Archiv für 6. März 2010

Die Politik unternimmt einiges, um den Bürgern ihre nicht selten unliebsamen Programme ungefragt aufzubrummen. Damit dies ohne nennenswerte Gegenreaktionen vonstatten gehen kann, benutzt man nur allzu gerne die altbewährten Hebel von Manipulation und Propaganda. Auch heute noch, im deutschen, demokratischen Bundesstaate. Wie funktionieren diese Mechanismen?

Einige Beispiele: Das Spiel geht heute genauso wie zu allen Zeiten, man bedient sich unter anderem der wichtigen Triebmotoren wie etwa der Veröffentlichung und Verbreitung von Scheintatsachen, die ständig solange wiederholt werden, bis sie sitzen: Seit Rita Süßmuth in den 1980er-Jahren CDU-Familienministerin war, kursiert in der bundesdeutschen, politischen Gesprächskultur der Begriff: »Frauen wollen arbeiten«. Zum Teil stimmt das auch, doch bleibt dabei gänzlich unbeachtet, dass alle seriösen Umfragen bis heute eindeutig belegen, dass über 80 Prozent der Mütter in den ersten Jahren lieber bei ihren Kindern zu Hause blieben, wenn sie es sich finanziell leisten könnten, nämlich nach einer dreijährigen Erziehungszeit ohne gleichzeitige Erwerbsarbeit (IPSOS-Umfrage 2007).

Das gelingt den Frauen jedoch immer seltener, denn die Gesetze werden seit Jahren ohne Ausnahme dahingehend geändert, dass alleine die erwerbstätige Frau finanziell unterstützt wird, die Mutter zuhause jedoch gänzlich leer ausgeht, dabei nicht selten als faul und bequem diskriminiert wird. Das neue Unterhaltsrecht ist dafür das beste Beispiel. Nachdem die bundesdeutschen Bürger also jahrelang durch Politik und Medien vernehmen mussten, dass »jede Frau arbeiten will«, glauben es inzwischen auch fast alle Leute im Land, auch jene Frauen, die eigentlich lieber daheim bleiben würden. Denn schließlich: Wenn es alle sagen, wenn es ständig im Fernsehen und in der Zeitung verlautbart wird, und wenn es die Familienministerinnen aller Parteien, ob von SPD oder CDU, dies heute, gestern und vorgestern gebetsmühlenartig soufflieren, dann muss ja was dran sein.

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