Das Wikileaks-Medienorchester: Wer summt mit?

Veröffentlicht: 7. Dezember 2010 von infowars in internet, Nachrichten
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Das Wikileaks-Medienorchester: Wer summt mit?

Wie lautet die alte Weisheit? Wenn das Orchester erst richtig laut spielt und alles andere übertönt, mögen manche nichts anderes mehr tun als mitzusummen.

Für einige ist es quasi der Ritterschlag: Julian Assange befindet sich nun vorerst in Haft und eine der beiden Damen hinter der wirren und undurchsichtigen Vergewaltungungsanzeige soll Verbindungen zur CIA besitzen. War es für  Gegner des Vietnamkriegs in den Siebzigern während dem Daniel Ellsberg-Schwindel, orchestriert von Leslie Gelb und Morton Halperin aus dem Rat für auswärtige Beziehungen, völlig selbstverständlich den jungen Mann von der RAND Corporation zu feiern obwohl jener mit dem Lancieren der Pentagon-Papiere die CIA entlastet, Kennedy dämonisiert und Vietnam auf die Army geschoben hatte, gehört es heute zum guten Ton bei Gegnern der heutigen US-Kriege, irgendwo einen Wikileaks-Mirror zu installieren. Schließlich muss ja die abstruse und durchsichtige Propaganda des US-Außenministeriums und der CIA in Form der Depeschen an den Mann gebracht werden. Google News listet tausende dramatische Meldungen über die unzähligen fiesen Angriffe gegen Wikileaks die wie ein Trommelfeuer wirken, aber niemand scheint die offensichtlichste Frage zu stellen:

Warum nochmal genau ließ sich die US-Administration Monate oder sogar Jahre Zeit damit, die Infrastruktur von Wikileaks zu torpedieren? Allerspätestens nach der Verhaftung der Quelle Bradley Manning mussten die US-Behörden informiert gewesen sein über den Diebstahl der Depeschen und anderen Materials vom militärischen SIPR-Netzwerk. Warum rief das US-Außenministerium nicht bereits Anfang 2008 nach durchgesickerten Militärberichten Paypal, VISA, Mastercard, Amazon und ähnliche Firmen an und forderte, keine Transaktionen mehr für Wikileaks durchzuführen? Unternehmen haben keine Rechtssicherheit wenn es um Projekte wie Wikileaks geht. Heise berichtete:

“Handelt es sich bei der Veröffentlichung von teilweise geheimen Dokumenten durch Wikileaks um Urheber- und Persönlichkeitsverletzungen oder nicht? Hetzner sieht zumindest eine “rechtliche Grauzone” und zitiert den Rechtsberater des Unternehmens, Dr. Sven Müller-Grune: “Vollkommen ungeklärt ist bisher, ob Wikileaks beziehungsweise die dahinter stehenden Personen durch die Informationsbeschaffung ebenso wie durch die Verbreitung dieser Informationen strafbare Handlungen begangen haben. Diese Strafbarkeit könnte sich auch auf diejenigen Personen erstrecken, welche die Inhalte wissentlich verbreiten.” Zahlreiche der von Wikileaks zur Verfügung gestellten Materialien enthielten private Informationen und Ansichten, wodurch “massiv Persönlichkeitsrechte verletzt” würden, führt Hetzners Rechtsberater weiter aus.

Großkonzerne wie VISA und Mastercard sind sowieso bereits schwer eingebunden in den Regierungsapparat und kooperieren ständig mit verfassungswidrigen Gesetzen zur Terrorbekämpfung. Ein paar Anrufe und die Sache wäre wohl erledigt gewesen. Ob wir irgendwann in einem “geleakten” Kabel lesen, warum Hillary Clintons Büro den Hörer nicht abnehmen und wählen konnte? Stattdessen entschloss sich die ach so besorgte US-Regierung vor einigen Monaten bereits, mit den geheimdienst-nahen Zeitungen New York Times (CIA, DIA etc.), dem London Guardian (der “linke Arm des MI6″) und dem SPIEGEL (BND) sowie Wikileaks zu verhandeln, wie man die Daten zu exorbitanten  Titelstories machen und somit Julian Assange in kürzester Zeit in eine Weltberühmtheit verwandeln könnte. Assanges Material, wie jedem ersichtlich ist der sich tatsächlich die Mühe gemacht hat die New York Times, den Guardian und den SPIEGEL zu lesen, spielte dem militärisch-industriellen Komplex in die Hände mit krassen Angriffen gegen praktisch alle ausländischen Staatsfunktionäre, die auf der Abschussliste der CIA und des Außenministeriums standen während die harmlosen Skandale die NATO/Echelon-Staaten trafen. Die Systempresse verkündete natürlich ringsum den Super-GAU für die US-Regierung und dass man im Pentagon “vor Wut schäumen würde” (O-Ton Bildzeitung). Das reichte leider um Assange Glaubwürdigkeit zu verleihen und hunderttausende, wenn nicht gar Millionen hart verdiente Dollars von Spendern mit guten Absichten weltweit flossen Monate lang völlig ungehindert. Jetzt auf einmal, nach der seit Monaten mit der US-Regierung und den Mockingbird-Medien koordinierten Veröffentlichung der US-Depeschen, sehen wir auf einmal wie sich Konzerne wie PayPal ringsum plötzlich erinnern, dass sie allgemeine Geschäftsbedingungen haben.

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