Vorsicht Wirtschaftstrottel: Das World Economic Forum (Weltwirtschaftsforum) in Davos

Veröffentlicht: 20. Januar 2011 von infowars in Geopolitik, Politik, Wirtschaft, Wirtschaftskrise/ Finanzkrise

Udo Ulfkotte

Vom 26. bis 30. Januar 2011 treffen sich mehr als 600 angebliche Fachleute aus Politik und Wirtschaft, um – begleitet von ihren Dienern (»Qualitätsmedien«) – über die wirtschaftliche Entwicklung der Welt zu sprechen. In diesem Jahr werden sie 100 Billionen (!) Dollar zusätzliche Kredite für die Ankurbelung der Wirtschaft in den nächsten zehn Jahren einfordern. Wir haben einmal die Prognosen und Handlungsempfehlungen der vergangenen Treffen des Weltwirtschaftsforums unter die Lupe genommen. Auch wer nicht die geringste Ahnung von Wirtschaft hat, kann nur zu einem Schluss kommen: In Davos treffen sich Wirtschaftstrottel.

Blicken wir zurück, was die Teilnehmer in den vergangenen Jahren tatsächlich geleistet haben, etwa im Jahr 2007 – wenige Monate vor dem Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise: Die angeblichen Fachleute des Weltwirtschaftsforums hatten nicht den geringsten Schimmer von der aufziehenden globalen Finanzkrise, erklärten vielmehr die »soziale Ungerechtigkeit« und den »Raubbau an der Natur«zum größten Problem bis zu ihrem nächsten Treffen im Jahre 2008, das dann schon vom Crash gezeichnet war. Die Neue Zürcher Zeitung veröffentlichte 2007 ein Dossier dazu, in dem man das alles im Detail nachlesen kann. Und auch die Süddeutsche Zeitung nannte als zusätzliche Herausforderungen der Zukunft, über die die Teilnehmer 2007 in Davos gesprochen haben, nur: den Palästina-Konflikt und die Verschiebung des Machtgleichgewichts zugunsten der Schwellenländer. Die Eröffnungsrede hielt 2007 Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie forderte damals die weitere Liberalisierung des Welthandels. Sie haben richtig gelesen. Und die Teilnehmer des Weltwirtschaftforums klatschten 2007 Applaus.

Viele der in Davos versammelten »Fachleute« lachten in jenen Tagen 2007, als damals auf den

Fluren ein wenige Monate zuvor erschienenes Buch des deutschen Wirtschaftsprofessors Max Otte mit dem Titel Der Crash kommt – Die neue Weltwirtschaftskrise und wie Sie sich darauf vorbereiten herumgereicht wurde. Crash – welcher Crash? Das Motto in Davos lautete 2007: Volldampf voraus in die weitere Liberalisierung. Heute möchten die Wirtschaftstrottel daran eher ungern erinnert werden. Denn ein Jahr später traf man sich wieder in Davos. Da lautete das Motto des Weltwirtschaftsforums 2008 »Die Kraft der gemeinschaftlichen Innovation«. Irgendwie war das Motto unpassend, denn das Treffen wurde da schon überschattet vom Börsencrash.

Gehen wir aber noch einmal viel weiter in die Geschichte zurück, in das Jahr 2003: Damals hatten die Davos-Teilnehmer Angst vor einem Irakkrieg und den möglichen Folgen. Das war damals das wichtigste Thema des Weltwirtschaftsforums. Dummerweise war schon 2003 (!) klar, dass es in einigen Jahren einen großen Wirtschaftscrash geben würde. Ein nachprüfbares Beispiel: Schon im Februar 2003 gab es im Berliner Kanzleramt ein erstes geheimes Spitzengespräch zwischen Bankenvertretern und der Bundesregierung über die wachsende Zahl fauler Kredite. Niemand in dieser Gesprächsrunde zweifelte daran, dass faule Kredite die Banken irgendwann in der Zukunft in den Abgrund reißen würden. Man sprach hinter verschlossenen Türen über »angeschlagene Banken«. Schon damals – sprich 2003 – hatte man die Idee zur Gründung einer Bad Bank zur Rettung der Finanzwelt. Der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), der damalige Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) und führende Vertreter der deutschen Kreditwirtschaft (also alles Personen, die gern als »Wirtschaftfachleute« nach Davos reisten) haben nachweislich im Kanzleramt darüber gesprochen. Nochmals – das war im Jahre 2003. Nur bekannt werden sollte das auf keinen Fall. Denn man hatte zu jenem Zeitpunkt im Kanzleramt beschlossen, den Crash einfach auf die Bevölkerung zukommen zu lassen. Volldampf voraus in die Krise. Noch ’ne Zigarre und noch ’ne Flasche Wein! Schaden abwenden vom deutschen Volke? Wozu denn? Nach uns die Sintflut!

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