So genannte nicht-tödliche Waffen führen nicht zu nicht-tödlichen Konflikten

Veröffentlicht: 25. August 2009 von infowars in Polizeistaat, Waffen

Taser

Shapeshifter
infokrieg.tv
24.08.2009

So genannte nicht-tödliche Waffen sind keine neue Waffengattung, sondern existieren schon viele Jahre in Form von beispielsweise Elektroschockern, Wasserwerfern, Gummigeschossen und Tränengas. Heute jedoch gibt es immer fortschrittlichere Waffentechnologien die trotz der Tatsache, dass sie weitreichende Schäden verursachen und u.a. zu Invalidität oder Tod führen können, mit dem Attribut „nicht-tödlich“ beworben, verkauft, eingesetzt und politisch gerechtfertigt werden. Ein Beispiel sind akkustische Waffen, die durch die Erzeugung eines Niedrig- frequenztones verwirren und desorientieren und dadurch „den Feind“ neutralisieren können.

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Andere Beispiele sind Klebeschaum, Blendlaser sowie Strahlenwaffen. Chemische Stoffe die Wasser verfärben, können z.B. die Landwirtschaft und die Bevölkerung beeinträchtigen. Durch elektromagnetische Strahlen können die Daten-, Navigations- und Kommunikationssysteme des wie auch immer gearteten Feindes gestört werden. So genannte nicht-tödliche Waffen lassen sich auch gegen die Infrastruktur und die Behörden eines Landes einsetzen, bei Demonstrationen auch effektiv gegen die Bevölkerung. Sie können Eisenbahnsysteme zum Erliegen bringen oder Chaos im Finanzsystem eines Landes verursachen. Elektromagnetische Impulsbomben (EMPs)  werden immer beliebter. Diesen Waffen sind darauf ausgerichtet, einen potentiellen Feind auf „strategischer Ebene“ aufzuhalten, zu behindern und zu besiegen. Ein Kraftwerk, welches z.B. durch eine EMP-Bombe in seiner Funktion neutralisiert ist, kann eben keinen Strom mehr liefern obwohl die Infrastruktur vom Prinzip her noch steht. Lediglich einige wenige Funktionsteile werden neutralisiert wie z.B. die Computerchips der Leitrechner. Ein daher äußerst wirksames und sparsames Prinzip in der Kriegsführung; nach Übernahme des Territoriums kann man diese Werke relativ problemslos wieder betriebsfähig machen.

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Die für diese verschiedenen Waffentypen verwendete einheitliche Bezeichnung „nicht-tödlich“ ist in hohem Maße ungerechtfertigt, man könnte auch sagen bewusster Betrug. Durch die Bezeichnung „nicht-tödlich“ sollen diese Waffen „humaner“ als konventionelle Waffen erscheinen – aber es gibt keine „humanen Waffen“. Die Anwendung jeder Art von Waffe ist mit dem Risiko einer Schädigung oder des Todes verbunden, was ja genau der Zweck einer Waffe ist. Sogenannte nicht-tödliche Waffen werden normalerweise in einer frühen Stufe eines Konflikts eingesetzt und können sogar einen Konflikt auslösen. Die Anwendung von Gewalt durch Soldaten, Polizisten, Spezialeinheiten, verdeckten Einsatzkommandos etc. nimmt möglicherweise dadurch zu, dass die Waffen als weniger gefährlich erscheinen. Es besteht das Risiko, dass diese Waffen die Schwelle für die Anwendung von Gewalt bei der Austragung von Konflikten senken.

Der vermeintliche Zweck dieser nicht-tödlichen Waffen ist es, den Feind ohne lang anhaltendes Leid und ohne tödlichen Ausgang zu neutralisieren; dies „wird immer wieder betont um diese Waffen in einem besseren Licht zu präsentieren“. Aber wie und gegen wen sogenannte nicht-tödliche Waffen eingesetzt werden, ist ein wichtiger Aspekt der Auswirkungen solcher Waffen, denn eine Waffe, die einen Soldaten neutralisieren kann, schädigt auch ein Kind oder einen älteren Menschen oder führt eben zum Tod wie mittlerweile weitreichend dokumentiert ist. Die Realität ist eben kein impotentes Brettspiel altersschwacher Militärs welche dann Politiker überzeugen, diese Technologie einzusetzen und zu kaufen.

In welchem Abstand und in welcher Menge eine Waffe eingesetzt wird, sind andere Faktoren, die die Wirkung einer Waffe beeinflussen. Als Vergleich läßt sich anführen, daß konventionelle Waffen „nur“ eine Letalität von 25% haben.

So genannte nicht-tödliche Waffen werden als wirksames Hilfsmittel in der modernen Kriegsführung genutzt, entweder allein für sich oder in Verbindung mit konventionellen Waffen. Beispielsweise setzten die USA im Golfkrieg Radiofrequenz- Waffen ein, um das Energiesystem des Irak zu lähmen, wenngleich nicht bekannt war, wie RF-Waffen auf Personen wirken. Nicht- tödliche Waffen sind somit nicht getrennt von einem tödlichen System zu betrachten, sondern als ein Teil eines solchen. Die Entwicklung so genannter nicht-tödlicher Waffen weitet die Optionen der Kriegsführung aus. Das Ergebnis ist somit eine stärkere Anwendung militärischer Kräfte und nicht das Gegenteil. So genannte nicht-tödliche Waffen führen nicht zu nicht-tödlichen Konflikten.

In Verbindung mit der Entwicklung immer weiterer, unterschiedlicher Arten so genannter nicht-tödlicher Waffen wächst das Interesse von Militär, Polizei und Politik, ihre Wirkung zu testen.

Es gibt keine wirksamen Vorschriften über so genannte nicht tödliche Waffen. Nur eine geringe Zahl dieser Waffen und Technologien lässt sich durch Auslegung der verschiedenen Rüstungskontrollvorschriften verbieten, beispielsweise Klebeschaum (der in Somalia und Bosnien zum Einsatz kam). Verschiedene Laserarten (die Erblindungen bei Menschen hervorrufen) sind im Übereinkommen über bestimmte konventionelle Waffen Einschränkungen unterworfen worden. Biologische giftige Stoffe (beispielsweise Salmonellen und andere Bakterien) sind durch das Übereinkommen über biologische Waffen verboten. Verschiedene dieser Waffen können schwerwiegende Auswirkungen auf die Umwelt haben. Das internationale Recht muß deshalb gestärkt werden, um Regeln für neue Waffen festzulegen, deren Entwicklung ständig weitergeht.

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