Nach der Loveparade: Journalisten schmeißen Eva Herman mal wieder einen Stein hinterher

Veröffentlicht: 27. Juli 2010 von infowars in Deutschland, Nachrichten
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Udo Ulfkotte

In deutschen Redaktionsstuben herrscht in diesen Tagen gute Stimmung. Denn endlich gibt es ein Thema, mit dem man die nachrichtenarme Zeit des medialen Sommerlochs füllen kann – die Toten der »Loveparade« kommen da wie gerufen. Was jetzt noch fehlt sind ein paar Bösewichte, die man in den kommenden Tagen wie Schweine durchs Dorf treiben kann. Das gleiche Schauspiel wiederholt sich in deutschen Redaktionsstuben Jahr für Jahr. Viele Politiker haben mit Journalisten diese unschöne Erfahrung gemacht. Der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt hat deutsche Journalisten vor diesem Hintergrund einmal als »Wegelagerer« bezeichnet. Und Kanzler Konrad Adenauer sagte: »Mit kleinen Jungen und Journalisten soll man vorsichtig sein. Die schmeißen einem immer noch einen Stein hinterher.« Die erfolgreiche Kopp-Autorin Eva Herman macht in diesen Tagen – wieder einmal – ähnliche Erfahrungen mit einem Berufsstand, über den schon Agatha Christie schrieb: »Ich habe Journalisten nie gemocht. Ich habe sie alle in meinen Büchern sterben lassen.«

Da wagt es die auflagenstärkste deutsche Zeitung – BILD – allen Ernstes mit der Schlagzeile aufzumachen: »Eva Herman verhöhnt Opfer der Loveparade«. Zuvor hatte es Eva Herman gewagt, in einem Bericht auf den Kopp-Seiten die BILD-Zeitungs-Werbung für die »geilste Party der Welt« und die sexistische triebgesteuerte Jubel-Berichterstattung der BILD zu kritisieren.

Eva Herman beklagte in ihrem Bericht auch die Toten der Duisburger Loveparade und schrieb: »Zu Recht werden die Toten und Verletzten nun beklagt, ein derartiges Unglück hatte es noch nie zuvor gegeben.« Und sie schrieb: »Den Familien und Angehörigen der Toten gebührt tiefstes Beileid, sie haben schwerste Zeiten vor sich.« Dennoch fallen nun immer mehr Medien in den Jagdaufruf jener ein, die Eva Herman eine angebliche »Verhöhnung der Opfer« vorwerfen, weil sie in ihrem Kopp-Artikel auf den extremen Drogen- und Alkoholkonsum, auf Sexismus, Rausch und massenhaftes skrupellos-unmoralisches Verhalten hingewiesen hat. Deshalb wirft man Frau Herman nun allen Ernstes »Pietätlosigkeit« vor.

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Kommentare
  1. […] »Nach der Loveparade: Journalisten schmeißen Eva Herman mal wieder einen Stein hinterher […]

  2. Daniel Caduff sagt:

    Na ja, die liebe Eva verglich die Loveparade mit Sodom und Gomorrha und sie schrieb den folgenden schönen Satz: „Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen!“

    Zumindest implizit hält es Eva Herman also für möglich, dass die Toten eine Strafe Gottes für das lasterhafte Verhalten sind. Und falls dem so wäre, könnte sie darüber nur erleichtert aufatmen.

    Diese gezielte Provokation am Ende des Textes ist es, was jetzt die mediale Aufmerksamkeit generiert. Und eiens ist klar: Als ehemalige News-Anchor-Frau weiss sie genau was sie tut. Ein kleines Skandälchen provozieren, schon steigen die Buchauflagen. Funktioniert gerade im Sommerloch ausgezeichnet.

    • infowars sagt:

      sätze aus dem kontext reißen tuht sie jedenfalls nicht wie du….

      Den Familien und Angehörigen der Toten gebührt tiefstes Beileid, sie haben schwerste Zeiten vor sich.

      Für die Zukunft wurden jedoch Weichen gestellt: Denn das amtliche Ende der »geilsten Party der Welt«, der Loveparade, dürfte mit dem gestrigen Tag besiegelt worden sein! Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen! Grauenhaft allerdings, dass es erst zu einem solchen Unglück kommen musste.

      sieht doch schon gleich ganz anders aus…oder ;)

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