Manuel meint – BGE Freiheit oder Abhängigkeit

Veröffentlicht: 21. Februar 2011 von infowars in Bank Mafia/Finanzen, Politik, Video Clips, Wirtschaft
Schlagwörter:,

Hallo meine Freunde,

heute wieder wie versprochen eine echte Kolumne, diesmal um das Thema Bedingungsloses Grundeinkommen. Ich selber habe mich letztes Jahr noch für ein BGE eingesetzt. Vor ein paar Wochen hat mir jedoch Tobias Poley ein paar Denkanstöße gegeben, diese haben mich dazu gebracht meine Meinung zu überdenken. Im Moment sehe ich die Sache etwas kritischer und erkenne eine erhöhte Gefahr der Abhängigkeit bei einem BGE innerhalb dieses kranken Geldsystems. Ich freue mich wie immer über Feedback und Denkanstöße!

http://manuelmeint.de/

Kommentare
  1. […] »Manuel meint – BGE Freiheit oder Abhängigkeit […]

  2. Frank56 sagt:

    Hallo Manuel.
    Ich war auch in Berlin zur Demo zum Thema BGE, bin allerdings der gleichen Meinung, dass es mit dem Erhalt dieses Geldsystems keinen Sinn macht, und habe meine Ansicht auch vom Ändern desselben abhängig gemacht. Vielleicht könnte man mal ein Forum einrichten unter dem Aspekt, wie stelle ich mir „eine bessere/gerechtere Gesellschaft/Welt“ vor, und der Focus liegt nunmal hier im Wirtschaftssystem/Geldsystem. Das sollte man durchaus auch global betrachten, wenngleich nicht unter dem Aspekt der NWO! Es ist immer einfacher gegen etwas zu sein (Kritik zu üben), als eine Lösung anbieten zu können. Ich halte allerdings das Wirtschafts-Model der „Partei der Vernuft“ nicht für die Lösung. Eine „Freie Markwirtschaft“ ist eben auch kapitalistisch und die Geldentstehung in private Hand zu legen halte ich für sehr gewagt (FED)! Zunächst brauchen wir einen Staat und keine Regierung, der Unterschied ist die Einhaltung des Eides, für das Volk da zu sein!

    • infowars sagt:

      die FED hat absolut nichts mit freier marktwirtschaft zu tuhen, deshalb fällt sie auch nicht unter kapitalismus .
      ob wir einen staat brauchen ist auch die frage !
      was wir brauchen ist freiheit, eine gesellschaft die auf dem nicht-aggressions-prinzip aufbaut und das jeder sein eigener souverän ist….etc

      • Frank56 sagt:

        @ „Die ‚FED‘ hat nichts mit Freier Marktwirtschaft zu tun.“

        Das ist richtig, aber die ‚PDV‘ fordert die Geldentstehung in Privathand. Daraus erwachsen Zinsen bei der Rückzahlung, die nicht nötig wären, und die Option sich aus der Kontrolle zu lösen. Glaubst Du wirklich, dass Freiheit eine Chance ohne Kontrolle hätte? Das wäre die Freiheit derer, die das Geld haben. Wer die Monopole in dieser Größenordnung beläßt, wer die Geldentstehung in Privathand legt, wer den Staat abschaffen will, der verfällt einer Illusion, wenn er damit Freiheit für alle schaffen will. Auf freiwilliger Basis wird Kapital nicht human. Ein weiterer, nicht genau definierter Punkt bei der ‚PDV‘ wäre der Umgang mit Grund und Boden. Bleibt das ein Speklationsobjekt? Man spricht sich nicht eindeutig gegen Spekulationen an der Börse aus. Ein liberaler Markt ist die Diktatur des Kapitals. In Bezug auf Wirtschaft gibt es meines erachtens bessere Ideen, als den freien Markt, der sich allein nach dem Kostenfaktor generiert. Hier sollte man ökologische Gesichtspunkte zum Standard machen, statt auf Müllhalde und Konsum zu produzieren. Wir sollten Langlebigkeit der Produkte und Wiederverwertung zum Ziel machen, auch wenn das Kontraproduktiv dem Konsumverhalten eines freien Marktes entgegensteht. Es gab in der Vergangenheit immer wieder Absprachen, Produkte eher kurzlebig herzustellen, um das Konsumverhalten zu steuern!

        http://videos.arte.tv/de/videos/kaufen_fuer_die_muellhalde-3700234.html

        Man sollte bestimmte Artikelgruppen nicht verkaufen dürfen, sondern lediglich vermieten, damit sich der Hersteller in der Pflicht sieht, sein Eigentum zurückzunehmen. Den freien Markt halte ich für überholt und nicht zeitgemäß. Wir haben nur einen Planeten! Auch Luft, Wasser und Nahrung (Patente) gehören nicht in Privathand und Gentechnik sollte man den Monopolen entreißen! Da wird Schaden in Kauf genommen, um die Kontrolle zu monopolisieren!
        Die ‚PDV‘ hat ausgesprochen gute Ansätze (besser als das was sich bisher abzeichnet), aber für eine ideale Lösung halte ich einiges nicht.

        “was wir brauchen ist freiheit, eine gesellschaft die auf dem nicht-aggressions-prinzip aufbaut und das jeder sein eigener souverän ist….etc“

        Das mag ja alles gut klingen, aber wie will man das denn umsetzen? Mit einer Liberalisierung der Wirtschaft ohne Regeln? Glaubst du wirklich, die Wirtschaft/das Kapital nimmt freiwillig auf irgendetwas Rücksicht, außer dem Anspruch auf Geldvermehrung.
        //——————————————————————————————
        Ein Zitat welches ich in einem Forum fand (’AlexR’), und das ich als treffend zum Thema bezeichne:
        “Erst wenn der Mensch in seiner Gemeinschaft den absoluten Gleichheitsgrundsatz aller bzgl. der Rechte und Pflichten installiert, erst wenn Macht sich einzig auf Geist, Wissen, Bildung und Gemeinsamkeit konzentriert und materieller Besitz weder dazu notwendig noch überhaupt von Bedarf ist, wird sich an der Situation etwas ändern können. Doch leider ist der Mensch zu sehr “gefangen” in seinem GLAUBEN, er habe “Anrecht”, gegenüber anderen mehr besitzen zu dürfen (als er braucht).
        Um aber “bestätigen” zu können, dass “ich” mehr brauche, bedarf es der Macht in Form der Unterdrückung jeder anderen Meinung. Das wiederum jedoch bedeutet automatisch, dass Macht den Gegner braucht, um sich selbst als notwendig bestätigen zu können.“

      • infowars sagt:

        Es ist immer einfacher gegen etwas zu sein (Kritik zu üben), als eine Lösung anbieten zu können.

        dito!
        was ist konkret deine lösung?

  3. Hallo Frank

    Mein Name ist Stefan Schneider, ich komme aus Sachsen-Anhalt und bin dort designierter stellvertretender Vorsitzender des Landesverbands der PDV.
    Ich habe deinen Kommentar gelesen, und muss leider sagen dass da vieles aus dem Programm nicht verstanden wurde. Ich werde es dir hier gern erläutern und dir die Überlegungen näher bringen.

    Zuerst sollten wir den Begriff Kapitalismus klären da ich fürchte dass wir da nicht vom gleichen reden.

    Kapitalismus ist Vertragsfreiheit!!! Mehr nicht! Das Wort an sich ist ein kommunistischer Kampfbegriff der erfunden wurde da sich „freie Marktwirtschaft“ schlecht verteufeln lies. Im Prinzip beschreiben beide Ausdrücke ein und das selbe.

    Kapitalismus = freie Marktwirtschaft

    Womit dieser Satz von dir ad absurdum geführt wird:
    „Eine ‚Freie Markwirtschaft‘ ist eben auch kapitalistisch…“

    Das Geldmonopol dem Staat zu nehmen hat viele Aspekte die du nicht durchdacht hast. Die FED ist wahrlich nicht staatlich, das ist aber auch egal weil Sie die einzige ist die Geld drucken darf und der Staat mit dem Geldmonopol Festlegt das nur Ihr Geld verwendet werden darf. Nimmst du nun dem Staat das Monopol so kann der Bürger entscheiden welche Zahlungsmittel er nutzt. Wenn ein Zahlungsmittel inflationiert so wechseln die Bürger einfach zum nächsten da dieses mehr Vorteile hat.

    Des Weiteren wollen wir ein Sachwertgedecktes Geld mit 100% Mindestreserve. Die Zinsen sind in einem solchen System gar kein Problem. Da dem Geld ein fester Sachwert gegenüber steht. Ein Geldschein ist also immer in einen festen, unveränderlichen Betrag eines Sachwertes einlösbar. Die 100% Mindestreserve sind hier am wichtigsten da die Bank sonst aus einer eingezahlten Geldmenge das 10-fache macht indem sie es einfach mehrmals weiterverleiht.

    Das mit den Zinsen ist auch kein Problem. Nehmen wir an du leihst mir Geld (5000 €), dann kannst du für die Dauer des Verleihens dieses Geld nicht nutzen. Vielleicht hast du ja einen Urlaub mit diesem Geld geplant oder wolltest dir ein Auto kaufen aber vor lauter Barmherzigkeit hast du es mir geliehen. Du gehst also auch das Risiko ein das Geld nicht wiederzubekommen. Nun verlangst du also, was nur fair ist, eine Verleihgebühr von 10% für dein Risiko und deinen Verzicht die ich zusätzlich zu dem Kredit noch zahlen muss. Ich schlage ein und wir werden uns einig. Frage: Hättest du mir die 5000 € auch geliehen wenn du nicht 500 mehr zurückbekommen hättest?
    Wenn du den Zins abschaffst dann können nur noch die Reichen Kapital aufnehmen und produzieren. Die Armen hätten keine Chance Kapital aufzunehmen und mit Ihren Geschäftsideen aus der Armut zu kommen weil einfach niemand mehr Geld verleihen würde da das Risiko im Gegensatz zum Gewinn (=0) einfach zu hoch ist.
    Nun gibt es Leute die auf die Idee kommen der Staat könnte Geld verleihen. Das kann er aber nur wenn er es selbst druckt was wiederum zur Inflation führen würde. Außerdem sind hier Korruption, Vetternwirtschaft uvm Tür und Tor geöffnet. Von der Unwirtschaftlichkeit, da die Beamten nicht sorgfältig genug prüfen, ganz zu schweigen.
    Die meisten Leute Fragen an dieser Stelle woher denn das zusätzliche Geld kommen soll um die Zinsen zu bezahlen. Das ist ganz einfach, du musst es dir erwirtschaften.
    Betrachten wir das in einem stark vereinfachten Kreislauf. Du hast eine Geschäftsidee und möchtest produzieren, jedoch fehlt dir Geld für die Maschinen. Wenn du 100 Kredit aufnimmst um damit eine Maschine zu kaufen um zu produzieren, dann produzierst du Produkte und hast aus deren Verkauf einen gewissen Gewinn. Nehmen wir an du schaffst auf Anhieb 150 Gewinn. Dann wirst du 100 für die Tilgung des Kredits aufwenden und nochmal 10 für die Zinsen, die restlichen 40 behältst du. Die Bank hat nun ihr Geld wieder und zahlt mit den 10 (der Gewinn der Bank) die Gehälter Ihrer Angestellten die diese wiederum für deine Produkte ausgeben usw usw usw…

    Wenn das Geldmonopol nicht mehr existiert ist eine Kontrolle der Geldsysteme übrigens nicht notwendig da die Geldsysteme miteinander konkurrieren. Wird eines unattraktiv so wechseln die Bürger zum Nächsten.

    In einer freien Marktwirtschaft sind Monopole nichts Schlimmes. Denn wenn der Monopolist es mit seinen Preisen übertreibt dann wird ein Konkurrent auftauchen der dasselbe Produkt billiger anbietet weil er damit immer noch Gewinn machen kann. Wenn der Monopolist auf der einzigen Rohstoffquelle sitzt so ist dies nicht möglich, jedoch wird ein jeder Unternehmer bestrebt sein seine Kosten zu schmälern, somit wird eine Nachfrage nach einem technischen Verfahren entstehen das das Produkt des Monopolisten überflüssig macht.

    Die ständige Konkurrenz am Markt verhindert das sich ein Monopol herausbilden kann. Gleichzeitig verhindert es auch das Unternehmen zu groß werden. Jedes Unternehmen wird unflexibel wenn es Größer wird. Bis ein Riesenkonzern eine Idee umgesetzt hat haben dies schon eine vielzahl von kleinen Konkurrenten getan und machen Gewinne wo der große Konzern Verluste einfährt.

    Grund und Boden sind übrigens eindeutig definiert in der PDV. Sie sind Eigentum und somit kann der Eigentümer mit Ihnen machen was er will solang er keinem anderen damit schadet. Diese Erklärung ist denke ich einleuchtend und beantwortet alle anderen Fragen von selbst.

    Zum Thema Spekulationen bist du wohl einer Sau aufgesessen die man durchs Dorf getrieben hat. Es hier zu erklären würde mehrere Seiten kosten, daher verweise ich einfach auf einen Artikel. Die Bücher die ich unten Empfehle nehmen sich des Themas noch genauer an und erklären es wirklich so einfach und verständlich dass es jedem einleuchten sollte.

    http://www.parteidervernunft.de/node/1584 (Die weiterführenden Informationen darunter sind auch ganz Interessant zu der Thematik)

    Zur Langlebigkeit der Produkte ist folgendes zu sagen. Ein Produzent der seine Produkte zu kurzlebig gestaltet (ob absichtlich oder nicht sei mal dahingestellt) der wird über kurz oder lang vom Markt verdrängt werden da die Konkurrenz die Produkte langlebiger gestaltet. Die Bürger sind ja nicht doof, die entscheiden sich schon für das Produkt das ihren Anforderungen genügt.

    Die Langlebigkeit ist übrigens auch nicht Kontraproduktiv, aber dazu die Buchempfehlungen, auch das würde hier den Rahmen sprengen.

    Die angesprochenen Absprachen sind übrigens auch nur möglich weil es genug Markteintrittshindernisse für die ehrlichen Produzenten gab, diese schaffen wir aber ab. Wenn die Nachfrage nach langlebigen Produkten da ist so wird auch ein Konkurrent auftauchen der diese Produziert. Was sollte Ihn daran hindern diese Nachfrage zu decken und damit Geld zu verdienen?

    Niemand hat das Recht einem Eigentümer vorzuschreiben was er mit seinem Eigentum zu tun und zu lassen hat. Ebenso hat niemand das Recht vorzuschreiben was verkauft und was nur vermietet werden darf. Wenn jemand das Produkt kauft so tut er dies aus freien Stücken, wer sollte ihm das verbieten wollen?

    Da wir nur einen Planeten haben, würd ich ihn doch nicht denen in die Hand drücken die nicht mit seinen Rohstoffen wirtschaften können. Und uns erzählen dass alles gleich viel wert sei und alles allen gehörte.

    Effektiver Umweltschutz resultiert auch nur aus der Wahrung der Eigentumsrechte. Wenn du ein Grundstück hast und dein Nachbar entsorgt auf seinem Giftmüll so mindert er damit den Wert deines Grundstücks und vergiftet wohlmöglich noch dein Grundwasser. Also kannst du ihn verklagen und Regress fordern. Mach das mal wenn allen alles gehört, dann gehört in Wahrheit niemandem mehr etwas. Auch ein Unternehmen das Giftmüll in den Fluss leitet zahlt sich dumm und dämlich an den Regresskosten aller Eigentümer der Grundstücke die an den Fluss grenzen. Das allein sollte Abschreckung genug sein um das zu verhindern. Wenn ein Unternehmer dies tut und weiß was er damit anrichtet so ist das demnächst ein neuer Insasse im Gefängnis.

    Für Luft gibt es keinen Markt, man kann es überall kostenlos haben, warum sollte man es kaufen? Bei Wasser kaufst du an sich nicht das Wasser sondern eher die Dienstleistung es in Flaschen zu füllen und zu transportieren bzw. Leitungssysteme instand zu halten, es aufzubereiten, zu reinigen usw usw usw… selbst wenn du es „kostenlos“ machst zahlst du das mit deinen Steuern. Mit dem Unterschied das private Unternehmen das wesentlich wirtschaftlicher hinkriegen als der Staat.

    Patente für Nahrung sind wahrlich abzulehnen und zu verbieten, ebenso wie Gentechnik. Das ist auch Teil des Parteiprogramms. Abgesehen von den Ungerechtigkeiten den Bauern gegenüber darf man hier auf keinen Fall die gesundheitlichen Gefahren von Gentechnisch veränderten Pflanzen vergessen!!!

    „Glaubst du wirklich, die Wirtschaft nimmt freiwillig auf irgendetwas Rücksicht, außer dem Anspruch auf Geldvermehrung.“

    Das muss Sie auch nicht. Das liegt in der Natur eines jeden Menschen! Jeder Mensch strebt danach sich seine Arbeit zu erleichtern und Wohlstand anzuhäufen um bequem leben zu können. Das ist eine natürliche Ordnung und dieser natürlichen Ordnung wird nur in der freien Marktwirtschaft rechnung getragen. Alles andere ist gegen die Natur des Menschen.

    Dein Zitat ist hochgradig kommunistisch und widerspricht der Natur des Menschen. Du müsstest alle Menschen mit Gewalt zu einem solchen Verhalten zwingen. Das Zitat ist zudem Falsch.
    Niemand muss bestätigen das er mehr braucht, wenn er meint mehr zu brauchen so arbeitet er um mehr zu erhalten. Wer will ihm verbieten die Früchte seiner Arbeit zu Ernten?

    „Kapitalisten“ sind übrigens immer Pazifisten, da ein Krieg Produktionskapital und Kaufkraft zerstört und somit nicht im Interesse des „Kapitalisten“ steht.

    Auch schafft Krieg keinen Wohlstand oder sonst irgendetwas Positives. Krieg treibt die Steuern in die Höhe, verlagert die Produktion so dass notwendige Alltagsartikel knapp werden usw usw usw…
    Ebenso sinnvoll wäre es zu behaupten das es Wohlstand schafft wenn ich mich mit meinem Nachbarn bekriege, wenn wir gegenseitig unsere Gärten verwüsten, unsere Autos zertrümmern und vielleicht noch unsere Häuser anzünden.

    Ich hoffe Ich konnte einige Missverständnisse aus der Welt räumen und offene Fragen beantworten. Solltest du weitere Fragen haben so kannst du diese gern stellen. Am besten im Forum der Partei.

    Hier noch abschließend die Buchempfehlunegn:

    Oliver Janich – Das Kapitalismus-Komplott
    Henry Hazlitt – Economics! Über Wirtschaft und Misswirtschaft
    Roland Baader – Geldsozialismus (KOSTENLOS hier: http://www.vontobel-stiftung.ch/de/publikationen_bestellen/)

    Mit freundlichen, freiheitlichen Grüßen

    Stefan Schneider

  4. Frank56 sagt:

    Hallo Stefan
    Danke erst mal für Deine Mühe und für die Worte zu meiner Darstellung.
    Ich gehöre keiner Doktrin an und werde das auch in Zukunft nicht. Markwirtschaft ist auch nur ein ständiger Kampf gegeneinander, in dem es Gewinner gibt und Verlierer eingeplant sind. Das unterscheidet sich im Ergebnis nicht von dem, was wir heute haben, außer vielleicht dass die Gewinne anders verteilt werden. Gibt es eigentlich noch Dinge, die Menschen verbindet?
    Viel Erfolg

  5. Es geht nunmal nicht das alle gewinnen. Der Kommunismus behauptet das zwar immer wieder, jedoch hat er uns oft genug gezeigt was die logische Konsequenz des Kommunismus ist, nämlich das ALLE verlieren.

    Ich lebe lieber in einer freien Welt in der Gewinne und Verluste von meinen Fähigkeiten und meinem Einsatz abhängig sind als in einer kommunistischen Welt in der meine Fähigkeiten und mein Einsatz nicht im entferntesten entlohnt werden und es einen allgemeinen Arbeitszwang gibt der mich zwingt engegen meinen willen trotzdem zu arbeiten.

    Es gibt eine Menge Dinge die die Menschen verbinden, jedoch kann dies nicht Aufgabe der Politik sein. Wie soll die Menschen denn die Leute verbinden? Per Gesetz? Das kann und wird niemals funktionieren. Hier sehe ich eher die Medien in der Verantwortung.

    Wenn du ein System präsentieren kannst das deiner Meinung nach alle zu Gewinnern macht so bist du herzlich eingeladen uns dies zu zeigen.

  6. Frank56 sagt:

    Hallo Stefan

    Ich weiß nicht warum man immer auf den Kommunismus verweist, um zu demonstrieren, dass es Gewinner und Verlierer geben muß. Von einer freien Welt kann man in beiden Systemen nicht sprechen, unabhängig davon wie groß der Einfluss von Staat durch Regulierungen ist. Der Zwang zur Arbeit besteht in diesem System genauso. In dem Moment, wo Grund und Boden zum Spekulationsobjekt wird besteht keine Option sich dem Geldsystem zu entziehen und ein weitestgehend autarkes Leben zu führen. Es besteht also immer ein Zwang, obwohl man vom Stand der heutigen Technologien mit der Hälfte der Menschen auf dem Arbeitsmarkt auskommen würde. Es gibt den Technologievorsprung, der meist von allen bezahlt wurde (Fördergelder / Steuern), der aber nur einzelnen zugute kommt (Börsenbewertung / Aktien). Es gibt so viele Technologien in Wissenschaft und Technik, die den Menschen vorenthalten werden, weil sich damit kein Gewinn machen läßt. Es gibt nicht dieses “Fair-Play“ untereinander und es gibt auch keine Garantie der Entlohnung für eine erbrachte und vereinbarte Leistung. Es gibt zudem eine reichliche Anzahl von Menschen die glauben eine Leistung erbracht zu haben und sich selbst entlohnen aus dem Topf aller, die aber genau betrachtet keine Leistung erbringen. Ein freier Markt ist die Ursache von moderner Skaverei, in einem Markt, in dem es mehr Arbeitssuchende gibt als Arbeitsangebote, denn das einzige was sich reguliert ist der Preis für eine Leistung verbunden mit dem höheren Unternehmergewinn. Dabei habe ich noch nicht einmal global gedacht, denn es gibt in Drittländern Menschen, die Ihr tägliches Essen von der Müllhalde holen und auch für unseren Wohlstand verantwortlich zeichnen (Freihandelszone). Diese Wirtschaft ist bereits von Super-Unternehmungen weltweit aufgeteilt und diese bezahlen auch unsere Regierung. Das soll der Weg in unsere friedliche Zukunft sein?

    Was sollte denn heute Menschen verbinden, wenn man sich in einem ständigen Konkurrenzkampf befindet, eine Arbeit mit gerechter Entlohnung zu haben oder zu den “Verlierern“ zu gehören und ohne Arbeit am Existenzminimum. Auch Medien sind nicht unabhängig und verfolgen Ziele, und Fußball und Spiele sind keine Verbindungen von Gemeinsamkeiten.

    Ich habe keine Lösung, aber es ist ein guter Anfang wenn man sich sachlich untereinander austauschen kann. Ich glaube, wir brauchen eine andere Wertegesellschaft, in der der Mensch im Mittelpunkt steht und nicht das Geld. Schließlich ist es der Mensch, der Leistungen bringt, und nicht das Geld. Das Geld ist schon lange nicht mehr das, wozu es ursprünglich einmal gedacht war, ein Tauschmittel von real existierender Ware. Auch sollten wir nie vergessen, dass wir Gäste auf diesem Planeten sind, und keine Herrscher oder Götter.

    Ich möchte nicht, dass alle Menschen gleich sind, aber ich möchte schon, dass keiner Existenzangst haben muss und aus einer Gesellschaft bewußt ausgeschlossen wird.
    Und das meine ich durchaus global. Nur das fordert ein völlig anderes Denken, und dazu sind die meisten nicht bereit. Und auf das beziehen sich auch meine Verweise auf Gemeinsamkeiten. Nicht der Reiche/Stärkere bestimmt die Regeln, sondern wir sollten uns alle mit Anstand und Respekt begegnen, und damit meine ich jedes Leben auf diesem Planeten.

    • infowars sagt:

      hi frank

      ich finde die diskussion hier gut…
      mich würde wirklich interessieren, wie du dir „deine“ wertegesellschaft konkret vorstellst.
      du mußt mir nicht ein perfektes bild geben… ein paar konkrete beispiele wären aber hilfreich, um es nachvollziehen zu können.
      danke

  7. Hallo Frank,

    erstmal schön dass du antwortest. Auf den Kommunismus verweise ich deshalb weil er das Gegenstück zur freien Marktwirtschaft (bzw zur Freiheit überhaupt) ist und die meisten Kritikpunkte kommunistischen Ursprungs sind.

    Von einer freien Welt kannst du in einer freien Marktwirtschaft sehr wohl sprechen. Denn dort kann JEDER tun und lassen was er will solang er damit niemandem schadet.

    Im Kommunismus kannst du genau das tun was die politische Führung für gut befunden hat, alles andere wird bestraft.

    Der Zwang zur Arbeit besteht nur im Kommunismus (siehe kommunistisches Manifest), in der freien Marktwirtschaft MUSST du nicht Arbeiten, es ist fraglich wie du dann deinen Lebensunterhalt bestreiten willst, aber du wirst auf jeden Fall zu nix gezwungen. In der Natur zwingt dich auch keiner zum Jagen und Sammeln, genauso wenig bringt dir jemand dein Futter.

    Ein System in dem jedem Alles gehört aber keiner dafür etwas tun muss kann nicht funktionieren da am Ende keiner mehr Arbeitet (der Anreiz fehlt).

    Ich weiß nicht wo du deine Ideen zur Spekulation her hast, aber ich empfehle dass du dich dazu etwas mehr beliest. Grund und Boden sind Eigentum und können auf Basis einer FREIWILLIGEN ZWEISEITIGEN Willenserklärung (Vertrag) natürlich auch gehandelt werden. Oder willst du jetzt allen Grundbesitzern vorschreiben was sie mit Ihrem Eigentum zu tun und zu lassen haben? Und wenn du ein Autarkes Leben führen willst so solltest du dir entweder ein Stück Land kaufen auf dem du das tun kannst oder du fragst freundlich den Eigentümer des Grundstücks ob er das zulässt. Oder schlägst du vor das jeder der Autark leben möchte einen Eigentümer einfach enteignen kann? Wenn dem so ist dann komm ich zu dir in den Garten und enteigne dich um darauf mein vollkommen autarkes Leben zu führen mit Ackerbau und Viehzucht.

    Der Zwang besteht nur durch die natürliche Befriedigung deiner Bedürfnisse. Niemand zwingt dich zu arbeiten, du kannst auch Betteln oder von deinem Erbe leben oder dich von jemandem aushalten lassen. Versuch das mal im Kommunismus/Sozialismus.

    Es ist übrigens FALSCH das „man vom Stand der heutigen Technologien mit der Hälfte der Menschen auf dem Arbeitsmarkt auskommen würde“ ich schneide es nur kurz an und empfehle die Lektüre von „Henry Hazlitt – Economics! Über Wirtschaft und Misswirtschaft“ Dort wird es gleich in einem der ersten Kapitel erklärt.

    Das ist ein alter Mythos der schon lange existiert und sich hartnäckig trotz Widerlegung hält. Technologien zerstören keine Arbeitsplätze. Im Gegenteil, sie sorgen dafür dass MEHR Arbeitsplätze entstehen.

    Nehmen wir einen Betrieb an mit 50 Mitarbeitern. Dieser Betrieb schafft pro Tag eine Produktion von 200 Stück. Nun wird eine Maschine entwickelt die zum Betrieb nur 10 Mitarbeiter braucht und 500 Stück am Tag schafft. 1000 sogar wenn wir Schichtbetrieb einführen und die Maschine 24 Stunden laufen lassen dazu werden dann natürlich entsprechend mehr Mitarbeiter benötigt. Aber nehmen wir ruhig einmal die 500 Stück bei Tagesbetrieb an. Der Geschäftsführer kauft die Maschine und entlässt 40 Mitarbeiter.

    Die Auftragslage bei dem Maschinenhersteller hat sich nun aber verbessert und er muss mehr Leute einstellen um mit der Produktion hinterher zu kommen.

    Davon mal ganz abgesehen kann der Produzent der jetzt eine Maschine mehr und 40 Arbeiter weniger hat seine Produkte billiger anbieten und muss das auch tun da die Konkurrenz ja bekanntlich nicht schläft und ebenfalls eine Maschine angeschafft hat. Also sinken die Preise für das jeweilige Produkt um sagen wir mal die Hälfte von 100€ auf 50€. Das heißt das die Verbraucher jetzt 50€ mehr im Portemonnaie haben die Sie ausgeben können. Und das tun Sie auch (selbst wenn sie es zur Bank bringen verleiht es die Bank und der Kreditnehmer gibt es aus…vermutlich um zu investieren). Das heißt also dass in allen anderen Branchen potentiell mehr Nachfrage herrscht wodurch diese Branchen wiederum mehr Leute einstellen.

    Es ist Richtig das die entlassenen Mitarbeiter es in Ihrer Branche schwer haben werden und vermutlich umschulen müssen. Aber dafür wurden ungleich mehr Leute in den anderen Branchen eingestellt

    Wenn die Verfechter dieser Theorie (das Technologie Arbeitsplätze zerstört) konsequent wären dann würden Sie auch die Verschrottung aller Automobile fordern, denn sie nahmen den Kutschern den Arbeitsplatz, auch die Zerstörung aller Glühbirnen denn sie nahmen den Kerzenziehern den Arbeitsplatz, Auch die Zerstörung von allen Landwirtschaftlichen Werkzeugen und Maschinen denn dann könnten für die Bestellung eines Feldes nicht 2 sondern 200 Arbeitsplätze nötig sein.

    Das kannst du unendlich weitertreiben bis wir wieder beim Jäger und Sammler sind. Selbst einfachste Werkzeuge dienten dazu die Arbeit zu beschleunigen und zu vereinfachen und so war für die Bearbeitung eines Feldes durch den Pflug nicht mehr 10 sondern nur noch 1 Mann von Nöten.

    Jeder Fortschritt, jede Technologie kommt immer allen zugute durch die Steigerung des Wohlstands. Es stimmt das sie zuerst nur exklusiv dem Erfinder zugutekommt, aber das ist stets zeitlich begrenzt bis die Konkurrenten ebenfalls das Verfahren eingeführt haben und es sich verbreitet hat.

    Die meisten Technologien wurden übrigens gänzlich ohne Fördergelder bzw Steuern entwickelt sondern von Unternehmen die damit Ihre Kosten gesenkt und somit ihren Gewinn maximiert haben.

    Es ist Richtig das diverse Technologien bewusst zurückgehalten werden um andere Technologien noch weitest möglich auszuschöpfen und gewinnbringend zu vermarkten. Jedoch wird das durch den freien Markt auch verhindert, wenn wir ihn denn hätten, da der Unternehmer seine Technologie auf Grund des Konkurrenzdrucks und der unüberschaubar vielen Anbieter (die alle schon an was Besserem Arbeiten könnten) dazu gezwungen wird seine Neuentwicklung schnellstmöglich zu vermarkten.

    Aktien haben auch eine ganz harmlose Funktion. Es sind wieder Verträge (freiwillige zweiseitige Willenserklärungen) die dem zu Grunde liegen. Ein Investor hat Geld übrig und möchte dies Gewinnbringend anlegen, also gibt er es einem Unternehmer der davon neue Maschinen oder ähnliches kaufen kann. Im Gegenzug erhält der Investor einen Teil des Unternehmens (Aktie) dieser kann je nach Geschick des Unternehmers im Wert fallen oder Steigen, das bestimmt den Wert der Aktie. Der Investor kann nun mit der Aktie machen was er will, er kann Sie verkaufen, behalten, verschenken. Ganz wie ihm beliebt mit der Aktie erwirbt er auch das Recht auf der Jährlichen Hauptversammlung seine Stimme abzugeben und so den Kurs des Unternehmens zu beeinflussen. Seine Stimme hat dabei das Gewicht seines prozentualen Aktienanteils gehören ihm mehr als 50% der Aktien so kann er den Kurs des Unternehmens allein beeinflussen. Durch die Aktie ist er jedoch stets an Gewinn UND Verlust des Unternehmens beteiligt. Wo soll her etwas Böses entstehen? Da bist du wie bereits erwähnt der Sau aufgesessen die durchs Dorf getrieben wurde.

    Eine Garantie für Entlohnung gibt es wahrlich nicht, aber die gibt es nirgendwo. Jedoch ist die Zahl derer die trotz abgeschlossener Verträge und Klage nicht entlohnt wurden im Vergleich zu denen bei denen alles glatt geht verschwindend gering.

    Ein freier Markt ist das genaue Gegenteil von Sklaverei. Ich weiß nicht welches System du gerne hättest, aber ich kann die versprechen das es nach deinen Vorstellungen schneller den Bach runter geht als du gucken kannst.

    Alle sollen Anspruch auf alles haben, alle sollen entlohnt werden aber Arbeit ist vollkommen freiwillig und vollkommen unabhängig von Entlohnung????? Wie soll das bitte funktionieren???????

    In einem freien Markt entsteht binnen kürzester Zeit durch das enorme Wirtschaftswachstum ein ArbeitsKRÄFTEmangel! Auch können die Unternehmer nicht einfach die Preise steigern und alles behalten, da die Konkurrenz immer bestrebt ist ihre Wettbewerber durch niedrigere Preise, bessere Qualität oder besseren Service aus dem Markt zu verdrängen. Der Unternehmer der die Preise anzieht und den Gewinn behält bleibt auf seiner Ware sitzen und ist so schnell weg vom Fenster das er gar nicht weiß was los ist.

    Das die Welt von Großkonzernen aufgeteilt ist stimmt zwar, jedoch kann das nur fortbestehen weil eben kein freier Markt existiert, eben weil Markteintrittshindernisse geschaffen wurden die verhindern das Konkurrenz auftaucht. In einem freien Markt gehen diese Konzerne unter da sie zu schwerfällig und unflexibel sind um auf neue Marktsituationen zu reagieren oder neue Technologien schnell an den Mann zu bringen. Sie können nicht mit der Vielzahl von kleinen Wettbewerbern konkurrieren da diese wesentlich schneller und flexibler sind. Genauso als würdest du als Mensch gegen einen Bienenschwarm antreten. Die unlauteren Mittel (im Fall der Bienen das Insektenspray) werden durch die Justiz verfolgt und hart geahndet (dazu auch das Aufheben der Weisungsgebundenheit der Staatsanwälte).

    Die Länder in der Dritten Welt denen es so schlecht geht sind übrigens fast alle sozialistische Diktaturen. Die paar Länder die freiheitlich sind werden durch diverse Auflagen und internationale Bestimmungen gehindert sich zu entwickeln und einen freien Markt zu installieren. Beispielsweise kannst du in Afrika nicht so ohne weiteres ein Kraftwerk bauen da dir sonst harte Sanktionen angedroht werden weil du mehr CO2 produzierst. (CO2 ist natürlich vollkommener Schwachsinn)

    Gegen eine Freihandelszone ist übrigens auch erstmal nix einzuwenden. Das bedeutet lediglich das jeder in dieser Zone auf Basis von Verträgen (freiwillige zweiseitige Willenserklärung) handeln kann. Dazu gehört eigentlich auch das man niemandem schadet da ansonsten das Gesetz greift. Hier spielt also Korruption eine größere Rolle als freiwillige Vereinbarungen.

    Bei freiwilligen Vereinbarungen ist es übrigens STETS so dass sie zu beiderseitigem Vorteil ablaufen. Ansonsten hätte man sie ja nicht abgeschlossen.

    Was die Menschen verbinden soll kann ich dir auch sagen: Familie, Liebe, Freundschaft, Loyalität, Kollegialität usw usw usw. Die freie Marktwirtschaft beeinflusst das Ganze nicht negativ. Wie sollte sie auch?
    Im Kommunismus sollte einiges davon sogar abgeschafft werden (Familie zum Beispiel…siehe kommunistisches Manifest). Es ist wahr das die Leute im Sozialismus/Kommunismus mehr verbunden hat, das war aber nur die Not da man ansonsten verhungert wäre bzw seine Bedürfnisse nicht ansatzweise hätte decken können. Die Leute waren aufeinander angewiesen, wurden also dazu gezwungen.

    Das Medien nicht unabhängig sind wissen wir alle, ansonsten wären wir nicht auf dieser Seite hier gelandet. Das ist auch wieder ein Problem das mit Konkurrenz und freier Marktwirtschaft zu lösen wäre. Daher auch das wachsende Interesse an alternativen Medien und die Versuche diese zu untergraben.

    Deine Vorschläge sind ja alle ganz ehrenhaft, aber sie funktionieren nur wenn du die Menschen dazu zwingst, ihre Natur unterdrückst und sie mit Gewalt zu diesem handeln zwingst. Die Erfahrung hat mir übrigens gezeigt das die Meisten die so etwas fordern selbst nicht bereit wären unter den geforderten Umständen dauerhaft zu leben. (Nix gegen dich, war nur eine allgemeine Feststellung) Ebenso wie die Mehrheit der Menschen nicht bereit wäre unter diesen Umständen dauerhaft zu leben.

    Geld ist im freien Markt übrigens nicht der Mittelpunkt, Geld ist eine Ware wie jede andere auch und unterliegt denselben Gesetzmäßigkeiten. Viel mehr liegt der Fokus auf der Einhaltung und Durchsetzung der Verträge (freiwillige…) und der Wahrung des Eigentumsrechts.

    Ich hoffe ich konnte abermals mit Antworten dienen und so manches Missverständnis aufklären. Ich empfehle nochmal nachdrücklich die angepriesene Lektüre um zu einem besseren Verständnis zu gelangen.

    Mit freundlichen, freiheitlichen Grüßen

    Stefan Schneider

    p.s.: http://www.parteidervernunft.de/sites/default/files/sa-gruendung.pdf

    • Frank56 sagt:

      Hallo Stefan,

      “Auf den Kommunismus verweise ich deshalb weil er das Gegenstück zur freien Marktwirtschaft (bzw zur Freiheit überhaupt) ist und die meisten Kritikpunkte kommunistischen Ursprungs sind.“

      Wer sagt, der “Kommunismus“ wäre das Gegenstück von der freien Markwirtschaft, der behauptet, alles was keine freie Markwirtschaft ist wäre Kommunismus. Das ist ganz einfach falsch! Wer sich mit der Theorie vom Kommunismus beschäftigt wird zwangsläufig zu dem Schluss kommen, es hat Kommunismus nie gegeben, denn die Theorie wurde nie umgesetzt, ohne es bewerten zu wollen. Im übrigen ist die Gesellschaftsform, wie wir Sie heute vorfinden, zwangsläufig ein Resultat aus einer einst freien Marktwirschaft. Infolge von Konkurrenz kommt es zu Kapitalanhäufung, Monopol- und Kartellbildung, wenn es kein Kartellamt unterbindet.

      “Von einer freien Welt kannst du in einer freien Marktwirtschaft sehr wohl sprechen. Denn dort kann JEDER tun und lassen was er will solang er damit niemandem schadet.“

      Da bin ich mir nicht sicher, weil wir beide “Freiheit“ anders definieren! In Bezug auf Arbeit wird dass in deinem Fall stimmen, weil man Geld “arbeiten“ lassen kann, wenn man genug davon besitzt. Es ist also die Menge des Geldes oder die gewünschte Lebensqualität davon abhängig. Darin liegt ja der Reiz viel davon zu besitzen, egal in welcher Form man dazu kommt. Für mich bedeutet Freiheit auch die Wahl einer unabhängigen Existenz vom Geldsystem, sprich eine unabhängige autarke Lebensform. Genau die ist aber in einer freien Markwirtschaft nicht möglich, weil Grund und Boden vermarktet wird und irgendwann alles in Privatbesitz ist. Man unterliegt also einem Zwang dieses Geldsystem so zu akzeptieren, wenn man überleben will. Freiheit ist hier nicht das passende Wort. Man muß also arbeiten gehen, weil alles um mich herum einer zwangsläufigen Abhängigkeit unterliegt. Eine autarke Lebensform ist ja auch Arbeit, nur die dient lediglich meiner Versorgung und nicht einem anderen, als Lebensgrundlage.

      Der Ursprung des Gedanken hat aber durchaus seine Berechtigung, weil die Weltkonzerne in Zukunft nur noch genmanipuliertes Saatgut anbauen und auf diese Weise massiv in unsere Lebensgrundlage eingreifen, ohne jemanden Fragen zu müssen, und wir so mehr und mehr abhängig werden.

      Die Abhängigkeit zum Geldsystem produziert demzufolge auch die Kriminalität. Der ganze Konkurrenzkampf der Menschen untereinander ist zum einen das Resultat aus Abhängigkeit zum Geldsystem, und zum anderen nicht genügender Option für alle daran teilzuhaben, wenn man daran teilhaben will. Spätestens hier wird der Mensch zur Ware. An dieser Stelle wird der Hinweis, “denn dort kann JEDER tun und lassen was er will solang er damit niemandem schadet“, zumindest fragwürdig. Hier steht Eigennutz, um nicht zu sagen “Egoismus“ an erster Stelle. Um mit deine Worten zu reden, wenn nicht genug für alle da ist, gibt es eben zwangsläufig Verlierer, die dann eben Pech gehabt haben. In anbetracht der hohen Arbeitslosigkeit und der Abhängigkeit zum Geldsystem (ich meine die Gesellschaftsschicht, die keine eigenen Mittel hat) klingt der Verweis “man muß ja nicht arbeiten“ fast ein bischen zynisch.

      Eine Gesellschaft, die Menschen wie Tiere auf der Strasse leben läßt, Medien, die ein Mittagessen zur Weihnachszeit als humanen Akt vermarktet, das ist reine Heuchelei. “Hilfsorganisationen“ und “Fördergesellschaften“ sind doch verlogen, weil “Fördermittel“ zunächst dem Selbstzweck dienen. An wirklicher Hilfe ist doch keiner interessiert, wozu auch, es würde ja irgendwann die Existenz des Vereins in Frage stellen.

      Genauso, würde jeder Arzt seine Patienten heilen, wäre der womöglich bald arbeitslos. In dieser Form könnte man die Dinge fortsetzen, es gibt eine Vielzahl denkbarer Kombination, aber eines haben alle gemeinsam, Existenzangst und/oder die Gier nach mehr Geld, ohne Rücksichten. Das hatte ich u.a. gemeint mit anderer Wertegesellschaft. Es muß eine Leistung/Erfolg belohnt werden, wie z.B. ein gesunder Patient, nicht die Behandlung und der Konstante Zustand der Krankheit zur “Besserung“. Das ist übertragbar auf viele Lebensbereiche, in der ein “Posten“ bezahlt wird, unabhängig von einem Ergebnis.

      “Ein System in dem jedem Alles gehört aber keiner dafür etwas tun muss kann nicht funktionieren da am Ende keiner mehr Arbeitet (der Anreiz fehlt).“

      Ich habe nie von so einer Idiologie gesprochen. Es muß doch aber erlaubt sein über alternative Gesellschaftsformen nachzudenken. Man muß doch nicht ein Buch lesen und sich dann einer Idiologie anschließen, jeder hat doch einen Kopf zum denken. Ein Buch ist auch nur eine subjektive Ansicht des Autors ohne Anspruch auf Vollkommenheit. Die Frage ist einzig, was unter den derzeitigen Vorgaben noch denkbar ist, denn es besteht ja bereits eine Abhängigkeit. Ganz nebenbeibemerkt arbeite ich neben meinem Beruf 30 Stunden im Monat unentgeldlich zur Hife anderer, ohne dass ich daraus einen Anspruch auf eine Bezahlung erhebe. Das tue ich sogar gern. Das muß aber jeder für sich selbst entscheiden, das dränge ich niemandem auf. Ich will nur andeuten, es gibt noch uneigennütziges Denken und Handeln, und das bei einigen mehr.

      “Ich weiß nicht wo du deine Ideen zur Spekulation her hast, aber ich empfehle dass du dich dazu etwas mehr beliest. Grund und Boden sind Eigentum und können auf Basis einer FREIWILLIGEN ZWEISEITIGEN Willenserklärung (Vertrag) natürlich auch gehandelt werden.“

      Wenn jemand etwas verkauft oder verkaufen will, muss er sich doch zunächst als Eigentümer ansehen. Woher nimmt sich eine Person oder Personengruppe das Recht sich als Eigentümer eines Grundstücks anzusehen? Mit der Macht der Gewalt? Mit der Wahl eines Kanzlers oder Bürgermeisters z.B. ist dieser doch nicht Eigentümer von Grund und Boden, obwohl man sich das Recht herausnimmt frei darüber zu verfügen und auch zu verkaufen!? Für mich ist das Mißbrauch von Macht, oftmals auch zum Eigennutz! Anders ist es freilich, wenn jemand Eigentümer ist, dann soll er damit tun was immer er will. Trotzdem halte ich eine Pacht oder zumindest das Vorkaufsrecht einer Gemeinde bei einer Veräußerung für angebracht, weil es Spekulationen in größerer Form verhindert. Eine Wertesteigerung ist nichts anderes als das Verteilen von Geld von unten nach oben, weil sich die Geldmenge insgesamt ja nicht verändert.

      “Technologien zerstören keine Arbeitsplätze“

      Das habe ich mit Sicherheit so nicht gesagt oder gemeint. Wohl aber, dass man mit weniger Menschen das gleiche produzieren kann. Das könnte bedeuten, dass der eine Teil sich eine andere Arbeit suchen muß, oder alle weniger arbeiten. Letzteres ist scheinbar nicht möglich, weil die gleiche Produktion nicht zwangsläufig die gleiche Lohnmenge zur Folge hat. Der Zugewinn ist zunächst der Konkurrenzvorsprung, der möglicherweise die bessere Maschine bezahlt, einen Kredit tilgt oder eine neue Investition tätigt, der die Firma auf einem anderen Sektor vergrößert. Wie auch immer kommt letztlich eine Arbeitserleichterung einer Privatperson oder Firma oder Anteilseigner zugute. Das ist zunächst nur eine Feststellung ohne Bewertung!

      Die Firma befindet sich im Konkurrenzkampf zu anderen Firmen und die Menschen sind in Abhängigkeit zu diesem Geldsystem, also in der Arbeitspflicht zum Existenzminimum. Wer kommt denn für die Leute auf in einer freien Wirtschaft ohne Staat, wenn die von heute auf morgen Ihre ursprüngliche Einnahme verlieren? Haben die dann Pech gehabt?

      //——————————————————————————————–
      Bei meinen Überlegungen, die ich noch nicht zu Ende gedacht habe, stellen sich einige Fragen. Ist eine unabhängige autarke Lebensform unabhängig von Staat und Gesellschaftsform, zunächst beispielsweise in Form einer Gemeinde, möglich? Muß eine Firma sich überhaupt einem Konkurrenzdruck aussetzen, wenn diese eigens für diese Gemeinde arbeitet? Wenn sich eine Gemeinde selbst versorgen kann, bringt das irgendwann Unabhängigkeit von einem Geldsystem, bzw. nimmt es den Menschen berechtigte Existenzängste? Was braucht ein Mensch eigentlich zum Glücklichsein?

      Ich glaube weiterhin, es gibt noch etwas anderes. Mit Zwang läßt sich absolut nicht umsetzen, dass erfordert immer den Zuspruch anderer und die Freiwilligkeit!
      Würde man überhaupt eine solche Idee akzeptieren, von der Gesellschaft her?
      //——————————————————————————————–

      “Aktien haben auch eine ganz harmlose Funktion.“

      Ich könnte hier aus jüngster Vergangenheit daran erinnern, wie man geschickt mit bewußter Falschinformation einen Kurs von heute auf morgen fallen und zwei Tage später wieder steigen lassen kann, und so ganz nebenbei ein paar Millionen “verdient“. Desweiteren darf ich an die Immobilienspekulationen erinnern, welche die letzte Wirtschaftskriese ausgelöst hat. Freilich, auf einem “freien Markt“ wäre das einzig richtige passiert, der Bankrott der Banken. Die Börsen von heute beruhen nicht mehr auf Angebot und Nachfrage. Hier gibt es mitlerweile so viele Spielchen (Derivate / Leerverkäufe), die den Wettbewerb und die Preise verzerren, zum Eigennutz weniger. Ich möchte auch nicht zu einem Bankrun aufrufen, obwohl es die Wahrheit dieses Bankensystems aufdecken würde.

      “Ein freier Markt ist das genaue Gegenteil von Sklaverei. Ich weiß nicht welches System du gerne hättest, aber ich kann die versprechen dass es nach deinen Vorstellungen schneller den Bach runter geht als du gucken kannst.“

      Wer kennt meine Vorstellung? Die Früchte meiner Arbeit essen bereits andere.
      Ich halte an keinen Doktrin fest, bin also frei in meinem Denken und möchte wenigstens andere ersparen, was mir passiert ist. Wenn du allerdings andeuten willst, dass unsere Staatsform was mit “Kommunismus“ zu tun hat, dann muß ich dich enttäuschen, dann solltest du dich nochmal belesen. (Macht dem Volke? / klassenlose Gesellschaft? / kein Privatbesitz am Grund und Boden? / kein Privatbesitz an Produktionsmittel? / usw.) Die einen nennen es “chaotischen Turbo-Kapitalismus“, die anderen “staatsmonopolistischen Kapitalismus“, oder wie auch immer. Mit Sicherheit gibt es keinen “freien Markt“. Hätte ich die Option, ich wäre weg!

      Alle “Weltorganisationen“ und großen Weltkonzerne, Zentralbanken, Militärs, Geheimgesellschaften werden gefördert durch die Unterdrückung eines freien Marktes und verfolgen ein Ziel, welches auf einer totale Kontrolle und Weltmachtanspruch beruht. Das ist mit Sicherheit das Ende jeder Form von Freiheit, wie auch immer man Freiheit definieren will.

      Ich denke über viele Dinge nach. Was hat Geld für eine Anziehung das man in Kauf nimmt andere unglücklich zu machen, dass Familien zerstört werden, dass sich Menschen entfremden und man sich nicht in die Augen schauen kann, dass man zu einer überfüllten Bahn rennt, obwohl 5 Minuten später die nächste kommt, dass kaum jemand noch Zeit für ein Gespräch hat. Was ist los mit diesen Menschen? Ist es allein die Existenzangst?

      Frank

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s