Archiv für 16. September 2009

Hinter der Zwischenwand eines Gebäudes der Elite-Universität Yale wurde an diesem Sonntag die Leiche einer jungen Frau entdeckt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich um die seit mehreren Tagen vermisste Medizin-Studentin Anne Le. Vor wenigen Monaten hatte die angehende Pharmakologin einen kritischen Aufsatz über verbrecherische Aktivitäten an der Yale-Universität veröffentlicht. Wollten sich die geheimen Zirkel von Yale deshalb an ihr rächen?

Was sich in den vergangenen Tagen an der elitären Yale-Universität in New Haven, Connecticut, abspielte, würde genügend Stoff für einen dramatischen Thriller liefern. Am Sonntag riegelte die Polizei einen kompletten Block der Forschungseinrichtung an der 10 Amistad St. ab. Spürhunde waren dort nach tagelanger Suche auf die Leiche einer jungen Frau gestoßen, allem Anschein nach die seit vergangenem Dienstag vermisste Yale-Studentin Annie Le. Eine Autopsie soll nun die Identität eindeutig klären; viele Einzelheiten der polizeilichen Ermittlungen werden aber gegenwärtig unter Verschluss gehalten.

Die 24-jährige Annie Le stand vor ihrem Doktorat in Pharmakologie und Molekularmedizin, galt als wissenschaftlich sehr begabt und hatte eine glänzende Karriere vor sich. Sie wurde am Vormittag des 8. September zum letzten Mal gesehen, als sie ihr Büro in der 333 Cedar Street verließ und an drei Gebäudekomplexen vorbei zu den molekularbiologischen Forschungseinrichtungen in der Amistad Street lief. Gegen zehn Uhr vormittags wurde sie von einer Sicherheitskamera beim Betreten des Sicherheitstraktes registriert. Bis zum Abend war Le noch nicht in ihr Zimmer zurückgekehrt, was ihre Mitbewohnerin umgehend meldete. Die vergangenen Tage führte eine Hundertschaft der Polizei eine Suchaktion mit Bluthunden durch. Die Yale-Universität setzte eine Belohnung von 10.000 Dollar für Hinweise aus, die zur Auffindung von Le dienen würden. Allerdings kaum ein nennenswerter Anreiz, sich durch verräterische Tipps vielleicht ganz anderen Schwierigkeiten auszuliefern, so meinen einige. 10.000 Dollar seien nach den Maßstäben der hochelitären Studenten von Yale ohnehin geradezu lächerlich.

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