Versuch wurde von britischen Psychologen durchgeführt, die – außer diesem eher ernüchternden Ergebnis – allerdings noch etwas anderes beobachtet haben: Sie erklären nämlich, dass der Preis des Weines beim Käufer eine gewisse Art von Erwartungshaltung weckt und beim Trinken angeblich andere Bereiche im Gehirn aktiviert als im Fall eines billigen »Fusels«. Demnach bezahlt man also einen rein psychologischen Effekt und damit den puren Selbstbetrug mit barer Münze.

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Kommentare
  1. […] »»Lebens«-Mittel – nur noch Lug und Trug? […]

    • Holger sagt:

      Wer heute Einkaufen geht,zahlt nur drauf.Gefakte Verpackung und Billigware als Feinkost. So holen Läden wie REWE den Deutschen das Geld aus der Tasche.

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