Archiv für 13. April 2011

Prof. Michel Chossudovsky

In einem früheren Artikel mit dem Titel »Amerikas geplanter atomarer Angriff auf Libyen« habe ich Einzelheiten des Plans der Clinton-Regierung für einen Atomangriff auf Libyen beschrieben. Das Pentagon hatte den Einsatz der Atombombe B61 Mod 11 gegen Libyen ins Auge gefasst. Die B61, die als mini-nuke (Mini-Atombombe) kategorisiert wird, ist eine 10-Kilotonnen-Bombe mit einer Sprengkraft von zwei Dritteln der einer Hiroshimabombe.

Simulierter Abwurf einer Atombombe B61-11 von einem Tarnkappenbomber B-2 Spirit


Bei einer Pressekonferenz hatte Pentagon-Staatssekretär Harold P. Smith den Plan des Pentagon von 1996 für einen atomaren Angriff gegen Libyen unmissverständlich bekannt gegeben:

die Air Force werde die [Atomwaffe] B61-11 gegen Libyens mutmaßliche unterirdische Chemiefabrik in Tarhunah einsetzen, wenn der Präsident zu dem Schluss käme, dass die Anlage zerstört werden müsse. »Wir könnten [Tarhunah] mit rein konventionellen Waffen nicht außer Gefecht setzen«, erklärte Smith gegenüber Associated Press. In Jane’s Defense Weekly bezeichnete er die B61-11 als »die Atomwaffe der Wahl«. (The Nuclear Information Project: the B61-11)

Clintons Verteidigungsminister William Perry – der bei besagter Pressekonferenz anwesend war – hatte bereits früher vor dem Auswärtigen Ausschuss des US-Senats erklärt, dass sich die USA die Option offenhielten, Atomwaffen gegen Länder einzusetzen, die über chemische und biologische Waffen verfügten. (Ebenda; siehe auch Greg Mello,»The Birth of a New Bomb; Shades of Dr. Strangelove! Will We Learn to Love the B61-11?« The Washington Post, 1. Juni 1997)

Das Ziel des US-Verteidigungsministeriums bestand darin, die »Erprobung« der Atombombe B61 in einem realen Land zu beschleunigen, und dieses Land war Libyen: