Archiv für 10. April 2011

Amerikas geplanter atomarer Angriff auf Libyen

Veröffentlicht: 10. April 2011 von infowars in Atomkrieg, Geopolitik, Krieg, USA

Prof. Michel Chossudovsky

Beim Pentagon ist ein Krieg gegen Libyen bereits seit über 20 Jahren in Planung. Der Einsatz von Atomwaffen gegen Libyen wurde 1996 erstmals ins Auge gefasst.

Am 14. April 1986 gab Ronald Reagan den Befehl zur »Operation El Dorado Canyon«, einen Luftangriff gegen Ziele in Libyen, als Antwort auf einen angeblich von Libyen unterstützten terroristischen Bombenanschlag auf eine Berliner Diskothek. Es war ein fingierter Vorwand. Im Verlauf dieser Luftangriffe, die von Frankreich und Italien verurteilt wurden, fielen auch Bomben auf Gaddafis Wohnsitz, seine jüngere Tochter fand dabei den Tod.

Weitgehend unbeachtet von den westlichen Medien hatte die Clinton-Regierung 1996 – auf dem Höhepunkt des Monica-Lewinsky-Skandals – einen Angriff auf Libyen unter Einsatz von Atomwaffen erwogen.

Das US-Verteidigungsministerium hatte eine neue Generation von bunkerbrechenden taktischen Nuklearwaffen für den Einsatz im Nahen und Mittleren Osten sowie in Zentralasien entwickelt:

»Militärs und führende Vertreter von Amerikas Atomwaffenlabors [hatten] die USA bedrängt, eine neue Generation von Präzisions-Atomwaffen geringer Sprengkraft (low-yield nuclear weapons) zu entwickeln […] die in konventionellen Konflikten mit Ländern der Dritten Welt zum Einsatz kommen könnten.« (Federation of American Scientists, 2001 – Hervorhebung durch den Autor M. C.)

Die mit einem Atomsprengkopf bestückte erdeindringende Waffe B61-11 war noch nicht getestet worden. Sie war Teil der B61-Serie, gekoppelt mit einem Atomsprengkopf »geringer Sprengkraft«. Laut amerikanischen Militärquellen könnte sich »der radioaktive Fallout [der B61-11] im Falle ihres Einsatzes in Nordkorea über benachbarte Länder wie Japan verteilen.« (B61-11 Earth-Penetrating Weapon, Globalsecurity.org). Die erdeindringende Version B61-11 der B61 wurde ursprünglich für eine »geringe« Sprengkraft von 10 Kilotonnen – das sind 66,6 Prozent einer Hiroshima-Bombe – für den Einsatz in Kampfgebieten im Nahen/Mittleren Osten und Zentralasien in der Zeit nach dem Kalten Krieg ausgelegt.

Der Pentagon-Plan für einen Atomangriff auf Libyen

Die taktische Atomwaffe B61-11 war vom Pentagon für den Einsatz gegen das »Gaddafi-Regime« im Jahr 1996 vorgesehen:

»Hohe Vertreter des Pentagon lösten im vergangenen April [1996] eine Kontroverse aus, als sie andeuteten, dass die erdeindringende [Atom-] Waffe schon bald für den möglichen Einsatz gegen eine mutmaßliche unterirdische Chemiefabrik, die Libyen in der Nähe von Tarhunah errichte, zur Verfügung stehen könnte. Diese kaum verhüllte Drohung erfolgte nur elf Tage nach Unterzeichnung des Vertrags über eine atomwaffenfreie Zone in Afrika (African Nuclear Weapons Free Zone) durch die USA. Durch diesen Vertrag sollten die Unterzeichnerländer daran gehindert werden, Atomwaffen gegen ein anderes Unterzeichnerland einzusetzen oder ihnen mit dem Einsatz zu drohen, darunter auch Libyen.« (David Muller, Penetrator N-Bombs, International Action Center, 1997)

weiter

Als Barack Obama im Jahr 2002 Senator von Illinois war, sagte er noch dass ein militärisches Engagement zum Sturz eines brutalen Diktators einem “dummen Krieg” gleich käme und daher abzulehnen sei.

Den “dummen Krieg” den er damals meinte war die drohende Invasion des Irak, mit dem Ziel Saddam Hussein zu stürzen.

weiter