Archiv für 12. April 2010

Gerhard Wisnewski

Der Schuldige ist immer der Tote: Die Medien schießen sich auf den verunglückten polnischen Präsidenten Lech Kaczynski ein. Wahrscheinlich habe er den Piloten zur Landung gedrängt, um nicht zu spät zu der Gedenkveranstaltung in Katyn zu kommen. Die naheliegendste Erklärung für so »verzweifelte Landeversuche« wird jedoch unterschlagen – ein technischer Notfall. Dabei weist manches darauf hin, dass die Maschine tatsächlich in Smolensk landen musste. Zum Beispiel, dass der Pilot zuvor den Sprit abließ …

Es ist immer wieder die merkwürdige Eile danach, die eine Katastrophe verdächtig macht. Schon am 11.09.2001 wussten die Ermittler nach wenigen Stunden, wer für das Verbrechen verantwortlich gewesen sein soll. Obwohl der Tatort natürlich noch nicht einmal ansatzweise untersucht gewesen sein konnte. Und am gestrigen 11. April 2010, nur einen Tag nach dem Crash des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski bei Smolensk, schloss die russische Staatsanwaltschaft bereits »eine technische Ursache für den Absturz des Flugzeugs aus. Die Maschine vom Typ Tupolew Tu-154 ist in einwandfreiem Zustand gewesen, sagte Chefermittler Alexander Bastrykin« laut der russischen Agentur Interfax (gemäß Bild.de, 11.04.2010).

»Nach Auswertung des Stimmenrekorders im Flugzeug gebe es in den aufgezeichneten Gesprächen zwischen dem Piloten und dem Tower keine Hinweise auf technische Probleme«, zitierte n-tv den Staatsanwalt weiter: »Vielmehr sei der Pilot von Kaczynskis Maschine mehrfach auf die schlechte Wetterlage und den Nebel hingewiesen worden und habe trotzdem mehrere Landeversuche unternommen.«

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Propagandafront.de, 11.04.2010

Die amerikanische Schwesterorganisation von Chatham House, der Council on Foreign Relations (CFR), hat vergangenen Monat ein Planungspapier mit dem Titel „Nutzbarmachung internationaler Institutionen um den Klimawandel anzugehen“ veröffentlicht, aus dem hervorgeht, welche Institutionen im Kampf gegen die Erderwärmung und zur Schaffung einer „Klimaherrschaft“ noch stärker in die Weltregierungsstruktur eingebettet werden müssen.

In der einleitenden Übersicht des von den Autoren Katherine Michonski und Michael A. Levi verfassten Berichts heißt es, dass die Auffassung, besondere internationale Anliegen, wie die Erderwärmung, nur mit einzelnen internationalen Institutionen in Verbindung zu bringen, verkehrt sei und alle relevanten Organisationen im Kampf gegen das Wetter mit ins Boot zu holen wären. Als Beispiel wird die Welthandelsorganisation angeführt, welche „in die Klimaherrschaft einbezogen würde, da Emissions-intensive wie auch CO2-arme Technologien unweigerlich international gehandelt werden.“

Bei der Analyse fand man auch gleich „5 weitreichende Lektionen für Entscheidungsträger“. Zunächst wäre es eine ganz feine Sache zu begreifen, dass man bei seinen Bemühungen ja bereits auf eine Fülle von mit dem Wetter in Zusammenhang stehenden Organisationen zurückgreifen könne. Zweitens sei es von entscheidender Bedeutung, dass von den internationalen Geldern, welche heute bereits von den reicheren an ärmere Länder fließen, nicht abgelassen werden dürfe, wenn man zusätzlich noch mehr Geld in den Kampf gegen die Temperatur des Wetters steckt.

Ferner bräuchte man unbedingt noch eine – im Bericht nicht näher genannte – weitere internationale Organisation, die sehr gut mit viel Geld umgehen könne um das Leitorgan der Vereinten Nationen im Kampf gegen das Wetter, das Sekretariat der Klimarahmenkonvention (UN FCCC), bei der Implementierung der Klimaherrschaft von finanzieller Seite her maßgeblich zu begleiten. Weil jedes Land irgendwelche anderen internationalen Finanzinstitutionen präferiere und die Entwicklungsländer besonders zickig seien, benötige man eine „zusätzliche Regierungsebene, die den Entwicklungsländern eine mächtigere Rolle dabei einräumt, zu bestimmen, wie die Gelder ausgegeben werden“:

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Lord Christopher Monckton, Viscount of Brenchley, SPPI Blog, 10.04.2010

Hier in Bonn, wo die Architektur und das Ambiente bekanntlich langweilig sind, hatten wir vielmehr gehofft, dass die Abläufe der Klima- und Weltregierungskonferenz der Vereinten Nationen durch die Straßenverkehrsampel-Tendenz belebt würden: Dass die Grünen sich zu sehr in die Hose machen um zuzugeben, dass sie in Wirklichkeit die Roten sind.

Aber wo sind all die Demonstranten? Wo sind die kreischenden Massen der schlecht gekleideten Umweltzombies? Die Reihe mit gerade einmal einem Dutzend Tischen für „Nichtregierungsorganisationen“ – ein Ausdruck der Vereinten Nationen für Lobbygruppen – war größtenteils leer.

Zwei ernste Damen verteilten Broschüren über die Freuden Mischwälder zu pflanzen.

Ein Stand nebenan zeigte ein Pamphlet mit dem Titel: „Abschwächung des Klimawandels in fortschrittlicheren Entwicklungsländern: Empirische Analyse, wie niedrig die Früchte beim gegenwärtigen Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung hängen“.

Haben sie „Johannisbeerstrauch“ anstelle von „gegenwärtigen“ gemeint. Zählen Johannisbeeren zu den niedrig hängenden Früchten? Das schien keiner zu wissen. Und zählt Großbritannien nun nach über zehn Jahren schlapper Wirtschaftsperformance zu den fortschrittlicheren Entwicklungsländern?

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