Revolte in der EU gegen den IWF: Griechenland, Island und Lettland könnten den Weg weisen

Veröffentlicht: 19. Dezember 2009 von infowars in Bank Mafia/Finanzen, EU, Weltbank/IMF, Wirtschaft, Wirtschaftskrise/ Finanzkrise

Die hoch verschuldeten kleinen Länder in Europa könnten dem Beispiel Argentiniens folgen und sich aus der Schuldenfalle befreien. Das würde die Last den Gläubigerländern aufbürden, die das Problem jedoch mit einer einfachen Änderung der Buchhaltungsregeln lösen könnten.

Der völlige finanzielle Zusammenbruch, in der Vergangenheit nur ein Problem für Entwicklungsländer, kommt jetzt auch nach Europa. Der Internationale Währungsfonds verhängt »Sparmaßnahmen« über die Mitgliedsländer und Beitrittskandidaten im äußeren Kreis der Europäischen Union; am härtesten trifft es Griechenland, Island und Lettland. Diese Länder sind jedoch nicht die gewohnten verschuldeten Bittsteller aus der Dritten Welt. Ein Blick in die Geschichte lehrt uns: Die isländischen Wikinger haben wiederholt britische Eindringlinge zurückgedrängt; die lettischen Stämme widerstanden sogar den Wikingern und die Griechen eroberten das Persische Weltreich. Wenn sich jemand gegen den IWF zur Wehr setzen kann, dann diese standhaften europäischen Krieger.

Dutzende Länder konnten in den letzten Jahrzehnten ihre Schulden nicht mehr bezahlen, der jüngste Fall ist das Emirat Dubai, das am 26. November 2009 ein Schuldenmoratorium erklärt hat. Wenn selbst die ehemals märchenhaft reichen arabischen Emirate die Zahlungen aussetzen können, dann können es Länder in einer weit schwierigeren Lage erst recht – und wenn die einzige Alternative darin besteht, die eigene Wirtschaft zu zerstören, dann kann man wohl kaum von ihnen verlangen, es nicht zu tun. Das gilt besonders in den Fällen, wo die Gläubiger selbst maßgeblich für die Probleme des Schuldners verantwortlich sind und man mit gutem Grund annehmen kann, die Forderungen seien nicht legitim. Griechenlands Probleme begannen damit, dass niedrige Zinsen, die dem Land schadeten, beibehalten wurden, um Deutschland vor einem Absturz seiner Wirtschaft zu bewahren. Island und Lettland wird die Verantwortung für private Zahlungsverpflichtungen in die Schuhe geschoben, an denen deren Zustandekommen sie gar nicht beteiligt waren. Der Ökonom Michael Hudson schreibt:

»Die Europäische Union und der Internationale Währungsfonds raten ihnen, Privatschulden mit öffentlichen Obligationen zu decken und dafür die Steuern zu erhöhen, die staatlichen Ausgaben zu kürzen und die Bürger zu verpflichten, ihre Ersparnisse aufzubrauchen. Es regt sich Unmut, nicht nur gegen diejenigen, die diese Schulden gemacht haben …, sondern auch gegen die ausländischen Berater und Kreditgeber, die Druck auf die Regierungen ausüben, ihre Banken und die staatliche Infrastruktur an Insider zu verkaufen.«

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Kommentare
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