Anderthalb Stunden für vermummte Brandstifter

Veröffentlicht: 7. April 2009 von infowars in Der schwarze Block, Unruhen/ riots
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Proteste gegen den Jubiläumsgipfel der NATO – „Strategie der Spannung“ in Straßburg: Die Masse der Demonstrierenden angreifen und die Polit-Hooligans ungestört ihr Werk verrichten lassen

Die Einwohner/innen der Elsassmetropole Strasbourg waren vergangene Woche, anlässlich des Jubiläumsgipfels der NATO in ihrer Stadt, einer regelrechten Belagerungssituation unterworfen. Die Polizei erprobte offenkundig eine Form der „Strategie der Spannung“: die Verrücktesten unter den „Randalierern“ und Polit-Hooligans ungestört ihr Werk verrichten lassen und zur selben Zeit die Masse der Demonstrierenden angreifen! Die Demo litt zudem an einem seriösen Mangel, nämlich den an einem tauglichen Ordnungsdienst, u.a. wohl aufgrund der schwachen Präsenz der französischen Gewerkschaften. Während mehrere Gebäude (äußerst sinnlos) in Flammen aufgingen, warfen die „Sicherheits“kräfte von Hubschraubern aus Tränengas in die Menge. Auflösungserscheinungen und Chaos prägten zeitweise die Demonstration. Die Berichterstattung am Tag danach wird durch die „Gewalt“frage dominiert…

Samstag, o4. April 2009. Um die Mittagszeit erfahren wir im Stadtzentrum von Strasbourg: Keine öffentlichen Verkehrsmittel fahren heute! Eine der vielen Auflagen und Schikanen, die in den letzten Tagen die Einwohner/innen der ostfranzösischen Metropole ebenso wie die Zugereisten treffen: Nach dem Aussetzen aller Zugverbindungen von und nach Deutschland (stattdessen verkehren Ersatzbusse, die aber durch die Polizeikräfte nach Belieben aufgehalten werden) in den letzten 48 Stunden, der Einrichtung von No-Go-Areas in Gestalt der so genannten „roten“ und „orangefarbenen“ Zonen ist dies nur ein weiteres Glied in einer Kette wahnwitziger „Sicherheits“massnahmen.

Die Militarisierung der Stadt

Von 40.000 Einwohner/inne/n der farblich markierten Zonen wurden zahllose personenbezogene Daten erhoben, einige von ihnen durften ihre Wohnung nicht ohne einen telefonischen Anruf bei den „Sicherheits“organen und nur mit triftiger Begründung verlassen. Mehrere Bewohner in höheren Stockwerken gelegener Wohnungen mussten diese gar ganz räumen, um dort positionierten Scharfschützen Platz zu machen. Überwachungskameras wurden zu Hauf‘ installiert und rund 40.000 Polizisten, deutsche und französische, mobilisiert. Der in Strasbourg lehrende Hochschulprofessor für Soziologie, Roland Pfefferkorn, übertitelte einen Beitrag für die südfranzösische kommunistische Wochenzeitung ‚La Marseillaise‘ – der diesen Donnerstag erscheinen wird – deshalb: „Eine Stadt als Geisel genommen.“

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Kommentare
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