Der Chef-Terrorist

Veröffentlicht: 29. Januar 2009 von infowars in Geheimdienst, Geopolitik, Geschichte, Krieg, Mindcontrol, MK Ultra, Obama
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Vor 40 Jahren starb CIA-Direktor Allen Dulles –

Von HORST SCHÄFER, 26. Januar 2009 –

Barack Obama erhält seit seiner Wahl zum Präsidenten der USA jeden Tag etwas, das seit Dwight D. Eisenhowers Zeiten alle gewählten Präsidenten bekommen haben, auch John F. Kennedy: Das tägliche etwa einstündige Briefing der CIA, eine Kurzinformation, um den kommenden Oberbefehlshaber im Weißen Haus besser mit der internationalen Lage, wie die CIA sie sieht, vertraut zu machen. Auch mit möglichen geheimen US-Plänen im Ausland.

Schon am 23. Juli 1960, also mehr als 3 Monate vor seiner Wahl, wurde Präsidentschafts-Kandidat Kennedy – der jugendlich wirkende Sympathie- und Hoffnungsträger, damals ähnlich enthusiastisch bejubelt wie Obama – im Rahmen eines Briefings von CIA-Chef Allen Welsh Dulles detailliert über die von ihm mit Zustimmung Eisenhowers geplante und für das Frühjahr 1961 vorgesehene US-Invasion in Kuba informiert.

Die Vorbereitungen für den gegen Völkerrecht und UNO-Charta verstoßenden Terrorakt waren bereits 1959, wenige Monate nach dem Sieg der Revolution, begonnen worden. Schon vor dem Einzug der Revolutionäre in Havanna, am 23. Dezember 1958, hatte Dulles im Nationalen Sicherheitsrat (NSC) erklärt: „Wir sollten einen Sieg Castros verhindern.“ Anfang 1960 legte Dulles ein „Geheimprogramm zum Sturz Castros“ vor, dann formierte er die CIA-Terrorgruppe „Operation 40“, die noch im selben Jahr mit Sabotageakten, Terror- und Mordanschlägen gegen Kuba begann. Der CIA-Chef stimmte auch dem Vorschlag seiner Mitarbeiter zu, die Mafia für Mordpläne gegen Fidel und Raul Castro sowie Che Guevara zu rekrutieren.

Obwohl sich Kennedy mit den Plänen von Eisenhower und Dulles nicht richtig anfreunden konnte, stimmte er schließlich einer etwas reduzierten Version des Überfalls auf Kuba zu – reduziert, was das offene militärische Engagement der USA betraf. Insbesondere missfiel ihm an dem CIA-Invasionsplan, der „Operation Schweinebucht“, dass die Handschrift der USA zu deutlich zu erkennen war. Er fürchtete negative Auswirkungen auf das internationale Ansehen der USA und insbesondere das seiner Regierung.

Die US-Invasion fand knapp drei Monate nach Kennedys Inauguration statt, vom 17. bis 19. April 1961, und sie wurde bekanntlich ein für CIA und USA äußerst peinlicher Fehlschlag. Präsident Kennedy distanzierte sich zwar von der CIA – im Wesentlichen wegen deren Erfolglosigkeit – und entließ Dulles Ende 1961. Danach verschärfte er jedoch seine Terrorpolitik gegen Kuba und begann, diesmal unter Oberhoheit des Nationalen Sicherheitsrates (NSC) und des Pentagon, die Vorbereitung der militärischen „Operation Mongoose“, die laut Plan im Oktober 1962 mit dem Einzug in Havanna enden sollte. Mongoose wurde jedoch durch die Stationierung sowjetischer Mittelstreckenraketen auf Kuba und deren späteren Tausch gegen einen Invasionsverzicht der USA beendet. Kennedy hatte zwar den Einfluss der CIA etwas eingeschränkt, dann aber praktisch deren Politik des gewaltsamen „Regime-Wechsels“ und des Mordens fortgesetzt.

Auftrag zum Mord

Der Befehl an Victor Hedgman in Leopoldville war unmissverständlich ein Auftrag zum Töten – und der kam von ganz oben! Es ging dem CIA-Hauptquartier in Washington darum, im Auftrag der Regierung Eisenhower den gerade gewählten kongolesischen Ministerpräsidenten Patrice Lumumba aus dem Weg zu räumen.

Das vielfach verschlüsselte Telegramm, das am 26. August 1960 in der CIA-Außenstelle im Kongo eintraf, betonte, „dass seine (Lumumbas) Beseitigung dringendes und erstrangiges Anliegen“ ist und verlangte, dass sie „unter den gegenwärtigen Bedingungen hohe Priorität unter unseren geheimen Operationen haben muss.“

Washingtons Chef-Agent in Kongos Hauptstadt hatte nie zuvor ein Telegramm direkt vom CIA-Direktor bekommen. Doch die Adresszeile lautete eindeutig: „Dulles to Station Officer“ – und das war er, Hedgman. Jeder in der „Firma“ wusste, dass diese „persönliche Signatur“ des CIA-Chefs im Nachrichtenverkehr sehr selten war und dass sie die große Bedeutung dieses Auftrags unterstreichen sollte.

Doch für Victor Hedgman kam der Mordbefehl nicht überraschend. Schon zu Lumumbas Antrittsbesuch in Washington gleich nach seiner Wahl Ende Juli 1960 – Dulles hatte Hedgman extra aus Leopoldville (heute Kinshasa) herbeizitiert – blieb ihm nicht verborgen, dass der Empfang durch die US-Regierung äußerst reserviert war und in der CIA unmittelbar danach bereits Mordprojekte überlegt wurden.

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