Patient 3271412 ‒ Ein Erfahrungsbericht aus der Psychiatrie

Veröffentlicht: 21. Februar 2010 von infowars in Deutschland, Drogen, Gesundheit, Psychopharmaka
Schlagwörter:

https://i1.wp.com/www.sicherheit.info/SI/cms.nsf/lookupImagesByDocID/1103161/$file/Schneider1_n.jpghttps://i0.wp.com/zeus.zeit.de/bilder/2008/51/leben/gesellschaft/21-psychatrie/21-psychatrie-140x140.jpg

Ökumenisches Hainichklinikum GmbH
Fachkrankenhaus für Neurologie, Kinder- und
Jugendpsychatrie, Psychiatrie und Psychotherapie
Pfafferode 102, D-99974 Mühlhausen

Patient 3271412
(Stationäre Behandlung vom 07.05.2003 – 16.08.2003)

Ein Erfahrungsbericht aus der Psychatrie

Eines schönen Abends des besagten Jahres saß ich (25), Patient 3271412, mit Bekannten in einer geselligen Runde, wir aßen Haschischkekse, tranken Caipirinha und nahmen dazu noch Betäubungsmittel. Nach einiger Zeit wirkte dann so manches und ich rauchte noch einen Eimer. Innerhalb von zwei Minuten machte es Peng und ich kippte um. Wieder aufgewacht, machte ich mich auf den Heimweg. Als ich am darauffolgenden Morgen erwachte, merkte ich, dass es mir gar nicht gut ging ‒ ich konnte nicht mehr unter die Menschen. Ich bekam Panik und Angstattacken auf offener Strasse und konnte mich nicht mehr in geschlossenen Räumen aufhalten. Da ich damals keinen Kontakt zu meiner Familie hatte, ging ich ‒ völlig neben mir stehend ‒ zu einem “Arzt des Vertrauens”, dem ich den Fall und mein Befinden schilderte.

Er gab mir eine Überweisung ins Städtische Krankenhaus.

Im Zimmer angekommen, wurde mir gleich Blut abgenommen. Am nächsten Morgen kam der Befund ‒ sie konnten mir nicht helfen. Stattdessen rieten sie mir, mich ins Ökumenische Hainichklinikum “einweisen” zu lassen. (Sie meinten, dass ich da besser aufgehoben wäre und sie mir dort helfen könnten.) Ein Rettungswagen fuhr mich dann zu der besagten Adresse. Da angekommen, wurden meine Personalien aufgenommen und ich wurde ins Haus 1 (Sammelstelle und Beobachtungsstation) “übergeben”. Mir wurde dort das Handy und meine persönlichen Sachen abgenommen. Mein erster Gedanke war: Hier komme ich nie wieder raus, jetzt bin ich in der Klapsmühle…

Man brachte mich in einen Saal, wo noch andere “untergebracht” waren (ca. 20 Personen) ‒ ich bekam ein Bett zugewiesen. Mir wurde auch gleich Blut abgenommen und ich wurde mit den Regeln des Hauses vertraut gemacht. Ich durfte in der ersten Zeit kein Fernsehen schauen, durfte nicht nach draußen telefonieren und musste im Haus bleiben. Na gut, ich durfte wenigstens in den Garten gehen, um den ein Zaun war, damit man nicht fliehen konnte. Mein Gefühl bestätigte sich erneut: hier komm ich nicht mehr weg… Mir wurde jeden zweiten Tag Blut entnommen und ich hatte jeden Tag Gespräche mit einem Psychologen. Die waren noch harmlos.

Aber das sollte sich bald ändern…

Nach ca. vier Wochen war mein Blut frei vom THC und Betäubungsmitteln (sagte man mir) und es ging dann los mir der Psychopharmaka. Ich bekam Cipramil, eine Tablette enthielt 20mg. Davon drei Stück am Tag, morgens, mittags und abends. Die Nebenwirkungen waren erheblich, vor allem am Anfang, Übelkeit mit Erbrechen, Schwindelanfälle und massives Herzrasen.

Nach eineinhalb Wochen legte sich das wieder und die Psychotherapie ging dann erst richtig los.

https://i2.wp.com/www.psychiatrie-erfahrene.de/images/macht_hilfe_gewalt.gif

Neben intensiven Gesprächen mit dem Psychologen, die bis in meine Kindheit zurück gingen ‒ solange, bis ich abends da saß und unaufhörlich weinte ‒ folgten noch Beschäftigungs-und Bewegungstherapien, Eigenanalyse, Selbstsicherheit, Kommunikationsübungen, Erziehersätze…

weiter

Kommentare
  1. […] »Patient 3271412 ‒ Ein Erfahrungsbericht aus der Psychiatrie […]

  2. Erol sagt:

    Hallo!!Ich habe die erfahrung schon 3 mal gemacht ich war wegen psychasomatik 1999 und 2001 in der Psychatrie was nichts gebracht hatt weill ich wegen Spielsucht da war und 2010 war ich wegen Depression in der Psychatrie wo festgestellt wurde das ich schon 20 Jahre an Depression leide und es ein wunder ist das ich es Überlebt habe .Ich kann nur sagen die Aufenthalt in der Psychatrie ist nicht leicht aber ein habe ich gelernt es geht nur um das Geschäft ob es die Therapien für Suchtkranke ist oder Betreutes Wohnen oder Adoption denn Leuten intressiert es kein stück wie es ihnen geht Mann ist nur ein fall und wenn nichts zu verdienen ist an den Kranken wird er vor die Tür gesetzt und die netten Therapäuten die gerade aus den studium gekommen sind und das Leben nicht kennen entscheiden mit Ihren befunden über Menschen ich habe das schon alles erlebt ich weiss was ich schreibe (SHOW MUST GO)….

  3. Erol sagt:

    Resultat mit 225mg Trevilor und 60mg Remigil und cholesterin tableten und beta blocker von eine Adoption in eine Stadt wo ich neu anfangen machen wollte vor die Tür gesetzt das ist die Hilfe die mann kriegt!!!!!SCHADE

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s