Viele Ärzte würden sich für eine andere Behandlung, als sie sie Patienten empfehlen, entscheiden, wenn es um sie selbst geht

Veröffentlicht: 17. April 2011 von infowars in Gesundheit

S. L. Baker

Hoffentlich geraten Sie niemals in eine solche Lage, aber stellen Sie sich einmal folgende Situation vor: Bei ihnen wurde eine lebensbedrohliche Krankheit wie etwa Darmkrebs festgestellt. Jetzt sitzen Sie im Büro Ihres Arztes, um über die verschiedenen medizinischen Behandlungsmöglichkeiten zu diskutieren, die Ihnen offenstehen. »Was würden Sie tun, Herr Doktor, wären Sie in meiner Lage?«, wäre etwa eine logische Frage Ihrerseits, auf die Sie auch eine ehrliche Antwort erwarteten. Aber möglicherweise kommt es genau dazu nicht.

Einer Befragung zufolge, die in der Ausgabe der Archives of Internal Medicine vom 11. April veröffentlicht wurde, entspricht das, was Ärzte für sich selbst als optimale Behandlung ansehen, oft nicht dem, was sie ihren Patienten empfehlen.

Der Mediziner und Verhaltensforscher Dr. Peter A. Ubel von der Duke-Universität in Durham im US-Bundesstaat North Carolina und seine Mitarbeiter gingen bei ihrer Untersuchung folgendermaßen vor: Sie befragten zwei stichprobenartig zusammengestellte Gruppen von Hausärzten. Jeder dieser Gruppen legten sie dann eine von zwei klinischen Behandlungsmöglichkeiten vor.

In der ersten Fragestellung sollten 500 Ärzte angeben, für welche Behandlung sie sich entscheiden würden, wenn bei einem ihrer Patienten Dickdarmkrebs festgestellt worden sei. Dabei legte man ihnen zwei Behandlungsmethoden vor, zwischen denen sie auswählen konnten. In beiden Fällen handelt es sich um chirurgische Eingriffe, mit deren Hilfe man bei 80 Prozent der Patienten das Darm-Malignom entfernen und heilen könnte. Aber die Sache hatte einen Haken. Eine der beiden Operationen wies zwar eine höhere Todesrate, aber dafür weit weniger schädliche Nebenwirkungen auf. Die zweite Operation hingegen verlief zwar in weniger Fällen tödlich, aber bei einem geringen Prozentsatz der Patienten entwickelten sich später ernsthafte gesundheitliche Probleme wie chronischer Durchfall, zeitweiliger Darmverschluss, Wundinfektionen und/oder sogar die Gefahr einer Colostomie (dabei wird durch die Bauchwand ein künstlicher Darmausgang hergestellt, durch den die Ausscheidungen in einen Beutel entleert werden können).

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