Archiv für 26. November 2010

Die EFSA, eine Spielwiese der Gen-Industrie

Veröffentlicht: 26. November 2010 von infowars in EU, Gentechnik, Korruption, Pharmaindustrie
München-Parma

Zwischen den Experten der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA und der Industrie bestehen enge Verbindungen. Der Leiter der Expertengruppe, die für die Prüfung der Risiken gentechnisch veränderter Pflanzen zuständig ist, Harry Kuiper und ein weiterer Experte, Gijs Kleter, arbeiten seit Jahren mit dem industrienahen International Life Science Institut (ILSI) zusammen. Sie kooperieren dort mit Vertretern von Konzernen wie Monsanto, Dupont, DowAgroSciences, Syngenta und Bayer in Projekten, die in erster Linie zu einer vereinfachten Marktzulassung von gentechnisch veränderten Pflanzen führen sollen.

Vorwürfe wegen Verflechtungen zwischen der EFSA und der Industrie wurden in den letzten Monaten immer wieder erhoben: Ende September war bekannt geworden, dass im Verwaltungsrat der EFSA eine Mitarbeiterin der ILSI, Diána Bánáti, sitzt. Diese legte nach dem Bekanntwerden ihrer Verbindungen ihre Tätigkeiten bei der ILSI nieder. In einem anderen Fall war die Leiterin der Gentechnikabteilung, Suzy Renckens, direkt von der EFSA zur Gentechnikindustrie gewechselt, ohne dass die Behörde irgendwelche Einwände erhoben hatte. Neue Vorwürfe wurden jüngst wegen Interessenskonflikten der Behörde bei der Bewertung von Chemikalien erhoben. Auch hierbei spielt ILSI eine entscheidende Rolle.

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Die Wikileaks-Dialektik

Veröffentlicht: 26. November 2010 von infowars in internet, Politik, Propaganda
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Die Wikileaks-Dialektik
Foto: Espen Moe

Die Plattform Wikileaks kündigte die Veröffentlichung einer Datenmenge an, die siebenmal größer sein soll im Vergleich zu den Irak-Logs. Den üblichen bombastischen Umschreibungen zufolge müsse “die Geschichte umgeschrieben werden” und nichts werde mehr so sein wie vorher.

Eigentlich verfügen Historiker und Journalisten seit langer langer Zeit über ausführliches Material hinsichtlich der Führung illegaler Angriffskriege, dem Managen von Terror, der Rüstung zukünftiger “Feinde” und des orchestrierten Diebstahls von Wohlstand aus der Bevölkerung. Das Problem ist eigentlich nicht fehlende Qualität oder Quantität der Daten, sondern die mangelnde Schlagkräftigkeit von Medien die sich außerhalb des Establishment-Systems bewegen. Wir ersticken förmlich in Material über 9/11, den Irak-Krieg, Terrorprogrammen von Regierungen wie P2OG, die Zentralbanken, illegale Waffenforschung, von us-europäischen Unternehmen gebauten Nuklearreaktoren in Nordkorea und so weiter und so fort. Zahlreiche Individuen weltweit bringen seit langer Zeit große persönliche Opfer um an Daten zu gelangen, diese professionell zu analysieren und/oder aufzubereiten. Cryptome.org ist der Pionier unter den Webplattformen, die als eine Art toter Brifkasten fungieren für Whistleblower. Die Selbstdarstellung, dass Wikileaks die Welt verändert hat und der Ingebriff der Aufklärung geworden ist, ist nichts als purer Hype. Selbstverständlich bergen qualitative neue Enthüllungen ein wichtiges Potential; die Hoffnung, dass der neue Wikileaks-Release Daten zu Tage fördert vom Schlag der Climatagate-Emails oder besser ist definitiv vorhanden. Dummerweise sollen die Establishment-Blätter SPIEGEL, der Guardian und die New York Times wieder vorab das Material sichten und für ein Massenpublikum aufbereiten.

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SEBASTIAN RANGE

Im Fall der beiden am vergangenen Wochenende abgefangenen Bombenpäckchen aus Jemen fällt neben anderen Ungereimtheiten vor allem ein Widerspruch auf: Warum bedient sich al-Qaeda dieses Weges, wenn das Terror-Netzwerk doch angeblich über „Schläfer“ und Zellen in den USA verfügt? Schließlich seien in den letzten neun Jahren über 200 Menschen aufgrund von Aktivitäten mit terroristischem Hintergrund festgenommen worden. Ein Viertel davon seien Konvertiten. Das behauptet jedenfalls Oren Segal, Direktor des Extremismus-Zentrums der Anti-Defamation League (ADL), in einem heutigen Artikel der Washington Post, der den Hintergrund eines solchen Konvertiten näher beleuchtet. (1)

chesser vorherChesser nachher
Zachary Adam Chesser – vorher und nachher: Aus einem lebenslustigen Jugendlichen wurde ein radikaler Islamist. Er war den „Verlockungen“ eines zweifelhaften US-amerikanischen Webportals erlegen.

Die Rede ist von Zachary Adam Chesser, der sich innerhalb von zwei Jahren vom lebenslustigen Jugendlichen zu einem radikalen Al-Qaeda-Anhänger entwickelte. Im Oktober dieses Jahres bekannte er sich vor Gericht der Unterstützung somalischer Terroristen schuldig, nachdem er im Juli vom FBI verhaftet worden war, als er nach Somalia reisen wollte, um sich der islamistischen Gruppe al-Shabab anzuschließen. (2)

Chesser fällt somit in die Kategorie des „homegrown terrorism“, also des „einheimischen Terrorismus“. Hierbei handelt es sich um ein Phänomen, bei dem sich bislang unauffällige und meist junge Männer radikalisieren und schließlich für terroristische Operationen zur Verfügung stellen. Doch ein Großteil dieses Phänomens ist hausgemacht. Nicht nur indirekt, etwa weil die Kriege in Afghanistan und im Irak zur Radikalisierung beitragen. Auch direkt wird durch geheimdienstliche Aktivitäten dafür gesorgt, dass diese Männer auf die schiefe Bahn geraten.

Ausschlaggebend dabei sind weniger ideologische Überzeugungen, als vielmehr psychologische Befindlichkeiten.

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Gerhard Wisnewski

 

Die Sicherheitsbehörden machen mobil – allerdings nicht gegen den Terror, wie uns die Medien einreden. In Wirklichkeit geht es um Etatkürzungen und den eigenen Bedeutungsverlust. Just rechtzeitig zu den Haushaltsberatungen am 25. November 2010 putschte das Bundesinnenministerium gegen finanzielle Einschnitte im eigenen Etat und beschwor eine geheimnisvolle »Terrorgefahr« herauf.

 

Innenminister de Maizière am 22. November bei »Beckmann«

25. November 2010. In Berlin herrscht Belagerungszustand. Der Bundestag ist von Polizei umzingelt. Besucher und Abgeordnete blicken in die Mündungen von Maschinenpistolen. Zwischen den Absperrgittern patrouilliert berittene Polizei. Polizisten mit MPs und Schutzwesten kontrollieren »die Ausweise und Taschen von Politikern, Journalisten und Besuchern« (noows-Nachrichten). »Angesichts der erhöhten Bedrohungslage« hat Bundestagspräsident Norbert Lammert »versichert, dass das deutsche Parlament sich nicht einschüchtern lasse«, heißt es bei der Nachrichtenagentur Reuters. »Der Deutsche Bundestag wird sich von niemandem und von nichts an der Wahrnehmung seiner Aufgaben und Verpflichtungen hindern lassen«, betonte der CDU-Politiker trotzig.

Doch keine Angst – das ist nicht etwa ein Putsch. Sondern eine »Haushaltsdebatte im Zeichen der

Terrorgefahr« (Süddeutsche Zeitung). Denn Terrorgefahr herrscht hierzulande wirklich. Und zwar sollen die »Sicherheitsbehörden« von sparwütigen Abgeordneten terrorisiert werden. Dem BND sollen 2011 acht Millionen Euro gestrichen werden, dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) drei Millionen. Bei der Bundespolizei sollen 600 Stellen wegfallen.

Wie gut, dass man gerade noch rechtzeitig einen verdächtigen »Bombenkoffer« in Namibia entdeckt hat, der angeblich mit einer Air-Berlin-Maschine nach München hätte fliegen sollen. Fertig war die »Terrorgefahr«. Natürlich hat man inzwischen auch einen armen Sündenbock gefunden, der den Koffer auf das Gepäckband gelegt haben soll. Aber wie kam der Koffer wirklich dahin? Und wer waren die Drahtzieher? In diesem Zusammenhang ist es interessant, was Innenminister De Maizière sagt – und was er nicht sagt: De Maizière bezeichnete es laut Financial Times als »sehr unwahrscheinlich«, dass deutsche Sicherheitsdienste den Koffer in Windhuk platziert haben. Was jedoch nichts anderes heißt, als dass der Innenminister dies offenbar nicht ausschließen kann.

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Nigel Farage, der Vizepräsident der Fraktion „Europa für Demokratie und Freiheit“, besticht weiterhin mit außerordentlich schnittigen Reden, bei dem er den hohen Krösus der EU, wie EU-Ratspräsident Herman Van-Rompuy oder Kommissionspräsident José Manuel Barroso ziemlich alt aussehen lässt.

Das unterhaltsame an diesen Reden ist, das Nigel Farage eben nicht der genormte Karrierepolitiker ist, sondern ein Brite, der früher in der City of London im Wirtschaftsbereich tätig war und die Manipulation in jenem Bereich bemerkte, welche die Bevölkerung seines Geburtslandes schwer trafen. Da er keine politische Kraft in seinem Land gab, die wirklich für die Interessen des Volkes einstand, stieg er in die Politik ein.

Somit brilliert Herr Farage auch mit einem guten Fachwissen, wenn es um Finanzpolitik geht. Dies gepaart mit seinem ungezügelten, charmanten, britischen Humor und einer glasklaren sowie vernunftbasierten Analyse der aktuellen EU-Finanzpolitik und des Europrojekts an sich, lassen unsere überbezahlten Bürokraten im EU-Parlament eiskalt im Regen stehen.

Warum haben wir keinen deutschen Nigel Farage im EU-Parlament? Warum wählt man hier immer die selbe Leier, in unterschiedlicher Farbbesetzung und ~mischung, welche seit über 60 Jahren diesen Staat konsequent kaputt machen und verscherbeln?

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