Archiv für 28. Juni 2010

Gerhard Wisnewski

Kaum stirbt in den USA jemand bei einer nationalen Katastrophe, wird er in den Medien normalerweise als Held gefeiert. Sein Bild geht tagelang durch jede Nachrichtensendung und schließlich um die Welt. Und kaum überlebt jemand eine nationale Katastrophe, wird er von den Medien herumgereicht und darf seine Geschichte erzählen bis die Kameras schmelzen. Nur von den Toten und Überlebenden des 20. April 2010, als die Bohrinsel »Deepwater Horizon« explodierte, hört man erstaunlich wenig…

Warum redet die Welt nicht über die »Helden des 20. April«? Schließlich wird der 20. April 2010, als den Ölunternehmen BP, Transocean und Halliburton unter den Händen eine Bohrinsel explodierte, genauso in Erinnerung bleiben wie der 11. September 2001, als dem Pächter Larry Silverstein unter den Händen das World Trade Center explodierte. Doch die Lebenden und Toten des 20. April scheinen personae non gratae zu sein. Im Vergleich zu anderen »Helden« werden sie erstaunlich tief gehängt. Ja, gemessen an der sonst üblichen Berichterstattung bei ähnlichen Anlässen werden sie regelrecht versteckt.