Wikileaks und Massenmedien wollen investigativen Journalismus der Zukunft diktieren

Veröffentlicht: 3. Dezember 2010 von infowars in internet, Medien, Pressefreiheit, Propaganda, Zensur
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Wikileaks und Massenmedien wollen investigativen Journalismus der Zukunft diktieren

Die Glaubwürdigkeit der Massenmedien erlitt einen ähnlichen Schaden wie die Bush-Administration während den acht verhängnisvollen Jahren, die einen Skandal nach dem nächsten brachten und das Ansehen der Vereinigten Staaten in bisher ungekanntem Maße beschädigten. Zu eng war die Bindung der Presse an die Regierung, zu offensichtlich arbeitete man Hand in Hand. Die New York Times beispielweise veröffentlichte Judith Millers Fantasien über Massenvernichtungswaffen im Irak und die Zeitung hielt Enthüllungen über illegale Abhöraktionen von US-Bürgern zurück bis Bush die Wiederwahl 2004 gewonnen hatte. Trotzdem entschied Julian Assange von Wikileaks, dieses Blatt neben zwei anderen frühzeitig mit den geheimen Kriegsberichten aus Afghanistan und dem Irak zu versorgen. Das Weiße Haus kritisierte wie erwartet die Veröffentlichung vehement und verlautbarte, jene könnte Leben von Amerikanern und der Verbündeten aufs Spiel setzen und bedrohe die nationale Sicherheit. Allerdings sei man in Washington laut Michael Calderone von Yahoo zufrieden gewesen mit der Berichterstattung der New York Times. Kein Wunder: Die Berichterstattung wurde zwar hochgejubelt als enorme Enthüllung und als Desaster für die Regierung, in Wirklichkeit verharmloste man das bisherige Blutvergießen dramatisch und senkte die Hemmschwelle für eine Ausweitung des Krieges gegen den Terror nach Pakistan und den Iran noch weiter. Die Berichterstattung des SPIEGELs war der internationalen Agenda der Neuen Weltordnung ebenfalls äußerst zuträglich; Georg Mascolo vom SPIEGEL sagte in einem neuen Interview mit der FAZ:

“Wir haben uns die Einwände der amerikanischen Regierung angehört, welche Informationen aus ihrer Sicht nicht veröffentlicht gehören und mit ihr darüber diskutiert. “

Der SPIEGEL hätte bereits vor fünf Monaten mit der Arbeit an den US-Depeschen begonnen und bis zu 50 Leute darauf angesetzt. Die Frage die sich stellt ist: Wieviel Absprache welcher Art mit den Regierungen hat es tatsächlich gegeben und wer profitiert von der völlig ausufernden Berichterstattung über das Material?

Verschiedene Seiten lobhudelten, dass Wikileaks eine Art Nachrichtendienst des Volkes darstellen könnte und dass wichtige Informationen zukünftig in einem goldenen Zeitalter von einer breiten globalen Community nach dem Open Source-Prinzip berichtet werden. Julian Assange lässt in einem neuen Interview mit dem Time Magazine jedoch ganz andere Töne anschlagen, er baut trotz der bisherigen Bilanz weiter fest auf die Massenmedien:

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