Die seltsame Jagd auf Julian Assange

Veröffentlicht: 2. Dezember 2010 von infowars in Geheimdienst, Propaganda
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Die seltsame Jagd auf Julian Assange

Der “international man of mystery” Julian Assange, der seit ein paar Wochen nur noch Interviews über Skype führt und laut unzähligen Medienberichten untergetaucht sei um sich vor diversen Behörden zu verstecken, befindet sich laut der britischen Zeitung Independent seit einer ganzen Weile ausgerechnet in Großbritannien:

“Entgegen der Vorwürfe, Julian Assange befände sich auf der Flucht, hat der Independent erfahren dass Scotland Yard seit mehr als einem Monat in Kontakt steht mit Assanges Anwälten und auf weitere Anweisung wartet bevor man ihn verhaftet.”

“Der 39-jährige Australier gab der Metropolitan Police bei seiner Ankunft in Großbritannien im Oktober Kontaktinformationen. Quellen in der Polizei bestätigten dass sie eine Telefonnummer für Assange haben und genau wissen wo er sich befindet.”

In den vergangenen Tagen lieferten verschiedene Regierungefunktionäre weltweit zusammen mit den Medien dünne Erklärungen, weshalb der Zugriff noch nicht längst erfolgt ist. Seltsamerweise scheinen zuviele rechtliche Hürden zu existieren und es fehle ein internationaler Mechanismus für solche Fälle. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) kommentierte:

“Eine nationale Regelung wäre gegen eine Plattform mit Sitz im Ausland wirkungslos. Und eine internationale Initiative ist nicht geplant.”

Wikileaks ist keine Organisation mit irgendeiner einheitlichen Struktur, es handelt sich vielmehr um die Kollaboration von Individuen auf freiwilliger Basis; Individuen die sich in vielen Fällen nicht einmal wirklich genau zu kennen scheinen. Hat man einen gewissen “Ruf” in der Hackerszene und Assange gibt das grüne Licht, ist man bereits Teil von Wikileaks. Ausführliche Hintergrundprüfungen wie bei Militärs, Behörden und Geheimdiensten gibt es nicht. Die Geldströme scheinen bei Assange zusammenzulaufen, er ist das Gesicht der Organisation, er trifft letztendlich die Entscheidungen, verfügt über Mitgliederlisten und kann nach Belieben seine Mitarbeiter ausschließen. Wo seit Jahren  eine schützende Hand über Assange zu existieren scheint, sieht das bei anderen involvierten Personen anders aus. Berichten zufolge versuchen US-Behörden auf Hacker, beispielsweise im persönlichen Umfeld von Wikileaks-Quelle Bradley Manning, erheblichen Druck auszuüben um Informanten zu rekrutieren. Dass hier mit harten Bandagen gekämpft wird im Gegensatz zum Schmusekurs gegenüber Assange, ist seit langem kein Geheimnis. Der Cyber-Kriminelle Albert Gonzalez, der massenweise die Kreditkartendaten der Kunden großer Konzerne gestohlen und dann die Konten leergeräumt hat, beanspruchte nach seiner Verhaftung immer noch Klischees der Hacker-Folklore für sich und erklärte, es bösen Konzernen heimgezahlt zu haben. Dass er eigentlich Geld von gewöhnlichen, hart arbeitenden Mitmenschen gestohlen hat, musste er dann auf Grund der Beweislast dann doch einräumen. Die New York Times berichtete:

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Kommentare
  1. Ralph Boes sagt:

    Die Aussage des Textes ist nicht ganz klar:
    Wollt ihr sagen, dass Assange von Regierungen geschützt wird? Und dann noch von den pro-amerikanischen Engländern? Eine erstaunliche Vermutung.

  2. General-Investigation sagt:

    Was ist denn sicher als im Umfeld Personen herauszusuchen, die offiziell noch nicht aufgetaucht sind? das ist doch wohl weitaus logischer als Assange selbst ins Visier zu nehmen – im weiteren ist es eine logische Sache das sich die beteiligten nicht kennen sollten, womit die Gefahr des Verrats eingedämmt ist.
    Wikileaks und besonders Assange zu verdächtigen, er würde mit Geheimdiensten kooperieren ist wohl nur ein Scherz, denn warum sollte man ihm im Zuge dieser Geschichte dann erlauben Unterlagen vom Irak zu veröffentlichen, die den USA weltweit das Genick brechen könnten und nun noch durch die weiter veröffentlichten Dokumente, die ganz sicher das wahre Gesicht der USA erkennen lassen.

    Welcher Geheimdienst sollte also dahinter stecken sollen? Die Briten mit dem MI6 vielleicht – die im übrigen gar nicht so gewaltig pro US-Amerikanisch eingestellt sind, denn immerhin waren es die US-Amerikaner, die den Briten die Vorherrschaft in Europa genommen haben.

    Und was hier als Rückendeckung angenommen wird ist nichts anderes als die Einsicht, das man Wikileaks nicht einfach verbannen kann, denn wie man gesehen hat sind blitzschnell andere Server bereit alles dort aufzunehmen und weiter zu verbreiten. Die Liste umfasste vor 3 Tagen schon weit über 100 Adressen weltweit.

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