Archiv für 4. Juli 2010

Kourosh Ziabari, Globalresearch.com, 01.07.2010

Die Länder dieser Welt überbieten sich gerade dabei neue Finanzsanktionen gegen den Iran zu verhängen. Während das iranische Volk die bittere Erinnerung an den acht Jahre andauernden Krieg mit dem baathistischen Irak immer noch nicht ablegen konnte, welcher von den Vereinigten Staaten und ihren europäischen Verbündeten geplant und unterstützt wurde, kommt eine Runde lähmender Sanktionen nach der Anderen gegen die bedeutendsten strategischen Wirtschaftsbereiche des Iran, was als internationale Bewegung der Verhinderung des Aneignens von Atomwaffen durch Teheran behauptet wird.

Obwohl es der Internationalen Atomenergiebehörde und G5+1 bisher nicht gelang stichhalte Beweise zu liefern, die darlegen würden, dass der Iran sich bei seinen Nuklearaktivitäten militärischen Zwecken zuwendet, beschloss man am 09.06.2010 im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen eine vierte Runde von Sanktionen, mit der man es auf iranische Firmen und Personen abgesehen hat, die angeblich am iranischen Atomwaffenprogramm beteiligt seien.

Das iranische Volk erinnert sich immer noch an die schmerzlichen Kriegstage mit dem Irak zu Zeiten des verstorben Diktators Saddam Hussein, der von den Vereinigten Staaten und 14 europäischen Ländern mit Waffen versorgt und ausgerüstet wurde. Der Erste Persische Golfkrieg kostete mehr als 500.000 Iranern das Leben und verursachte dem Iran einen Schaden von USD 500 Milliarden.

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Während Deutschland im Fußballfieber liegt, wird ein Krieg zwischen dem Iran und Israel immer wahrscheinlicher. Während die bundesdeutschen Medien bunte Interviews mit Bundestrainer Löw auf die Titelseiten ihrer Magazine hieven und gleichzeitig  das Sommerfest mit ihrem neuen Bundespräsidenten feiern, verlieren die Nachrichten kaum ein Wort über die drohende Gefahr eines möglicherweise bevorstehenden Atomkrieges im Persischen Golf. Dort hat sich das Aufgebot von israelischem und amerikanischem Militär in den vergangen Tagen zunehmend zu einer explosiven Drohkulisse aufgebaut: Drei US-Flugzeugträger mit 10 000 Kampftruppen liegen derzeit vor der iranischen Küste. Dutzende Kriegsschiffe kreuzen in den Gewässern, Saudi-Arabien bietet den Israelis Luftkorridore für eventuelle Angriffe auf den Iran. Die jüngste Entscheidung des US-Präsidenten, schwere Sanktionen gegen den Iran zu verhängen, macht die derzeitige Situation ebenso nicht gerade leichter. Diverse Stellungnahmen führender Politiker aus Russland und Europa geben desgleichen Anlass zu größter Sorge um einen unmittelbar bevorstehenden Krieg.

Nun hat auch Deutschland ein klares Signal ausgesandt: Losgelöst von der bisherigen traditionellen Unterstützung für Israel hat der Bundestag überraschend über alle Fraktionen hinweg eine sofortige Aufhebung der Gaza-Blockade gefordert. Die Absperrung des palästinensischen Gebiets sei kontraproduktiv und diene nicht den israelischen Sicherheitsinteressen, heißt es in dem Antrag. Dieser wurde von Union, FDP, SPD und Grünen eingebracht. Auch die Linke, die zwar einen eigenen Antrag ins Parlament eingebracht hatte, unterstützte den Beschluss. Es geschieht ausgesprochen selten, dass man sich hier so einig ist. In den meisten Fällen stimmt die Linkspartei gegen Anträge der anderen vier Parlamentsfraktionen.

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